Lokalsport

Lenninger erlebenihr Waterloo

Die SG Lenningen erlebte am Samstag in der Handball-Verbandsliga mit einer 22:30 (9:18)-Niederlage beim Tabellenzweiten TSB Schwäbisch Gmünd ihren handballerischen Super-Gau.

SCHWÄBISCH GMÜND Weit schlimmer als die deutliche Niederlage schmerzten in Reihen der Lenninger die Verletzungen von Jens Kirschmann, Steffen Kazmaier, Christoph Wiesinger, Hagen Braunwarth und Jan Lamparter. Wer von den angeschlagenen Cracks beim nächsten Spiel wieder zur Verfügung steht, ist noch völlig ungewiss. Dabei hatten SG-Abteilungsleiterin Silvia Klein und Trainergattin Brigitte Rieke auf der Fahrt ein gutes Gefühl: "Heute gewinnen wir!" Ein Trugschluss, wie sich herausstellen sollte.

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Die SG Lenningen fing da an, wo sie gegen Heiningen aufgehört hatte: mit konzeptionslosem Sackgassen-Handball. Den SG-Angreifern fiel nichts ein, wie die Gästeabwehr zu knacken sein könnte. Noch schlimmer war das Abwehrverhalten. In der Offensive, beim Eins-gegen-Eins total unterlegen, wurden die TSB-Angreifer Johannes Frey oder Benjamin Groth beim Torewerfen fast schon "begleitet". Es war mehr als ein Klassenunterschied festzustellen.

Auf der einen Seite technisch perfekter Handball, gepaart mit einer großartigen Athletik und auf SG-Seite ein hilfloses Anrennen. Und weil bei diesem Pleiten, Pech und Pannen-Spiel alles so schön zusammenpasste, verletzten sich in den ersten zehn Minuten Christoph Wiesinger (Daumen) und Hagen Braunwarth (Leiste). Beide fielen für den Rest der Partie aus. Die wenigen Chancen der SGL endeten am TSB-Torgebälk. Zehnmal rettete dies für die Keeper Steffen Krieg und Jens Schamberger. Keine Rettung auf der Gegenseite für Sven Lamparter. Seine Hauptaktion bestand darin, den Ball aus dem Tornetz zu fischen, weil die SG-Abwehr Gmünder-Freiläufe nicht stoppen konnte. Schon im Ansatz gelang es der aufgerückten SG-Abwehr nicht, die einfachen Kreuzbewegungen und dann in Folge Anspiele an den Kreis zu unterbinden.

Sechzig Minuten mit einer offensiven Abwehr spielen zu lassen, wirkte sich am Ende dann desaströs aus. Gegen die TSB-Techniker konnten keine Ballgewinne erzielt werden. Sie schlossen die erste Hälfte mit einer 80prozentigen Trefferquote ab: 18:9. Die SG-Abwehrleistung breitete sich wie ein Virus im Angriff aus. Kein Tempo, keine Systematik im Spielaufbau und damit auch null Erfolg. Die neun Tore der ersten Hälfte resultierten aus zwei Kazmaier-Strafwürfen, drei abgefälschten Segeritz-Würfen sowie Treffern von Leitner, Kirschmann und Austen.

Auch in der zweiten Halbzeit wurde die SG-Leistung nicht besser. Wenn einmal Anspiele erfolgten, flog der Ball irgendwo hin nur nicht zum Mitspieler. Es war ein Leichtes für die Gastgeber mit schnellen Gegenstößen die SG zu überlaufen und abzuschließen. Der jetzt ins Tor gewechselte Jörg Tombrägel verhinderte noch Schlimmeres. Und dennoch baute Gmünd seinen Vorsprung von einem 19:10 (31.) zum 25:12 (41.) aus.

Die wenigen Lenninger Würfe wurden jetzt schon von der Abwehr geblockt. Bestenfalls Spurenelemente vergangener Handballkunst waren noch sichtbar, so, als Jens Kirschmann in der 40. Minute Lenningens einzigen Gegenstoß sicher abschloss. Er blieb dann fünf Minuten später bei einem Zusammenprall kurz bewusstlos liegen und musste mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Lenningen, weiter dezimiert, konnte nur noch reagieren, bis auf einen: Jungspund Ricki Austen bewies in der letzten Viertelstunde Cleverness und trug sich dreimal in die Torschützenliste ein.

In der 49. Minute stockte den SG-Fans zum zweiten Mal der Atem. Nach einer Angriffsaktion blieb Steffen Kazmaier liegen. Er musste mit Verdacht auf eine Knöchelverletzung vom Feld getragen werden. Die letzten Minuten standen auf beiden Seiten unter dem Zeichen sich ja nicht mehr zu verletzen. So konnte TSB-Trainer Rolf Kölle experimentieren ohne den Torerfolg außer Acht zu lassen und bei der SG betrieb Sebastian Baumann nach Leitner-Anspielen mit zwei Treffern Ergebniskosmetik.

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SG Lenningen: S. Lamparter, Tombrägel Austen (4), Leitner (4), Baumann (3/1), Kirschmann (3), Segeritz (3), Kazmaier (2/2), J. Lamparter (2), Wiesinger (1), Braunwarth, Renz.Zuschauer: 350.Schiedsrichter: Krauter/Schmid, Magstadt.