Lokalsport

Lenninger Fazit: Alle Tage ist kein Sonntag

Diesmal reichten 23 gehaltene Würfe eines Sven Lamparter in Superform nicht aus. Die SG Lenningen verlor gegen Absteiger TV Altenstadt in der Handball-Verbandsliga mit 22:23.

LENNINGEN Spielentscheidend in der Lenninger Sporthalle am Samstagabend waren vier Minuten nach der Halbzeit. Während SG-Regisseur Steffen Kazmaier eine Zeitstrafe auf der Bank absaß wandelten die Gäste einen 8:11-Rückstand in eine 12:11-Führung um. "In dieser Liga darfst du dir keinen Aussetzer erlauben", meinte SG-Trainer Bruno Rieke, der in den Schlussminuten mit der Disziplin seiner Mannschaft nicht zufrieden sein konnte. Lenningen lag 22:23 zurück und bekam einen Freiwurf zugesprochen. Rieke holte sechs Sekunden vor dem Abpfiff Torhüter Sven Lamparter vom Feld und schickte dessen Bruder Jan als siebten Feldspieler auf den Platz. Doch dieses Mal verpuffte der "Gmünd-Effekt." Statt noch einmal den Ball auf die Außenposition zu spielen, hämmerte Pechvogel Hagen Braunwarth die Lederkugel an die Latte. Das Spiel war aus.

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Der Aufsteiger aus Altenstadt bot ein großes Spiel und hatte in der ersten Halbzeit die besseren Spielanteile. Gegen die beste Abwehr der Liga lag Lenningen in der 21. Minute mit 10:4 in Führung. Hellwach beim Abschluss, setzten Steffen Kazmaier, Jan Lamparter und Christoph Wiesinger dem verdutzten Steffen Seibold die Bälle ins Netz. Doch für diese Erfolge musste Lenningen lange Wege gehen. Die offensive Gästeabwehr zwang die Rieke-Sieben zu kräftezehrender Laufarbeit.

Eines wurde im Spiel ganz deutlich: Sobald bei der SG-Stammsieben gewechselt werden muss, läuft es nicht mehr rund. Ganz anders sah es bei den Gästen aus: Die eingewechselten Spieler fügten sich nahtlos ein. Da konnte es sich TVA-Trainer Dietmar Küsser sogar erlauben, seine "Torfabrik" Dennis Wurelly nur im Angriff einzusetzen. Altenstadts bessere Bank steckte auch das Mehr an Zeitstrafen weg. Hätte Sven Lamparter nicht manchen Angriffspatzer seiner Vorderleute mit Glanzparaden ausgebügelt, Lenningen wäre deutlicher ins Hintertreffen geraten. TVA-Angreifer Michael Bosch fand für den SG-Zerberus lobende Worte: "Ich glaube von dem träume ich heute Nacht. Für mich der beste Torhüter der Liga." Zu Lamparters 23 gehaltenen Würfen zählten auch zwei Strafwürfe.

Im zweiten Abschnitt war das Spiel dann äußerst eng. Ständig wechselten die Spielstände. Ein Klassetor, vorbereitet durch das Duo Christoph Wiesinger und Jan Lamparter, schloss Letzterer mit dem 15:14 in der 42. Minute ab. Aber die Gäste hatten den listigen Emin Girgin und einen Markus Schade, den die SG-Abwehr des Öfteren am Kreis übersah. Lenningen fehlte Mitte der zweiten Halbzeit die Spritzigkeit, um sich gegen die weiterhin offensiv stehende TVA-Abwehr entscheidend durchzusetzen. Der schmerzlich vermisste Jochen Leitner hätte auf der halbrechten Position vielleicht die notwendigen Impulse geben können.

Dennoch kämpfte die SG bravourös. Marc Segeritz mit dem 21:19/55. und Jens Kirschmann zum 22:20/57. schürten die Siegeszuversicht der begeisternd mitgehenden SG-Fans. Wie schnell individuelle Fehler von den cleveren Gästen bestraft wurden zeigten Marijo Lovric und Dennis Wurelly. Sie trafen zum 22:22/58. Eineinhalb Minuten vor Schluss nahm Bruno Rieke eine Auszeit. Volker Schwohl schloss anschließend zu früh ab, der TVA konterte und erhielt einen Strafwurf. Rieke schickte daraufhin Ersatzkeeper Tombrägel ins Tor und der wurde von Michael Bosch kalt erwischt 23:22. Was folgte, waren weiß-schwarze Freudensprünge und betröppelt drein schauende SG-Spieler. Fazit: Kämpferisch und spielerisch kann Lenningen durchaus mithalten. Woran noch gearbeitet werden muss, ist die Disziplin und das taktische Verhalten.

döl

SG Lenningen:

S. Lamparter, Tombrägel; Kazmaier (4), J. Lamparter (4), C. Wiesinger (4), Braunwarth (3), Segeritz (3), Baumann (2), Kirschmann (1), Renz (1), Schwohl, Stief, J. Wiesinger.TV Altenstadt:

Seibold, Schustek; Schade (5), Girgin (4), Michael Bosch (4/1), Argentino (3), Wurelly (3), Martins Gomes (1), Jetter (1), Enoglu (1) Lovric (1), Markus Bosch.Zuschauer:

400. Schiedsrichter:

Mollenkopf/Mollenkopf (Pfullingen) leiteten gut.