Lokalsport

Lenninger gehen am Neckar baden

SG verliert „Freundschaftsspiel“ in Esslingen

Regelrecht abgestürzt ist Handball-Landesligist SG Lenningen bereits am Freitagabend in Esslingen. Hatte die Kiedaisch-Sieben zuletzt gegen Ebersbach/Bünzwangen noch aufgetrumpft, gab es bei der 37:29- Niederlage diesmal ein böses Erwachen.

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Esslingen. Nur bis zum 6:6 nach knapp einer Viertelstunde, war Lenningen präsent. Was dann folgte, war fast schon desaströs. Im Spielaufbau reihten sich Abspielfehler an Abspielfehler. Eine großzügige Einladung zu Kontern. Davon machte das Team Esslingen reichlich Gebrauch. Fabian Sokele, Stefan Wiedemann und Michael Müller ließen sich diese Chancen nicht entgehen. Wie ein Virus schlichen sich die technischen Fehler bei den Gästen ein. Nur zwei Akteure zeigten sich an diesem Tag resistent: Torhüter Matthias Carrle und Jan Lamparter. Team-Trainer Thomas Freiwald zeigte sich nach Spielende überrascht: „Ich habe mir dieses Spiel schwerer vorgestellt. Wir wollten nach oben den Anschluss wieder herstellen. Die Lenninger Deckung kam uns dabei sehr entgegen“.

Gegen die antrittsstarken Gastgeber fand die SG im gesamten Spiel kein richtiges Mittel. Was Lenningens Defensive demonstrierte, erinnerte über weite Phasen eher an „Begleitschutz“ für die Esslinger Angreifer. „Die Kontertore haben uns in der ersten Halbzeit das Genick gebrochen“, konstatierte ein enttäuschter Trainer Holger Kiedaisch. Kein Wille, kein Aufbäumen und die Scheu vor Zweikämpfen, so präsentierte sich die SG ihren dreißig mitgereisten Fans. Hätte Torhüter Matthias Carrle nicht schon in der ersten Hälfte fünfzehn Paraden gezeigt, Esslingen wäre mit mehr als sieben Toren Differenz (17:10) in die Kabine gegangen.

Auch mit Auszeiten erreichte Holger Kiedaisch seine Mannschaft an diesem Abend nicht. Die SG-Angreifer setzten ihre Tordiät fort. Esslingen gelang alles. Da durften Stefan Wiedemann und Lukas Steimle unbedrängt aus dem Rückraum abziehen, während Lenningen zuschaute. Jo Wiesinger, Ex-Lenninger und jetzt in Diensten des TSV Weilheim, fasste die SG-Misere zusammen: „Die haben einen Nichtangriffspakt geschlossen.“ Und weil Lenningen sein handzahmes Spiel fortsetzte, erlebten auch die beiden Unparteiischen einen geruhsamen Abend. Beispiel: Die SG musste keine einzige Zeitstrafe verbuchen.

Erst als das Team aus Esslingen beim 24:13 eine Viertelstunde vor Schluss etwas zurückschaltete, kamen die Gäste zu Toren. Da blitzte kurz auf, warum Timo Haid, Christoph Wiesinger und Jan Lamparter gegen Ebersbach/Bünzwangen so erfolgreich waren. Doch während die SG-Fans noch den Torerfolg beklatschten, rauschten Wiedemann und Co. im Gegenzug heran und überrumpelten die Abwehr. Wie weit Lenningens Verunsicherung reichte, zeigte sich bei Würfen, die Team-Torhüter Mathias Kunz mühelos abwehrte, um dann auch noch die Abpraller zu entschärfen. Vom 30:22/53. bis zum 37:29-Schlusstreffer durch Michael Jäger plätscherte das „Freundschaftsspiel“ ohne Aufreger dahin. döl

Team Esslingen: Kunz, Funk; Wiedemann (8), Sokele (7/2), Müller (6/1), Jäger (4), Steimle (3), Appuhn (2), Raumer (2), Rausch (2), Reichert (2), Wellmann (1), Buchmüller, Schuler.

SG Lenningen: Carrle; Lamparter (6), Wiesinger (6/2), M. Wald (5), Ringelspacher (3), Braunwarth (2), Haid (2), Köhler (2), Bächle (1), Kirschmann (1), C. Wald (1), Austen, Schur.

Zuschauer: 150. Schiedsrichter: Czammer/Mack, Göppingen/Holzheim.