Lokalsport

Libero ist Trainer

Der TSV Oberlenningen schwebt in Abstiegsgefahr und der Verein reagierte: Für den entlassenen Harald Kuhnt ist ab sofort TSVO-Spieler Heinz Eber neu im Traineramt.

THOMAS PFEIFFER

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LENNINGEN Die Spatzen pfiffen es noch längst nicht von den Dächern: Etwas überraschend hat sich Fußball-A-Kreisligist TSV Oberlenningen von seinem Trainer Harald Kuhnt getrennt. Im Gastspiel beim TSV Grafenberg (3:3) saß der 47-jährige Weilheimer bereits nicht mehr auf der Bank. Kuhnt, im vergangenen Juli Nachfolger des TSVO-Trainerduos Cetinkaya/Filios, war damit knapp fünf Monate im Amt.

Das Ende der Zusammenarbeit "aus sportlichen Gründen" (offizieller Club-Wortlaut) vollzogen die TSVO-Verantwortlichen um Abteilungsleiter Heinz Klingler nach zuvor zwei hohen Niederlagen (0:5 gegen TB Neckarhausen, 1:4 in Neuffen) und dem damit verbundenen Sturzflug bis auf den vorletzten Tabellenplatz der Kreisliga A, Staffel 2. Was in der Woche danach folgte, war erstens eine außerordentliche Spielerversammlung und zweitens das entscheidende Anti-Trainer-Votum in kleinerer Funktionärsrunde. Kuhnt, DaimlerChrysler-Angestellter mit europaweitem Betätigungsfeld, erfuhr von seiner jähen Suspendierung bei seiner Rückkehr von einer Dienstreise nach Lissabon per Handy-Mailbox. Das war am vergangenen Samstag. Noch auf dem Flughafen war er, der seine Deutschland-Rückkehr exakt auf das TSVO-Auswärtsspiel in Grafenberg am Nachmittag abgestimmt hatte, erstmal perplex und über die "Stillosigkeit" der Nachrichtenüberbringung verärgert. Tags zuvor war Kuhnt von einem Bekannten per Telefon vom TSVO-Entscheid zwar bereits vorinformiert worden, an seiner "Enttäuschung" am Entlassungs-Prozedere änderte das aber wenig.

Als Nachfolger von Kuhnt, der die Oberlenninger (Punkte-)Krise nicht auf seine Kappe nimmt ("die Mannschaft hatte sechs Abgänge und zuletzt viele Verletzte"), ist inzwischen TSVO-Libero Heinz Eber (34) inthronisiert worden. Wen er am Sonntag im Heimspiel gegen den AC Catania aufstellen wird, weiß er noch nicht, nur eines: "Die TSVO-Spieler brauchen absolut mehr Leidenschaft."