Lokalsport

Licht und Schatten in Ehingen

Dank einer überzeugenden Leistung in der ersten Halbzeit stehen die Kirchheim Knights in der dritten Runde des neu organisierten DBB-Pokals. Beim 71:62 gegen den Pro B-Vertreter Ehingen/Urspringschule nutzten vor allem die jungen Talente Benjamin Lischka und David Michalczyk ihre Chance.

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Ehingen. Beide Nachwuchskräfte trugen maßgeblich zur Kirchheimer 20-Punkte-Führung in der Halbzeitpause bei. Durch Unaufmerksamkeiten und lässige Reboundarbeit vor allem im dritten Viertel kam der Gastgeber aus Ehingen noch einmal zurück und stand kurz davor, das Spiel zu wenden. Dank der beiden Routiniers Scott und Tomasevic konnten 30 mitgereiste Fans am Ende doch noch den Sieg ihrer Mannschaft feiern.

„David gegen Goliath“ hatten die Ehinger in ihrem Hallenflyer zur zweiten Runde des Pokalspiels um den DBB-Pokal tituliert. Die Knights als übermächtiger Gegner wurden für ihren Teambasketball gelobt, der das Pro B-Team von der Donau vor eine schwer lösbare Aufgabe stellen sollte. Nun haben Pokalspiele aber bekanntlich ihre eigenen Gesetze. Umso mehr, als in diesem Wettbewerb mit einer höheren Deutschenquote gespielt werden muss als in der Pro A. Die etwa 30 mitgereisten Kirchheimer Fans warteten zudem gespannt darauf, wie ihre Mannschaft die schmerzhafte Niederlage in Crailsheim am vergangenen Wochenende verkraftet hatte.

Mit einer ungewohnten Startaufstellung schickte Frenkie Ignjatovic seine Mannschaft ins Pokalderby: Benni Lischka, Tim Koch, David Michalczyk, Nils Menck und Chris Gilliam gingen von der ersten Spielminute an couragiert zu Werke und gaben ihrem Gegner das Tempo vor. Dieser zeigte sich sichtlich beeindruckt, spielte nervös und ließ den Rittern viel Platz bei den Würfen. Die Gäste bedankten sich mit Punkterfolgen durch Lischka, Gilliam und Menck, sodass Ehingens Coach Ralph Junge bereits nach drei Spielminuten beim Stand von 5:11 eine Auszeit nehmen musste. Ignjatovic setzte weiter auf seine junge Garde, die das Spiel klar im Griff hatte und das Viertel mit 21:17 für sich entschied. Besonders Benni Lischka, der mit 15 Punkten an diesem Abend zum Topscorer seines Teams wurde, verdiente sich das Lob des Trainers.

Im zweiten Viertel kam der Ritter-Express dann richtig in Fahrt: schnelles Spiel und wiederholte Ballgewinne auf der einen Seite, unkonzentrierte Ehinger auf der anderen. Das Kirchheimer Spiel hatte mit den Taktgebern Gordon Scott und Radi Tomasevic eine deutlich höhere Intensität als das der Gastgeber. Ein 12:0-Zwischenspurt mit jeweils sechs Punkten von De Michael und Scott zum 33:17 dokumentierte die deutliche Überlegenheit der Gäste. Auch das konsequente Wechseln von Ignjatovic störte den Spielfluss nicht. Entsprechend zufrieden ging Kirchheims Coach beim Stand von 46:26 in die Kabine. Das Fehlen der Ludwigsburger Kooperationsspieler Phillipp Heyden und Ziyed Chennoufi fiel zu dieser Zeit nicht ins Gewicht.

„Wir haben in der ersten Halbzeit die richtige Antwort auf die Niederlage in Crailsheim gefunden und das Spiel in allen Belangen dominiert“, bewertete der Trainer nach dem Spiel die Leistung seiner Mannschaft im ersten Spielabschnitt. Aufbauarbeit durch Pokalerfolge? War es eine gewisse Überheblichkeit der Gäste oder fand Ehingens Coach in der Pause die richtigen Worte? Jedenfalls kamen die Gastgeber deutlich aggressiver zurück aus der Kabine. Die Knights gaben das Heft aus der Hand und Josh Wilson und Ruben Spoden läuteten mit den ersten Punkten die Aufholjagd der Hausherren ein. Mit 10:19 mussten die Ritter das dritte Viertel abgeben. Ehingen profitierte dabei vor allem von der aufkommenden Reboundschwäche von Gilliam, De Michael & Co.

Diese setzte sich im letzten Spielabschnitt fort. Es kam, wie es kommen musste: Nur fünf Offensivrebounds standen am Ende des Spiels für die Knights zu Buche. Die gesamte Reboundarbeit – für Ignjatovic ein Indiz für Einstellung und Wille – war nur noch in Ansätzen zu erkennen. Die große Schwäche aus dem Crailsheimspiel kehrte zurück und brachte die Knights an den Rand einer Niederlage. Dass es nicht dazu kam, war vor allem den kühlen Köpfen der Routiniers Gordon Scott und Radi Tomasevic zu verdanken, die in der entscheidenden Phase, als Ehingen in der 36. Spielminute bis auf drei Punkte herankam (60:63), durch Einzelaktionen das Spiel entschieden. Der Dunking von Gordon Scott Sekunden vor Spielende brachte das 71:62-Endergebnis aus Sicht der Kirchheimer.

„Es war für alle erkennbar, woran wir bis zum Samstag werden arbeiten müssen“ lautete die Erkenntnis von Ignjatovic, der dennoch mit der Leistung vor allem in der ersten Halbzeit zufrieden war. „Auch am Samstag gegen Freiburg wird es schwer werden“, warnt der Headcoach, der aber trotzdem von einem goldenen Oktober für die Knights spricht. Die Auslosung für die 3. Pokalrunde findet am 13. November statt. bs

Erdgas Ehingen/Urspringschule – VfL Kirchheim Knights: 62:71 (17:21, 9.25, 19:10, 17:15)

Erdgas Ehingen/Urspringschule: Engel, Richardson (8), Wilson (11), Spoden (8), Raebel (4), Baumer (1), Adler (20), Raffington (4), Schick (4), Kuhn, Blessing (2)

VfL Kirchheim Knights: Tomasevic (9), Michalczyk (2), Freymond (2), Scott (10), De Michael (13), Menck (8), Koch (4), Lischka (15), Gilliam (8)