Lokalsport

Lichtl holt Titel Erdmann mit "schlappen Beinen" Sechster

Der Titel über 60 Meter Hürden bei den Frauen für Stephanie Lichtl, Platz sechs für den Weilheimer Lukas Erdmann bei den Männern: Die beiden Athleten aus der Kirchheimer Trainingsgruppe von Micky Corucle haben ihre selbstgesteckten Ziele bei den süddeutschen Hallenmeisterschaften erreicht.

REIMUND ELBE

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Stephanie Lichtl strahlte nach dem Zieleinlauf mit den Scheinwerfern im Sindelfinger Glaspalast um die Wette. Mit einem blitzsauberen Lauf hatte sich die Bempflingerin gestern nicht nur den Titel über die 60-m-Hürden geholt, sondern mit 8,20 Sekunden auch eine deutsche Jahresbestleistung aufgestellt. Alles in Butter? Fast. Trainer Micky Corucle freute sich zwar riesig über die Galavorstellung seines Schützlings, doch er blickte bereits voraus. "Es fehlt nur noch eine Zehntelsekunde bis zur Norm für die Hallen-Europameisterschaften", rekapitulierte der Coach. "Dieses Potenzial hat Steffi zweifellos. Ihre Leistung im Finale war zwar stark, aber noch nicht perfekt." Die vermeintlich größte Konkurrentin um den süddeutschen Titel, Nadine Hemtschke (MTG Mannheim), wurde Dritte.

Große Freude also bei Stephanie Lichtl, eine zufriedene Miene beim Weilheimer Hürdensprinter Lukas Erdmann. Der 23-Jährige schaffte den erhofften Sprung ins Finale und belegte dort am Ende Platz sechs. Endzeit: 7,96 Sekunden. "Ich bin im Endlauf die beiden ersten Hürden nicht ganz sauber gelaufen, sonst wäre noch etwas mehr drin gewesen", bilanzierte der keineswegs unzufrieden wirkende Sprinter. Vielleicht wären noch die eine oder andere Hundertstel rauszuholen gewesen, doch Erdmann litt noch etwas unter dem beruflichem Stress der vergangenen Woche. Da war der Porsche-Mitarbeiter eng in die in Stuttgart stattfindende Hauptversammlung der Aktiengesellschaft involviert. "Ich hatte deshalb etwas schlappe Beine", gestand der Weilheimer ein. Den süddeutschen Titel teilten sich die zeitgleichen Topfavoriten Willi Mathiszik und Alexander John (beide LAZ Leipzig) in 7,75 Sekunden.

Auf der 60-Meter-Sprintdistanz gab es für die VfL-Läuferinnen Licht und Schatten: Anja Wackershauser musste auf den letzten Metern des Vorlaufs das Tempo zwangsweise herausnehmen und trudelte in 7,88 Sekunden ins Ziel. "Anja hat wohl eine Zerrung", so die erste Diagnose von Trainer Micky Corucle. Die Nachwuchssprinterin hatte ohnehin nur den Vorlauf auf dem Plan gehabt, musste allerdings wegen der Beschwerden auf den Start über 200 Meter verzichten. Franziska Dobler wurde 13., Ann-Kathrin Fischer scheiterte im Vorlauf. Über 200 Meter belegte Katja Holder Platz acht. Nach 25,50 Sekunden im Vorlauf musste sie sich im entscheidenden Rennen mit 25,71 Sekunden zufrieden geben. Nichts zu holen gab es für Christina Krüger (VfL Sindelfingen) über die 400-m-Distanz. Die 18-jährige Ötlingerin, die mit Rückenproblemen zu kämpfen hat, schied bereits im Vorlauf aus.

Trainer Micky Corucle hatte an diesem Tag übrigens noch einen weiteren Grund zum Strahlen: Mit dem Köngener Klaus Neuendorf (LG Filder) holte sich neben Stephanie Lichtl ein weiterer seiner Schützlinge einen süddeutschen Titel im 60-Meter-Sprint der B-Jugend.