Lokalsport

Liga-Elite in der Falkensteinhalle

Owener Handballer im Landesligatopspiel in Grabenstetten – SGL will Trend bestätigen – Weilheimer in Zugzwang

Einwohnermäßig kommen beide Kommunen nur auf wenig mehr als 5000 registrierte Mitbürger, doch sportlich sind der TSV Owen und der TSV Grabenstetten derzeit die absoluten Vorzeige-Größen der Handballlandesliga-Staffel 4. Im mit Spannung erwarteten Direktvergleich in der Falkensteinhalle am Sonntagnachmittag geht es um die Vormachtstellung – und darum, sich noch im alten Jahr die beste Ausgangsposition für den endgültigen Showdown im neuen Jahr zu verschaffen.

Owen. Spannender könnte die Ausgangslage vorm Duell am Sonntagnachmittag kaum sein: Es trifft praktisch der Tabellenführer auf den Tabellenführer. Diese Konstellation ist deshalb gegeben, weil bei Punktegleichheit im Handball ja der direkte Vergleich von entscheidender Bedeutung ist. Beide Teams haben jeweils 13:3 Punkte auf dem Konto.

TSV Grabenstetten, da war doch was für den TSV Owen: Lediglich fünf Punkte hatten die Spieler aus dem Landkreis Reutlingen, Mitabsteiger in der vergangenen Württembergligasaison, in der vergangenen Saison gesammelt – ausgerechnet drei davon alleine aus den zwei Spielen gegen Owen. Dies war mit ausschlaggebend für den Abstieg der Herzogstädter. Jetzt hegen Brodbeck und Co Revanchegelüste und und in Grabenstetten wollen sie einen weiteren Schritt nach vorne machen. Tempohandball und Spielwitz wurde ihnen vor einigen Wochen unterstellt – dass man mit diesen Tugenden, jedoch ohne den unbedingten Siegeswillen, gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner verlieren kann, zeigte prompt die Owener Niederlage in Zizishausen auf. Manche Spieler hatten einfach nicht zur richtigen Einstellung gefunden.

Trainer Markus Brodbeck machte seinen Mannen in den letzten Trainingseinheiten unmissverständlich klar, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfe, wolle man den Spitzenplatz nicht gefährden. Als Entschuldigung für fehlende Durchschlagskraft wollte er auch die Verletzungen von Heiko Hoyler und Martin Weiss nicht gelten lassen, als Kompensation müssten andere in die Bresche springen und das Kommando übernehmen. „In Grabenstetten muss jeder Vollgas geben“, verlangt der Owener Übungsleiter und stimmt sich auf einen harten Strauß ein.

In den letzten Derbys waren die Älbler dem Tälesteam spielerisch meist unterlegen gewesen, doch in Sachen Kampfgeist und Einsatz waren sie dem Gegner meist voraus. Morgen geht‘s um viel: Der Sieger grüßt bis auf Weiteres einsam von der Tabellenspitze, während der Verlierer erst einmal zum Verfolger wird (Sonntag, 17 Uhr, Falkensteinhalle Grabenstetten).

Bei der SG Lenningen geht es derweil stetig aufwärts: Sieben Punkte aus den letzten vier Spielen sprechen eine deutliche Sprache. An diesem Erfolgsfaden will die Kiedaisch-Sieben heute Abend (20 Uhr, Sporthalle Lenningen) gegen den SKV Unterensingen weiterstricken. Der Neuling hatte einen guten Start mit 5:3 Punkten, musste dann jedoch erkennen, dass in der Landesliga auf einem höheren Niveau gespielt wird. Zuletzt, beim 30:29-Heimsieg gegen Lustenau, konnte eine Negativserie gestoppt werden. Zu den SKV-Matchwinnern gehörten Andreas Esslinger, Frieder Gänzle und Kai Bohle.

Bei der SG wird wieder die „Laupheim-Formation“ einlaufen, zu der noch Jochen Leitner stößt. Trotz den verletzungsbedingten Ausfällen von Jens Kirschmann, Christoph Wiesinger, Marc Bächle und Jochen Gökeler konnte Lenningen den Hebel umlegen. Heute wäre ein Sieg gegen den punktgleichen SKV Gold wert. Lenningens Ziel bis Weihnachten heißt: Ein ausgeglichenes Punktekonto.

Der TSV Weilheim steht heute (20 Uhr, Wühlehalle) gegen den TSV Blaustein in enormem Zugzwang. Die Weilheimer setzen alles daran, der seit vier Spielen andauernden Niederlagenserie ein Ende zu setzen.Gegner TSV Blaustein überraschte die Ligakonkurrenz mit starken Leistungen, befindet sich momentan auf dem dritten Tabellenplatz. Besonderes Augenmerk der Weilheimer liegt dabei auf Blausteins Spielertrainer Harald Michaeler, der einst in der Bundesliga die Handballschuhe schnürte und maßgeblich am Erfolg des Aufsteigers beteiligt ist.

Auf Weilheimer Seite steht hinter den Einsätzen von Klaus Haase und Marcel Planitz jeweils noch ein Fragezeichen. Haase verletzte sich unter der Woche an der Wurfhand, Planitz plagt noch ein Schnupfen. Martin Porstner wird aufgrund seiner Verletzung definitv ausfallen. Dagegen kann der Weilheimer Trainer Markus Beichter wieder hundertprozentig auf den wiedergenesenen Stammtorhüter Michael Rehkugler sowie Florian Mauch setzen. Zudem hat Patrick Auweter seinen Mittelhandbruch auskuriert und gehört erstmals seit sechs Wochen wieder zum Weilheimer Kader. jb/döl/pa

TSV Owen: Brodbeck, Carrle – Gehrke, Wager, Dunkel, Kirchner, Weiss, S. Klett, B. Klett, Lehmann, Hanssen, Schmidt, Meissner.

SG Lenningen: Born, S. Lamparter – Austen, Braunwarth, Haid, Kazmaier, J. Lamparter, Leitner, Renz, Ringelspacher, Schur, Wald

TSV Weilheim: Rehkugler – Sigel, Bachofer, Haase (?), Mauch, Zettl, Bächle, Planitz (?), Klöhn, Schorr, Seyferle, Schill, Auweter.

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