Lokalsport

Ligaprimus auf Boller Spuren

In der Fußballbezirksliga jagt ein Trio den noch ungeschlagenen TSV RSK Esslingen

Langweiliger Durchmarsch sagen die einen, beeindruckende Vorstellung die anderen – die Vorrundendominanz von Bezirksligaprimus TSV RSK Esslingen polarisiert. Alles entscheidende Frage: Kann der immer noch ungeschlagene Club überhaupt noch eingeholt werden? Erste Antworten wird‘s an diesem Wochenende nicht geben: Der komplette Spieltag wurde gestern witterungsbedingt abgesagt, ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

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P. Eidemüller / K.-D. Leib

Esslingen. Der TSV Bad Boll lässt grüßen: Ähnlich wie der letztjährige Überflieger aus dem Kurort dominierten die Kicker des TSV RSK Esslingen in der Hinrunde die Bezirksliga: Die nach 15 Partien immer noch ungeschlagenen Kreishauptstädter schicken sich an, es den Bollern, die zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison mit 13 Punkten vor dem Zweiten lagen, in Sachen Durchmarsch gleichzutun – für den Trainer eine ungewohnte Situation: „Über den bisherigen Saisonverlauf bin ich schon etwas überrascht“, sagt Thomas Köhrer, „für uns kann es daher eigentlich kein anderes Ziel geben als den Aufstieg.“ Die Bilanz des Turn- und Sportvereins Rüdern-Sulzgries-Krummenacker ist beeindruckend: Zwölf Siege, drei Remis, keine Niederlage – was ist das Erfolgsrezept? „Dass wir fast immer verletzungsfrei geblieben sind, war mit ein Grund für diesen optimalen Verlauf“, sagt Köhrer, der als schärfste Konkurrenten den SV Ebersbach und den SC Geislingen sieht.

Die Geislinger haben als erster Verfolger jedoch bereits acht Punkte Rückstand auf Esslingen, was angesichts der großen Ziele im Eybachtal logischerweise zu Frust führt: „Mit dem Verlauf der Vorrunde kann ich nicht zufrieden sein“, grantelt Trainer Heinrich Bruß, der noch vor der Runde als einziger Bezirksligacoach offen vom Aufstieg gesprochen hatte. Vor allem die beiden Niederlagen gegen die vermeintlich schwächeren Teams aus Adelberg (2:3) und Neuhausen (0:1) stoßen Bruß sauer auf. Darüber hinaus verlor der SCG auch gegen die unmittelbaren Aufstiegskonkurrenten Esslingen (2:4) und Ebersbach (1:3). Bange machen gilt in Geislingen deshalb jedoch nicht. „Unser Ziel bleibt weiterhin der Aufstieg in die Landesliga“, so Bruß.

Dieses Vorhaben hat auch der Drittplatzierte TSV Deizisau noch nicht aufgegeben. Die mit zahlreichen ehemaligen Spielern des VfL Kirchheim gespickte Mannschaft (Thorsten Schöllkopf, Cem Korkmaz, Fabio Morisco) scheiterte in der Vorsaison bekanntlich erst in der Relegation am Landesligaaufstieg, will diese Leistung heuer möglichst bestätigen. In der Vorbereitung kassierte der TSVD bislang jedoch zwei Testspielniederlagen gegen die Bezirksligisten TSV Schmieden (1:4) und Calcio Echterdingen (4:5).

In Schlagdistanz zum Relegationsplatz liegt auch der SV Ebersbach mit nur drei Zählern Rückstand – ein Umstand, der Begehrlichkeiten weckt: „Wir wollen zumindest noch Zweiter werden“, sagt Spielleiter Manfred Kümmerle, der einen Angriff auf Rang eins für wenig wahrscheinlich hält: „Wenn alles normal läuft, wird Esslingen in die Landesliga aufsteigen.“ Immerhin bekommen die Fils­täler, die nach dem Spitzenreiter das zweitstärkste Auswärtsteam der Liga stellen (16 Punkte aus sieben Spielen) schlagkräftige Verstärkung: Mit Kons­tantin Boschmann vom FC Heidenheim II verpflichtete der SVE einen landesligaerfahrenen Akteur.

Mit dem TSV Jesingen auf Rang fünf beginnt das Tabellenmittelfeld, das sich bis zum Neuntplatzierten VfB Oberesslingen erstreckt. Ab Rang zehn beginnen allmählich die ungemütlicheren Gefilde, zumal die endgültige Zahl der Absteiger noch nicht fest steht (siehe Infowinkel).