Lokalsport

Lippenbekenntnis und Revanchelust

In den nächsten drei Wochen wird alles entschieden: Morgen Abend um 19.30 Uhr starten die Kirchheimer Regionalliga-Basketballer in der Sporthalle Stadtmitte mit dem Spiel gegen die BSG Ludwigsburg II in eine Serie von drei Begegnungen gegen Spitzenteams.

KIRCHHEIM In den vergangenen zwei Wochen hat sich in der Regionalliga einiges ereignet. Der MTV Stuttgart hat sich mit dem 2,12-Meter-Riesen Chukwuma Neboh (Nigeria) aus Finnlands erster Liga wieder in den Kreis der Topfavoriten zurückgemeldet. Tabellenführer KGJ Schwenningen schoss mit einer Sperre für Center Oliver Narr (trat beim Nachholspiel in Mannheim dem Schiedsrichter in den Hintern) und Trainer Alen Velcic (Disqualifikation nach Schiedsrichter-Beleidigung) ein klassisches Eigentor. Der Zweite SSC Karlsruhe bangt nach den Verletzungen von Aufbauspieler Thorsten Kustos und Flügel Georg Vengert um die bereits sicher erscheinende Qualifikation für die Aufstiegsrunde.

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Und der VfL Kirchheim? Der nutzte die spielfreie Zeit seit dem Heimspiel gegen Tübingen vor zwei Wochen, um Kraft zu tanken und als Team noch enger zusammenzuwachsen. Ein gemeinsamer Ausflug zum Nachholspiel Tübingen gegen Stuttgart und der Geburtstag von Abteilungsleiter Stefan Schmauder halfen da sehr. Coach Theo Leftakis nach dem Mittwochstraining: "Stimmung und Form sind sehr gut. Ich bin mit dem Training sehr zufrieden." Das ist der Coach ja eher selten, doch der griechische Trainer-Guru hat erkannt, dass sich seine Spieler keineswegs aufgegeben haben und zu hundert Prozent bei der Sache sind.

Dazu kommt, dass Ross Jorgusen seine Treffsicherheit endgültig wieder gefunden zu haben scheint und überhaupt alle elf Spieler fit und gut drauf sind. Leftakis gibt für den Samstag sogar ein Versprechen ab: "Wir werden gut spielen."

Der Gegner BSG Ludwigsburg II ist die Sphinx der Liga: undurchschaubar. Siege gegen Schwenningen, Stuttgart und Karlsruhe, aber auch sieben Niederlagen, darunter eine in Tübingen, lassen keine endgültige Wertung über das Team von Bennie Tokmadzic zu. Der hat wie kein anderer mit Verletzungsproblemen seiner Akteure zu kämpfen und mit der Abstellung seiner Besten für die Bundesliga. Auch morgen werden wieder zwei fehlen: Aus dem Trio Kostas Karamatskos, David Rotim und Mirko Anastasov kann nur einer nach Kirchheim kommen. Zwei sitzen zeitgleich in der Rundsporthalle beim Bundesligaspiel der EnBW Ludwigsburg gegen die Artland Dragons aus Quakenbrück auf der Bank.

Dazu ist Center Sascha Kesselring (Bänderdehnung) wieder verletzt, so dass sich Tokmadzic nicht allzu viel ausrechnet: "Kirchheim ist immer ein schweres Pflaster mit seinen tollen Fans. Wir sind natürlich der Außenseiter." Nach dem Abschied aus der absoluten Spitzengruppe gehe es für seine Truppe vor allem darum, die Saison anständig zu Ende zu bringen und "jedes Spiel ordentlich zu spielen".

Kein Druck also beim Gast, ganz anders die Situation der Kirchheimer: Die müssen alle Spiele gewinnen, um die minimale Chance auf die ersehnte Aufstiegsrunde zu wahren. Dazu haben die Teckstädter noch eine Rechnung offen. Kai-Uwe Kranz sagt es so: "Seit unserem Turnier warte ich darauf, dass Ludwigsburg wieder nach Kirchheim kommt." Damals, im September, hatte die BSG den VfL beim eigenen Turnier mit 90:62 gedemütigt. Das haben die Spieler nicht vergessen und brennen auf Revanche. Beim 75:65-Hinspielsieg in Ludwigsburg gelang das einigermaßen, jetzt soll die Erinnerung zu noch mehr Motivation führen.

Mit einem überzeugenden Sieg wäre auch das Selbstvertrauen vor den beiden saisonentscheidenden Auftritten in Stuttgart (19. 2.) und Schwenningen (5. 3.) gestärkt. Vorbestellungen für die Fanbusse dorthin sind per E-Mail (ulrich@tangl.de) oder telefonisch (07021/41219) schon jetzt möglich.

mad