Lokalsport

Macht 2:1-Coup VfL-Kickern Beine?

Drei Punkte für die geschundenen Kirchheimer Kickerseelen: Der "Ditzinger" Überraschungscoup (2:1) vom vergangenen Samstag soll nun bei der diesjährigen VfL-Heimpremiere morgen ab 15 Uhr gegen den FV Ravensburg Kräfte freisetzen.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Schlimmer ging's nimmer vor der Winterpause: Nach fünf Niederlagen in Folge, teils durch Leichtsinn, aber auch durch fehlendes Können begünstigt, strebt der VfL Kirchheim in der fünfhöchsten Fußballklasse wieder nach Höherem. "Die gute Leistung von Ditzingen ist ab sofort Maßstab für den Rest der Saison", sagt Kirchheims sportlicher Leiter Norbert Krumm.

Soll heißen: Für die frisch verstärkte Kirchheimer Mannschaft soll der Sieg beim Titelanwärter TSF der Beginn einer erfolgreichen Phase sein, an deren Ende ein gesicherter Platz im Mittelfeld steht. Aktuell verharren die Kirchheimer noch auf dem (wahrscheinlichen) Abstiegsplatz 13. Der Druck auf das Team von Trainer Michael Rentschler ist nicht nur deshalb unvermindert groß. Erschwerend kommt hinzu, dass einige Mitstreiter im Kampf um den Ligaverbleib beleibe nicht daran denken, die Flinte ins Korn zu werfen. Bestes Beispiel: Der SV Fellbach. Bei der aufstiegsambitionierten TSG Balingen siegte der Neuling vor sechs Tagen 2:0, verweilt als Tabellenelfter damit nach wie vor auf einem Nichtabstiegsplatz zwei Punkte vor dem VfL. Selbst Schlusslicht FC Eislingen ließ am vergangenen Wochenende mit einem Remis in Ludwigsburg aufhorchen.

Die Lage bleibt also kritisch für das Team von Trainer Michael Rentschler. Nichtsdestotrotz könnte der Kirchheimer Erfolg tatsächlich eine Initialzündung bewirken. Denn: Frische und Stabilität ins Team bringen auch die Neuen. Torwart Patrick Gühring rechtfertigte beim Erfolg in Ditzingen seine Bevorzugung vor dem bisherigen Stammkeeper Norman Volber. Das im bisherigen Saisonverlauf eher zu kurz gekommene kreative Element im zentralen Mittelfeld erhält durch Rückkehrer Michael Heilemann deutliche, positive Impulse. Der frühere VfL-Jugendspieler bewies zudem in Ditzingen ebenso seine Torgefährlichkeit, wie Neuzugang Pavel Ferenz der Konkurrenzkampf im Angriff ist somit neu entfacht. Selbst Kirchheims Toptorjäger Cem Korkmaz kann sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen gegen den FV Ravensburg könnte er sich morgen erneut in der Jokerrolle wiederfinden, wie jüngst bei der Partie in Ditzingen. Rentschler steht jedenfalls mal wieder vor aufregenden Wochen an der Jesinger Allee. Die morgige Heimspielpremiere weckt jedoch Hoffnungen beim VfL-Anhang: Mit einem weiteren Sieg könnte sich die Lage weiter entspannen.

Regelrecht unspektakulär geht es dagegen momentan beim samstäglichen VfL-Gegner FV Ravensburg zu. Vergangene Woche waren die Oberschwaben spielfrei, tabellarisch (Fünfter) und auch punktemäßig (31) sieht es auch nicht nach einem nervenaufreibenden Saisonfinale beim FVR aus. Die Ravensburger haben im Übrigen auch gute Erinnerungen an die TSF Ditzingen mit einem 2:1-Heimerfolg verabschiedeten sich die Oberschwaben gegen den Ex-Regionalligisten in die Winterpause. Noch ein Blick zurück: In der Hinrunde markierte die Begegnung in Ravensburg einen ersten Tiefpunkt für den VfL in der wenig ruhmreichen zweiten Jahreshälfte 2005: Die Kirchheimer unterlagen Ende August im Ebra-Stadion 0:4.