Lokalsport

Mammut-Programm für Jesinger Kicker

Nach der überraschenden Heimniederlage des TSV Jesingen gegen Neckartailfingen wird die Meisterschaft der Fußball-Bezirksliga wohl in einem Vierkampf entschieden dessen Auftakt steigt bereits am Sonntag.

WALTER HALLER

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KIRCHHEIM Nachdem von den seit der Winterpause anberaumten vier Spieltagen witterungsbedingt zwei ausfielen, stehen allen Teams des Bezirks-Oberhauses harte englische Wochen bevor. So hat der TSV Jesingen einschließlich des Pokalspiels am Ostermontag beim ASV Eislingen II innerhalb von 15 Tagen fünf Spiele zu absolvieren. Nach der unerwarteten 1:3-Heimpleite gegen Neckartailfingen ist der Vorsprung auf einen Zähler geschrumpft. "Meine Spieler haben sich zu naiv angestellt, wissen, dass sie schlecht gespielt haben und müssen nun gegen Grötzingen Reaktionen zeigen", gibt Jesingens Coach Klaus Müller die Vorgabe. Gegen Gegner, die hinten drin stehen, tue man sich immer schwer, auch Grötzingen sei immer ein solcher gewesen. "Unser Saisonziel war Platz eins bis fünf, doch jetzt stehen wir vorne und da wollen wir auch bleiben", lässt der Trainer keinen Zweifel am Spielziel des Sonntags. Diese Woche habe man gut trainiert, er muss aber um den Einsatz der angeschlagenen Ilker Karlitepe und Alexander Grillo bangen, dafür kann Keeper Florent Karahoda eventuell wieder eingesetzt werden.

Auch Notzingens Trainer Stefan Haußmann muss einige Ausfälle verkraften, wenn es am Sonntag auf die Berghalbinsel zur SGEH geht. Top-Torjäger Patrick Brucker musste beim 4:2 gegen Wernau verletzt ausgewechselt werden und fällt wohl vier Wochen aus. Zudem ist der zweitbeste Torschütze Birant Sentürk angeschlagen. Haußmann konstatiert zwar, noch nie in kompletter Besetzung angetreten zu sein, doch sein ausgeglichener Spielerkader habe ihn noch nie zum Jammern verleitet.

Beim Tabellen-Vorletzten wolle man den guten Lauf fortsetzen, denn drei Punktspielsiege vor der Winterpause und zwei danach stehen zuletzt zu Buche. Viele Spieler des Eichert-Teams und der Älbler sind sich nicht unbekannt, die einstige Rivalität ist jedoch gewichen. Man hofft, spielen zu können, nachdem der Schnee, der seit November dort lag, abgeschmolzen ist.

SGEH-Trainer Erhard Reinhofer hofft auch, dass der Schwung anhält, mit dem seine Truppe mit dem 3:1 beim TKSV Geislingen drei wichtige Zähler einfuhr und damit der Hoffnung auf den Klassenerhalt neue Nahrung verlieh. Großen Anteil an dem Sieg hatte Antonio Portale mit zwei Toren, zudem gab er zum ersten Treffer von Friedl die Vorlage. Ein Fragezeichen setzt Erhard Reinhofer über den konditionellen Zustand seiner Truppe, nachdem lange Wochen nur auf Schneeboden trainiert werden konnte. Bei einem mit 4:1 beim TSV Köngen II gewonnenen Trainingsspiel habe man erstmals seit langem wieder auf einem Rasenplatz spielen können.

Ein Blick auf die Tabelle sehe die Notzinger als klare Favoriten, aber man wolle alles versuchen, nach der 3:5-Niederlage in der Vorrunde wenigstens einen Punkt dem Tabellenzweiten abzunehmen.

Während der TSuGV Großbettlingen seine Meisterschaftsambitionen beim TSV Boll beweisen muss, wird auch Göppingen beim Jesingen-Sieger Neckartailfingen Mühe haben, einen "Dreier" einzufahren.

Auch der Kampf gegen den Abstieg verspricht spannend zu werden. Bezeichnenderweise sind vor dem Schlussduo Zell (zehn Punkte) und SGEH (14) derzeit alle vier Aufsteiger platziert, wobei die Zeller nur noch hoffen können, wenn im Heimspiel gegen Grafenberg (16) gewonnen wird. Der FV Nürtingen könnte sich mit einem Sieg auf dem Wörth gegen den Tabellennachbarn SV 1845 Esslingen ins Mittelfeld absetzen. Seinen sicheren Platz dort will der TSV Wolfschlugen in Wernau verteidigen, doch sind die WSF keinesfalls als williger Punktlieferant einzuschätzen, was sie auch beim 2:4 am Vorsonntag in Notzingen unter Beweis stellten.