Lokalsport

Mannheim rüstet auf

Ein Ex-Profi mit Iran-Erfahrung für das Tor

Reges Treiben herrschte auf dem Oberligatransfermarkt in der Winterpause. Vor allem Kellerkind VfR Mannheim, der wie der VfL um den Klassenerhalt kämpft, hat kräftig aufgerüstet.

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Peter Eidemüller

Mannheim. Sieben auf einen Streich: Beim Verein für Rasenspiele in Mannheim stemmt man sich mit aller Kraft gegen den drohenden Abstieg. Prominentester Neuzugang beim Deutschen Meister von 1949 ist Torwart Ronny Kockel. Der 33-Jährige gehörte in der Saison 2004/05 unter Trainer Uwe Rapolder zum Bundesligakader von Arminia Bielefeld. Für deren „Zweite“ (04/05) und die Stuttgarter Kickers (01/02) bestritt Kockel insgesamt 44 Regionalligaspiele, ehe er im vergangenen Jahr als erster deutscher Profi überhaupt in den Iran zum FC Teheran wechselte. Nachdem ein dort inzwischen verabschiedetes Gesetz den Einsatz ausländischer Keeper verbietet, schloss sich Kockel nun dem VfR an. Seine Fähigkeiten können die Mannheimer gut gebrauchen: Mit 43 Gegentreffern stellen die Quadratstädter die zweitschlechteste Oberligaabwehr nach dem Offenburger FV (48).

Auch bei der Spvgg Au haben die Verantwortlichen reagiert. Nachdem die Bayern die neben dem VfL Kirchheim schlechteste Offensivabteilung der Liga haben (nur 15 Treffer in 17 Spielen), wurde in der Winterpause Stürmer Bastian Heidecker verpflichtet. Der 25-Jährige kehrte nach halbjährigem Gastspiel zurück von Regionalligist FC Heidenheim, wo er es auf nur fünf Einsätze gebracht hatte. Immerhin: Heidecker durfte im August beim Erstrundenmatch der Heidenheimer im DFB-Pokal gegen Bundesligist VfL Wolfsburg für knapp eine halbe Stunde mitmischen.

Einen prominenten Neuzugang kann auch Ligaprimus SG Sonnenhof Großaspach vermelden: Mit Matthias Franz kehrt eines der größten Talente des Vereins zurück in den Fautenhau. Der 23-Jährige hatte die SG vor zweieinhalb Jahren verlassen, um im bezahlten Fußball sein Glück zu versuchen. Bei der zweiten Mannschaft des Hamburger SV brachte es der Außenverteidiger auf insgesamt 47 Einsätze (1 Tor), ehe er zum letztjährigen Saisonstart zu Zweitligist TuS Koblenz wechselte. Dort kam Franz, dessen Marktwert auf immerhin 150 000 Euro taxiert wird, aufgrund von Achillesfersenproblemen allerdings zu keinem einzigen Einsatz. Im Vordergrund seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte dürfte daher erst einmal das Sammeln von Spielpraxis stehen.