Lokalsport

Manuel bleibt Pechvogel Nummer eins

Platz zwölf für Lado Fumic und Platz 17 für Stefan Sahm, das war die Ausbeute der deutschen Profi-Biker beim Weltcup in Kanada. Manuel Fumic schied zum wiederholten Mal mit Defekt aus.

EDGAR VELOCI

Anzeige

MONT SAINTE ANNE "Nimm den Wasserbecher und kipp ihn über den Helm." Manuel Fumic stand am Streckenrand und gab seinem Bruder Lado Anweisungen. Der griff den Becher, schüttete den Inhalt über seinen Kopf und verschwand in einem der zahlreichen Single-Trails. "Ich kann nicht viel erzählen", sagte Manuel Fumic, "das Rennen ging ja nur gut zwei Runden". Und: "So langsam drehe ich durch." Den 23-Jährigen hatte zum wiederholten Male in dieser Saison ein Defekt aus der Bahn geworfen. In diesem Fall einer, der alle paar Jahre mal passiert. Ein harmloser Sturz, wie er vielen Fahrern auf dem technisch sehr anspruchsvollen Kurs unterlief, hatte fatale Folgen. Der Bremshebel brach ab und zwar so, dass er überhaupt nicht mehr zu benutzen war.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Manuel Fumic gerade begonnen, sich von Platz 18 wieder nach vorne zu arbeiten. "Mich so weit zurückfallen zu lassen, war nicht geplant. Ich wollte eigentlich mit Lado fahren", sagte der jüngere Bruder. Als ich wusste, es lief nicht, bin ich losgefahren." Weit kam Manuel Fumic nicht. Sein Bruder indes trat nach der gewohnt guten Startphase den Rückzug an. "Ich war völlig überhitzt, hatte Probleme mit dem Kreislauf und bin völlig eingebrochen", erklärte Lado Fumic, warum er bis auf Rang 30 zurückfiel. Erst als ihm sein gerade ausgeschiedener Bruder eine Wasserflasche über den Kopf kippte, ging es wieder besser.

Bei großer Hitze und noch größerer Luftfeuchtigkeit hatten etliche Fahrer das gleiche Problem. Lado Fumic schob sich danach immerhin noch auf den zwölften Platz nach vorne. Am Ende standen 9,06 Minuten Rückstand auf den Schweizer Christoph Sauser zu Buche. Stefan Sahm (Bissingen) erwischte nach einer verpatzten Startrunde trotzdem noch einen glänzenden Beginn. Als 13. kam er aus der ersten 5,4-Kilometer-Schleife. Er lag noch in einer Gruppe mit Lado (9.) und Manuel Fumic (10.). "Es lief gut, ich habe mich super gefühlt", schilderte Sahm den Verlauf des Rennens. Bei ihm war es nicht die Hitze, sondern ein Kettenklemmer, der ihn zurückwarf. Er musste vom Rad, bastelte eine halbe Minute lang an seiner Kette und musste dabei viele Fahrer passieren lassen. Danach war der Rhythmus weg. Sahm fiel auf Rang 26 zurück und schien nicht mehr vorwärts zu kommen. Erst als der Schweizer Ralph Näf an ihm vorbeifuhr, gelang es ihm noch einmal, sich zu motivieren. "Plötzlich gingen die Beine wieder auf," beschreibt er die entscheidende Wende. Er kämpfte sich mit den Rundenzeiten elf und zwölf auf den letzten beiden Schleifen noch auf Rang 17 (9,49 hinter Sauser), neun Sekunden hinter seinem Ex-Teamkollegen Peter Riis Andersen (Dänemark) und zum zweitbesten Weltcup-Resultat seiner Karriere.

Das wollte er allerdings nicht überbewerten. "Es waren doch einige Europäer nicht am Start. Deshalb relativiert sich das etwas", gab sich der Bissinger zurückhaltend.

In der Weltcup-Gesamtwertung ist Lado Fumic nach wie vor Achter, Manuel Fumic fiel auf Rang 20 zurück, Sahm ist jetzt 45. Bei den Damen holte Sabine Spitz als Dritte hinter Marie-Helene Premont (Kanada) und Gunn-Rita Dahle (Norwegen) das beste Resultat für die deutschen Bikerinnen. Ivonne Kraft wurde Zehnte.