Lokalsport

Manuel Fumic gestürzt: Pyrrhus-Sieg für Lado

Kurios-tragisches Ende der deutschen Marathon-Meisterschaften der Mountainbiker: Zwar holte sich Lado Fumic den Titel, doch dieser war teuer erkauft: Sein Bruder Manuel stürzte und brach sich das Schlüsselbein weil er bei Lado einfädelte.

EDGAR VELOCI

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MÜNSINGEN Manuel Fumic setzte unter seine persönliche Saisongeschichte einen mehr als unerfreulichen Schlusspunkt. Der 23-Jährige fuhr ein starkes Rennen und wurde nicht dafür belohnt. Dafür aber nach etwa 95 Kilometern umso härter für eine kleine Unaufmerksamkeit bestraft. Durch seine Tempoverschärfung hatte sich auf der letzten von drei 38-Kilometer-Runden eine dreiköpfige Spitzengruppe gebildet. Lado Fumic legte eine Schippe drauf, als er sah, dass nur der Österreicher Martin Kraler folgen konnte.

Auf einer schnellen Wiesenabfahrt drehte sich Manuel Fumic an zweiter Position liegend nach hinten, um den Abstand zu den Verfolgern zu sehen. In diesem Moment veränderte Lado Fumic vor ihm leicht die Spur, so dass sein Bruder mit dem Vorderrad sein Schaltwerk touchierte. Für Manuel Fumic endete das mit einem kapitalen Sturz. Im Krankenhaus wurde ein Schlüsselbeinbruch links diagnostiziert. Lado Fumic hatte gestoppt und gewartet, bis sein Bruder versorgt war. Dann setzte er mit Wut im Bauch das Rennen fort. "Ich war so sauer darüber, dass mich der Ehrgeiz packte. Ich wollte die Familienehre retten", sagte Lado Fumic nach 3:48:48 Stunden im Ziel.

Nach wenigen Kilometern hatte er sowohl Wolfram Kurschat (Deidesheim) und Moritz Milatz (Freiburg) als auch Martin Kraler eingeholt. "Er ist gleich an mir vorbei gefahren, ich hatte keine Chance", bekannte Kraler. So holte sich Lado Fumic seinen ersten Marathon-Titel, den er eigentlich seinem Bruder gegönnt hätte. Auf den letzten 300 Metern ließ er sich vom Münsinger Publikum ausgiebig feiern. "Das Trikot gehört meinem Bruder", rief er über das Mikrofon den Zuschauern zu und bekam dafür viel Applaus. Eine Minute hinter ihm fuhr Martin Kraler auf Platz zwei. Wolfram Kurschat (Deidesheim) sicherte sich durch Rang drei die DM-Silbermedaille vor U23-Meister Benjamin Rudiger.

Stefan Sahm (Giant Racing) belegte Platz neun. Eine Position, die ihn nicht besonders berührte. "Ich habe es versucht und es hat eben nicht geklappt", meinte er schulterzuckend. Mitte der zweiten Runde hatte er attackiert, nachdem gerade eben ein Angriff von Kurschat aus einer elfköpfigen Spitzengruppe heraus, wieder geschluckt wurde. "Ich dachte, jetzt versuchst du es einfach mal", sagte Sahm. Der Bissinger kam tatsächlich von der Gruppe weg, aber es wollte ihm keiner folgen. Solo an der Spitze hatte er keine Chance, seine Attacke wurde wieder neutralisiert. Das dürfte ihn die Körner gekostet haben, die fehlten, als es in der dritten Runde zu der oben beschriebenen Tempoverschärfung kam. So blieb Rang neun mit 6:55 Minuten Rückstand.

Marc Gölz (GRT) konnte sich eine Runde lang in der Spitzengruppe behaupten. In der zweiten Schleife begannen ihn leichte Krämpfe zu plagen, die immer mehr wurden. "In der letzten Runde konnte ich nur noch ganz vorsichtig treten", gab der Weilheimer im Ziel zu Protokoll. Rang 19 mit 16:54 Minuten Differenz auf Lado Fumic eine Platzierung, mit der Gölz sicher nicht zufrieden sein konnte. Er musste in der Schlussphase eine ganze Gruppe an Fahrern vorbei lassen. Darunter war auch der alte Haudegen Siggi Tröndle (Giant-Goldway). Der belegte in 4:03:29 Stunden einen starken 15. Platz. Sein Teamkamerad vom MTB-Club Teck, Alexander Speisekorn (Giant-Goldway) hatte sich auf der Mitteldistanz (keine DM) über 76 Kilometer den dritten Platz erobert. "Ich bin echt froh, dass es mit einem Podestplatz geklappt hat", strahlte Speisekorn. In 2:45:56 Stunden lag er 7:19 Minuten hinter Simon Scherzinger (Simonswald) aber nur 16 Sekunden hinter Rumen Voigt (Schwarzenberg).

Den Damen-Marathon-Titel holte sich wie schon im vergangenen Jahr Sabine Spitz (Murg- Niederhof) mit 30 Sekunden Vorsprung auf Nina Göhl. Dritte wurde die Finnin Pia Sundstedt vor Adelheid Morath (Freiburg), die damit die DM- Bronzemedaille gewann.