Lokalsport

Manuel Fumic lässt seinen Bruder hinter sich

Manuel Fumic auf dem Vormarsch: Mit Rang sechs gelang ihm bei der Weltmeisterschaft im italienischen Livigno nicht nur ein persönlicher Coup, sondern auch ein dicker Punktgewinn im internen Familienduell: Bruder Lado finishte nur als Zwölfter.

EDGAR VELOCI

Anzeige

LIVIGNO Ein wenig hat es Manuel Fumic schon geärgert, dass er sich von Bike-Legende Thomas Frischknecht hat abzocken lassen. Fumic II lachte: "Der alte Fuchs hat mich heute ausgetrickst. Und zwar gleich zweimal." Aber das war das Ende der Geschichte des WM-Rennens. . .

"Am Anfang ging es ein bisschen schwer, aber sonst war es perfekt. Die Taktik ist aufgegangen", meinte Manuel Fumic im Ziel. Gemessen an seinem Ziel, in die Top-Ten zu fahren, hielt er sich sehr lange in Regionen um Platz 20 auf. Nach der Hälfte der 43 Kilometer begann Manuel Fumic, sich wohl zu fühlen und er drehte am Gashahn. Als es auf die letzten 12 Kilometer ging, hatte er sich bereits auf Rang elf vorgearbeitet. Und er hatte noch mehr zu bieten. Als die Zeit 4,5 Kilometer vor dem Ziel gestoppt wurde, lag er bereits auf Position acht. Rund zwei Kilometer später war er am fünftplatzierten Thomas Frischknecht dran.

Hier duellierte sich dann Routine mit jugendlicher Euphorie. Frischknecht bremste in einer Wurzelpassage einmal kurz und scharf ab, sodass der 23-Jährige vom Rad musste. Die Lücke konnte er zwar wieder schließen, doch im Zielsprint stellte der Marathon-Weltmeister die Ellbogen raus und schnappte sich Rang fünf. "Dass man nicht gegen "Frischi" sprinten sollte, dürfte sich inzwischen rumgesprochen haben", meinte der 35-Jährige im Ziel trocken.

Manuel Fumic konnte es verkraften. Nach der Hälfte des Rennens hätte kaum jemand für möglich gehalten, dass er noch in einen Zweikampf um Rang fünf kommen würde. "Das ist das Ergebnis, auf das ich die ganze Saison gewartet habe." Es war eine Bestätigung dessen, was er seit Monaten wiederholt hatte. "Die Form stimmt," hatte er immer wieder für sich in Anspruch genommen, obwohl die Resultate das nicht hergaben.

4:17 Minuten Rückstand auf den alten und neuen Weltmeister Julien Absalon und Rang sechs sind ein absolutes Top-Ergebnis für den U23-Weltmeister des vergangenen Jahres.

Das entsprechende Resultat kann Lado Fumic auch nach der Weltmeisterschaft nicht vorweisen. Der 29-Jährige wurde Zwölfter mit 6:19 Minuten Differenz. Sein Problem lag hauptsächlich in der Startphase. Im Gedränge kam er nicht zurecht. Nach 4,5 Kilometern lag er nur auf Rang 28 und hatte bereits 1:30 Minuten Rückstand auf die Spitze. "Das hat mich richtig deprimiert." Das größte Problem war, dass der deutsche Meister Schwierigkeiten hatte, Fahrer zu überholen. Und auf den langen Flachpassagen war es kaum möglich, von einer Gruppe zur anderen zu kommen.

"Es war ein Stop and Go. Immer wieder musste ich absteigen. Erst als ich freie Fahrt hatte und mein Tempo fahren konnte, ging es besser", erzählte er von den Problemen in den Singletrails. Dass er noch auf den zwölften Platz fahren konnte, mochte ihn zwar nicht zufrieden stellen, spricht aber für seine Aussage, dass die Vorbereitung auf die WM okay war. Auch die kurzfristige Anreise nach Livigno. "Die Höhe ist immer ein Problem", meinte Lado Fumic, "aber für uns war es das Beste."

Ob die Vorbereitung mit einem längeren Aufenthalt in der Höhe für Stefan Sahm optimal war, blieb derweil Spekulation: Dem Bissinger erging es bei der WM gar nicht gut. "Die Enttäuschung ist groß", meinte er nach seinem 31. Platz.

Probleme hatte auch Julien Absalon. Aber der Franzose ließ sich weder von einem Defekt noch von einem kleinen unabsichtlichen Bad im Fluss abschrecken und gewann seinen zweiten WM-Titel mit 18 Sekunden Vorsprung auf Christoph Sauser (Schweiz) und 54 Sekunden vor Jose Hermida (Spanien). Bei den Damen gewann wie erwartet Gunn-Rita Dahle (Norwegen) vor der Polin Maja Wloszczowska und der überraschenden Schweizerin Petra Henzi. Sabine Spitz wurde als beste Deutsche Fünfte.