Lokalsport

Manuel Fumic mit Glanzstart am Kap

Mountainbike: Kirchheimer überrascht mit Platz drei beim Weltcup-Auftakt in Südafrika

Manuel Fumic hat beim Weltcup-Auftakt im südafrikanischen Pietermaritzburg als Dritter einen Glanzstart in die Olympische Saison hingelegt. Der Kirchheimer fuhr hinter dem Schweizer Nino Schurter und dem Südafrikaner Burry Stander aufs Podium. Christian Pfäffle vom MTB Teck überzeugte bei seinem U23-Weltcup-Debüt mit Platz 19.

9, Fumic, Manuel, Cannondale Factory Team, , GER
9, Fumic, Manuel, Cannondale Factory Team, , GER

Pietermaritzburg. So gut ist Manuel Fumic noch nie in die Saison gestartet. Einen Podestplatz in dieser Saison hatte er für 2012 als Ziel ausgegeben. Dass es damit schon im ersten Rennen klappen würde, damit hatte niemand gerechnet. Der Kirchheimer spielte im Cascade Mountainbike-Park keine Statistenrolle, sondern gehörte zu den Hauptakteuren. Und im Gegensatz zu manch anderem Rennen, blieb er das auch bis zum Schluss.

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Es war Vize-Weltmeister Nino Schurter, der von Anfang an dem Rennen seinen Stempel aufdrückte. Der Schweizer übernahm sofort die Führung, setzte ein hohes Tempo, das seinen letztjährigen Hauptwidersacher Jaroslav Kulhavy (Tschechien) gleich mächtig unter Druck setzte. Kulhavy versuchte, mitzugehen, doch der Weltmeister war an diesem Tag nicht in der Lage, Paroli zu bieten. Er gab die zweite Position an den Südafrikaner Burry Stander ab, dahinter lauerten José Hermida (Spanien) und Fumics Cannondale-Teamkollege Marco Fontana (Italien). In der ersten von sechs Runden gab es noch keine nennenswerten Abstände. Am Ende der knapp fünf Kilometer langen Schleife hatten Schurter, Ständer, Fumic, Kulhavy, Fontana und Hermida einen Vorsprung von 15 Sekunden auf die Verfolger herausgefahren.

Dann war es wieder Schurter, der Druck machte. Stander folgte, und Hermida musste eine kleine Lücke lassen. Manuel Fumic fuhr am Spanier vorbei und schloss zum Spitzenduo auf. Als Trio hatten sie zuerst nur einen Vorsprung von zehn Sekunden auf Hermida, doch dann erlebte der Spanier einen Einbruch und der Abstand wuchs auf über 20 Sekunden an. Die Drei wechselten sich in der Führungsarbeit ab, und auch Olympiasieger Julien Absalon (Frankreich), der schlecht gestartet war, kam nicht näher heran.

In der vierten Runde verlor Manuel Fumic dann den Kontakt zu Stander und Schurter. „Es war eine kurze Phase, in der ich mal verschnaufen musste. Da haben die angezogen und ein Loch gerissen“, sagte Fumic. Eine Runde lang war er in der Verfolgerrolle, mit zehn Sekunden Rückstand aber noch in Schlagdistanz. Dann machte das Duo an der Spitze noch einmal ernst: Schurter erhöhte in der vorletzten Runde die Schlagzahl und flog regelrecht durch den „Rock Garden“, eine Felsensektion, die sehr schwierig zu fahren ist. Der Schweizer nahm Stander weitere Sekunden ab und zog durch, genauso wie er schon 2011 das Rennen in Pietermaritzburg gegen Absalon gewonnen hatte. Manuel Fumic ging auf Nummer sicher: „Ich habe dann irgendwann nichts mehr riskiert und versucht Platz drei abzusichern.“ Das gelang ihm auch, denn der Abstand zum Franzosen verdoppelte sich am Ende auf 42 Sekunden.

Manuel Fumic strahlte im Ziel: „Das ist ein gelungener Einstand in die Saison. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich hier unter die Top drei fahren kann.“ Ein wenig schwang auch Erleichterung mit. Das in Eigenregie umgestellte Training hat sich scheinbar bewährt. „Das ist der Beweis, dass ich über den Winter gut gearbeitet habe“, meinte er. Erst einmal – 2010 in Houffalize – hat er als Zweiter eine bessere Platzierung im Weltcup erreicht. Dort ist in vier Wochen nun die nächste Weltcup-Station. Endgültig sicher ist damit auch die Nominierung für seine dritten Olympischen Spiele. Der Deutsche Meister Moritz Milatz (Freiburg) wurde mit 3:59 Minuten Rückstand Elfter.

Eine bemerkenswerte Leistung lieferte auch Christian Pfäffle (Rothaus Poison-Bikes) am Samstagmorgen ab: Der Biker vom MTB Teck erlebte in seinem ersten U23-Weltcup-Rennen einen schlechten Start. Im 50-köpfigen Fahrerfeld kam er aus einer hinteren Position nirgends vorbei, musste sogar den Bremshebel ziehen, um nicht zu stürzen und war nach 300 Metern Letzter. Sein Slalomlauf durch die Konkurrenz führte ihn nach Runde eins auf Platz 34. Dann hatte er freie Fahrt und nach weiteren fünf Kilometern sah man ihn schon auf Platz 23. Mit konstanter Leistung erreichte er in der letzten Runde noch Platz 19 und feierte damit eine hervorragende Feuertaufe. Der 18-Jährige Neuffener war mit 5:25 Minuten Rückstand am Ende drittbester Deutscher, zwölf Sekunden hinter Martin Gluth (Helmbrechts), der 18. wurde.