Lokalsport

"Manuel ist das größte Cross-Country-Talent"

ATHEN Brückner, seit fünf Jah

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(O:27070409.JP_ren im Amt, lobte Manuel Fumic als das "größte Talent" im nationalen Cross-Country-Sport.
Herr Brückner, welchen Eindruck machen die deutschen Mountainbiker, wenige Tage vor den olympischen Rennen, auf Sie?
Brückner: "Ein wenig Unsicherheit ist zu spüren, weil sie im internationalen Vergleich nicht genau wissen, wo sie stehen. Ich denke aber, das geht anderen genauso. Andererseits sind sie auch nicht nervös, sie merken, dass die Form da ist, dass etwas geht. Diese Ruhe macht mich zuversichtlich."
In ihrem Verhalten sind die Sportler doch sicher sehr unterschiedlich. Brückner: "Ja klar. Lado und Manuel Fumic muss ich anders behandeln als einen Carsten Bresser. Den beiden Brüdern muss ich die Leine locker lassen, sonst fühlen sie sich nicht wohl."
Sie leben mit den Sportlern im Olympischen Dorf. Welchen Einfluss hat die spezielle Atmosphäre dort?
Brückner: "Sie ist grundsätzlich inspirierend. Aber wir haben das Problem, dass viele Sportarten ihre Finals bereits hatten. Nachts ist ein bisschen Radau, die anderen Sportler verbreiten Lockerheit. Ich muss schauen, dass das nicht auf unsere Leute überschwappt und sie die notwendige Spannung und Konzentration vor dem Wettkampf behalten."
Sie sind seit 1999 Bundestrainer. Wie hat sich der deutsche Cross-Country-Sport aus Ihrer Sicht in diesen fünf Jahren entwickelt?
Brückner: "Wir haben Anschluss an die Weltspitze gefunden, das beweisen die internationalen Medaillen, die wir durch Sabine Spitz, Lado und Manuel Fumic gewonnen haben. Das war unser Ziel und auch die Forderung des Verbandes."
Wie sehen Sie Lado Fumics sportliche Entwicklung seit der letzten Olympiade?
Brückner: "Wenn man sich Lado vor zehn Jahren, vor fünf Jahren und heute anschaut, dann muss man festhalten, er hat sich körperlich und taktisch kontinuierlich weiterentwickelt. Ob die Entwicklung abgeschlossen ist, ob er seinen Zenit jetzt erreicht hat, das kann man nicht sagen. Aber er hat auf jeden Fall die Zeit genutzt, um seine Leistungen konstant zu machen. Sabine Spitz ist ein Musterbeispiel für diesen Prozess, aber auch Lado hat ihn vollzogen."
Wie schätzen Sie Manuel Fumic ein?
Brückner: "Manuel ist sicher das größte Talent, das wir im Cross-Country-Sport haben. Er hat sich großartig entwickelt. Dass er bisher so locker mit den Dingen umgeht, hat Vor- und Nachteile."
In zwei Tagen erleben wir das wichtigste Rennen seit vier Jahren. Von Zielen mal ganz abgesehen, welche taktischen Möglichkeiten wird es geben?
Brückner: "Keine. Jeder wird auf diesem Kurs sein eigenes Rennen fahren. Ich wüsste nicht, wie wir taktisch vorgehen sollten. Wenn ein Gegner nur zehn Sekunden vor dir fährt, ist er nicht mehr zu sehen."
Wir danken für das Gespräch.