Lokalsport

Mehr Betreuer als Auswechselspieler

Landesliga: VfL Kirchheim läuft das Glück nicht gerade hinterher – Weilheimer bauen derweil ihre Superserie aus

Der VfL-Trainer war nach dem Abpfiff der gestrigen Landesliga-Partie in Dorfmerkingen etwas sauer – nicht auf seine Spieler, sondern auf das Gebaren der heimischen Spieler und Anhänger nach dem 4:1-Sieg über die Kirchheimer.

Kirchheim. Wilde Freudentänze absolvierten die SFD-Kicker auf dem engen Fußballplatz an der Felsenstraße, nachdem sie das ab der 47. Minute um einen Akteur dezimierte Team von Trainer Erol Sarikoc besiegt hatten. „Der Jubel war völlig übertrieben“, monierte der Kirchheimer, „die wissen doch, dass wir gerade als Verein große Probleme haben“. Zum einen war Kirchheims Akteur Max Köber wegen wiederholtem Foulspiels in der 47. Minute beim Stande von 1:0 für den VfL mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen worden, zum anderen hatte Sarikoc kaum personelle Alternativen. „In Dorf­merkingen gibt es auf der Bank mehr Betreuer als wir Ersatzspieler dabei hatten“, sagte der VfL-Trainer, „einer ist für die Bälle zuständig, einer für Getränke, einer für die Auswechselspieler und so weiter.“

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Vom Glück verlassen waren die Kirchheimer nicht nur bei der Gelb-Roten Karte für Köber (Sarikoc: „Mit etwas Fingerspitzengefühl hätte es Schiedsrichter Stefan Kohler bei einer Ermahnung belassen können“), zudem verletzte sich VfL-Defensivakteur Sören Mende Mitte der zweiten Halbzeit. Mit einem geschwollenen Knöchel verließ er nach dem Schlusspfiff das SFD-Sportgelände. Der Einsatz im Derby gegen den FC Heiningen ist fraglich. Die Kirchheimer waren im Übrigen ohne Stammkeeper Manuel Doll (laut VfL beruflich verhindert) und Stürmer Fatih Özkahraman angetreten. Letzterem ist von Trainer Sarikoc eine Pause verordnet worden. „Er ist mit seiner aktuellen Situation nicht zufrieden“, sagt der Trainer.

Beim Lokalrivalen TSV Weilheim läuft es dagegen nach wie vor wie geschmiert. Durch das verdiente 2:0 über den FC Germania Bargau hält der massive Aufwärtstrend an. Die beeindruckende Bilanz: 19:1 Tore und 16 von 18 möglichen Punkten aus den vergangenen sechs Partien. Durch den Erfolg gegen Bargau blieb die Mannschaft von Trainer Alexander Hübbe zum vierten Mal in Folge auf heimischen Gelände ohne Gegentor. Und noch etwas Bemerkenswertes: Trainer Hübbe schickte zum sechsten Mal in Folge dieselbe Anfangsformation auf den Platz.

„Die drei Niederlagen in der Anfangsphase der Saison waren wohl regelrechte Wachmacher“, resümiert Weilheims Sportlicher Leiter ­Günther Friess. Allerdings war das gestrige Match trotz des frühen 1:0 durch Daniel Heisig laut Friess eher eine „zähe Angelegenheit“. Hauptgrund: Die Bargauer standen tief und riskierten erst in der Schlussphase mehr. Nur noch fünf Punkte Rückstand auf den Tabellenführer haben die Weilheimer (Bächle-Foto: die Einwechselspieler), die nun endgültig in der Vorrunde auf die verletzten Hannes Ihring und Michael Zimmermann verzichten müssen.

Just an der Ligaspitze sorgte der TSV Essingen mit seinem 5:0 in Geislingen für den Knaller des Spieltages. Der Sportclub musste dadurch Tabellenplatz eins räumen. Neuer Spitzenreiter sind die SF Dorf­merkingen, hinter den Geislingern rücken bereits die Essinger heran. 30 Tore hat der TSVE ­bislang markiert – überragender Landesligabestwert. Des Weiteren toppt Angreifer Stanislaus Bergheim im Moment in Sachen Torgefährlichkeit alles. 14 Treffer hat der Moldawier erzielt, davon vier alleine gestern in Geislingen. „Seine individuelle Klasse hilft uns natürlich enorm weiter“, betont Essingens Spielleiter Joachim Kiep, „wir wollen uns jetzt natürlich vorne festsetzen“.

Das hat allerdings auch der FC Heiningen vor, kommenden Freitag Gegner des VfL Kirchheim an der Jesinger Allee. Die Mannschaft von Trainer Tobias Flitsch holt nicht nur Punkt um Punkt, sondern räumt auch mit einem Vorurteil auf. „Wir können auch auf natürlichem Rasen guten Fußball spielen“, unterstreicht FCH-Spielleiter Timo Rees, „das haben wir beispielsweise kürzlich beim 5:0 in Köngen bewiesen“. Gestern zeigten die Heininger jedoch einmal mehr ihre Qualitäten auf dem heimischen Kunstrasengeläuf. Beim 6:0 gegen den Tabellenletzten TSG Schnaitheim hatten die Heininger laut Spielleiter Rees „gefühlte 80 Prozent Ballbesitz“.

Aufsteiger TSV Köngen ist derweil der Sprung ins vordere Tabellendrittel nicht geglückt. Das Team von Trainer Harald Mangold unterlag in einem dramatischen Match dem SV Ebersbach vor 250 Zuschauern in der Fuchsgrube 3:4. Matchwinner bei den Filstalern war Kapitän Tarik ­Serour mit drei Toren.