Lokalsport

Meisterschaft, Aufstieg und grenzenloser Jubel

Der VfL Kirchheim ist nach 16 Jahren Abstinenz wieder in der Landesliga angekommen. In einem Handball-Krimi holte sich der VfL den noch benötigten Punkt mit einem 26:26 (13:15)-Unentschieden beim TSV Neuhausen II.

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Neuhausen. Beim VfL war über die ganze Partie hinweg eine gewisse Nervosität zu spüren. Ungewohnt viele technische Fehler und eine schlechte Wurfausbeute zogen sich wie ein roter Faden durch das Spiel der Teckstädter. Bis zum 8:8 in der 15. Minute konnte der VfL seine Fehler noch ausgleichen. Danach waren die Gastgeber permanent in Führung. Näher als auf einen Treffer beim 16:17 (40.) kamen die Teckstädter nicht heran.

So waren die Teckstädter nach 55 Spielminuten immer noch mit 23:26 im Hintertreffen. Was dann folgte, hatten nur noch die allergrößten Optimisten für möglich gehalten. Zuerst erzielte Marcel Metzger mit seinem neunten Treffer das 24:26. Die VfL-Abwehr machte jetzt das gut, was sie zuvor verschlafen hatte. Es wurde jetzt konsequent verteidigt, und die Schiedsrichter waren gezwungen, den Gastgebern passives Spiel anzuzeigen beziehungsweise zu pfeifen. Im Gegenzug war Mathias Bauer ebenfalls mit einem Rückraum-Kracher, direkt in den Winkel, zum 25:26 erfolgreich. Wieder ließ sich der TSV zu viel Zeit, gegen die VfL-Abwehr den Zug zum Tor erkennen zu lassen. Ein gezwungenermaßen überhasteter Wurf des TSV brachte den VfL in Ballbesitz. Roman Keller aus der Mitte erzielte den viel umjubelten Ausgleich. Die gut 120 mitgereisten VfL-Fans standen Kopf.

Doch die Uhr zeigte immer noch eine knappe Minute Spielzeit an, in der es dann erst richtig spannend wurde. TSV-Akteur Castello, den die Teckstädter bis auf die Anfangsphase mit einer halboffensiven Abwehrvariante ganz gut in den Griff bekamen, wurde von der VfL-Abwehr, nach Meinung der Unparteiischen, unfair gestoppt. Die Folge war eine Zeitstrafe. Diese Meinung teilte die Bank des VfL überhaupt nicht und kassierte ebenfalls zwei Strafminuten. Gleichzeitig nahm TSV-Coach Alexander Adam das Time-out. Der VfL versuchte jetzt zu viert, mit allen Mitteln sich über die Zeit zu retten, unterbrach bei jeder Möglichkeit die Neuhausener Angriffsbemühungen. Wieder war Zeitspiel angezeigt. Nach dem gefühlten zehnten Freiwurf für den TSV wurde der VfL noch weiter dezimiert. Angeblich hatte Roman Keller den Ball nicht an Ort und Stelle liegen lassen. Da waren es zehn Sekunden vor Spielende nur noch drei VfL-Spieler, die das Unentschieden verteidigen mussten. Der TSV spielte die Überzahl nun gekonnt aus, spielte Alexander Götz auf der linken Außenposition frei. Der, bis dato treffsichere Götz, scheiterte aber an VfL-Keeper David Pisch. Manuel Weber sicherte sich den Abpraller und marschierte Richtung Ecke, bis die letzten, viel umjubelten Sekunden bei Spielern und Fans endlich verstrichen waren.

Einen Augenblick später fanden sich alle VfL-Spieler auf David Pisch wieder und ließen ihrer Freude freien Lauf. Jetzt kann der VfL nächste Woche gegen Denkendorf mehr als nur befreit aufspielen. Geschenkt werden soll den Gästen am Samstag aber auf jeden Fall nichts. mp

VfL Kirchheim: Hamann, Pisch, O. Latzel – M. Mikolaj (5/1), S. Latzel (2), Schafhitzel (2), Keller (4/2), Richter, Weber (1), Metzger (9), Bauer (2), J. Mikolaj, Pradler, Schulenburg (1), Müller (n.e.)