Lokalsport

Mettang und Tunjic als Torfabrik

Achtelfinale: Beide Jesinger Teams setzten sich überraschend durch – Insgesamt drei Elfmeterschießen – Catania scheitert

Überraschend frühes Aus für Bezirksligist AC Catania: Die italienischen Kirchheimer scheiterten im Achtefinale am TSV Jesingen nach Elfmeterschießen. Der Showdown vom Strafstoßpunkt musste übrigens noch zwei weitere Male für den Einzug ins Viertelfinale bemüht werden. Bemerkenswert die Treffsicherheit von Mario Mettang (TSV Weilheim) und Antonio Tunjic (VfL II): Beide erzielten zusammen neun Tore.

Kirchheim Stadion, Teckboten Pokal, TB-Pokal 2011TSV weilheim (schwarz gestreift) - …tlingen (orange)
Kirchheim Stadion, Teckboten Pokal, TB-Pokal 2011TSV weilheim (schwarz gestreift) - …tlingen (orange)

Kirchheim. Bei seinem ersten Turniereinsatz schoss Mettang, in der Winterpause vom FC Eislingen unter die Limburg gewechselt, den TSV Köngen II mit fünf Treffern quasi im Alleingang ab. Ein Tor weniger fabrizierte Tunjic beim 4:2 des VfL im Stadtderby gegen die TG.

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TSV Jesingen – Catania Kirchheim 4:2 n. E. (0:0): Jesingens Max Pradler war trotz des TSVJ-Sieges der Pechvogel des Spiels. Erst zielte er aus elf Metern freistehend am Tor vorbei (30.), dann traf er nacheinander Pfosten (35.), Latte (37.) und wieder Pfosten (58.). Doch was dem Catanesen Giuseppe Russo widerfuhr, übertraf alles: Nach einem Pfostentreffer von Daniele Attore brachte er das Kunststück fertig, den Ball aus einem Meter Entfernung übers leere Tor zu bugsieren (8.). Ein Lapsus, der an den Fehlschuss von Mario Gomez im EM-Qualifikationsspiel gegen Österreich erinnerte. Jesingen engagierter als die klassenhöheren Kirchheimer und deshalb verdienter Sieger im Elfmeterschießen. Philipp Nuffer, Goran Popovic, Dirk Augustin und Fabian Lingner verwandelten sicher, auf der Gegenseite scheiterte Riccardo Costa Freitas am Pfosten und Dino Scroppo schoss vorbei, nachdem Daniele Attore und Andreas Elsässer getroffen hatten.

SF Dettingen – SF Dettingen II 4:1 (2:0): Elf Freunde sollt ihr sein, heißt es bekanntlich im Fußball. Beim SFD-Bruderduell im Achtelfinale am Samstagmittag waren demnach gleich 22 Freunde auf dem Platz, die Einwechselspieler mitgerechnet, sogar noch ein paar mehr. Löblich: In der gesamten Spielzeit gab es nicht ein nennenswertes Foul, geschweige denn eine gelbe Karte. Mitunter wurde auf dem Platz sogar gescherzt und es gab den einen oder anderen lockeren Plausch. Nichtsdestotrotz hielt die Dettinger „Zweite“ ordentlich mit, kam allerdings erst in der 27. Minute zur ersten Torgelegenheit durch Sercan Balci. Nach dem 1:2 kurz nach dem Seitenwechsel witterte der Außenseiter sogar für kurze Zeit Morgenluft. Doch da war dann für die Kollegen aus der Ersten „Schluss mit lustig“, sie zogen die Zügel an, siegten letztendlich standesgemäß. Tore: 1:0 Christian Renz (16.), 2:0 Markus Aufrecht (30.), 2:1 Tobias Hörsch (50.), 3:1 Markus Klein (51.), 4:1 Tim Lämmle (57.).

TSV Weilheim II – TSV Ötlingen 3:5 n. E. (1:1, 0:0): Fußball zum Abgewöhnen, mit vielen individuellen Fehlern auf beiden Seiten. Einer dieser zahlreichen Aussetzer führte zum 1:0, als Ötlingens Abwehrspieler Jan Müller den Ball vertändelte und Markus Glück das Geschenk dankend annahm (43.). Dabei war Weilheim zu diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt: Nicolo Incorvaia hatte eine Viertelstunde zuvor nach absichtlichem Handspiel Gelb-Rot gesehen. In den letzten zehn Minuten münzten die Rübholz-Kicker ihre zahlenmäßige Überlegenheit aus und belohnten sich mit dem Ausgleichstreffer. Im Elfmeterschießen wurde Timo Bojahr zum Matchwinner – der Ötlinger Torwart hielt die Schüsse von Markus Glück und Burak Engin. Bojahrs Bruder Manuel, Jan Müller, Jose Azevedo und Tobias Hendel trafen für Ötlingen, für Weilheim waren Mathias Bühler und Baran Erata erfolgreich. Tore: 1:0 Markus Glück (43.), 1:1 Akmal Kamciev (55.). Gelb-Rot: Nicolo Incorvaia (28.).

TSV Jesingen II - TSV Ebersbach 7:5 n.E. (1:2, 2:2): Jesingens Urgestein Marc Augustin wurde zur Schlüsselfigur der Partie. Zunächst köpfte das Kraftpaket den Ball 140 Sekunden vor dem Abpfiff zum 2:2 ins gegnerische Tor und ermöglichte seinem Team so das Elfmeterschießen, dann verwandelte der 37-jährige Routinier den entscheidenden Elfer zum 7:5. Den einzigen Fehlschuss beim Elfer-Showdown verzeichnete Ebersbachs Metehan Gümus. Der Nachwuchskicker (19) scheiterte am blitzschnell in die Ecke abtauchenden TSVJ-Torwart Thomas Reinöhl. Zuvor war es ein flottes Match gewesen, bei dem die Spieler des klassenhöheren Türkischen Sportvereins den etwas abgeklärteren Eindruck hinterließen. Die Jesinger fielen anfangs mehr durch Dispute mit dem Unparteiischen Steffen Müller (Kohlberg) als durch gefährliche Angriffe auf. Die Hoffnung des langjährigen Betreuers der Ebersbacher, Noman Bayraktar („vielleicht erreichen wir zum zweiten Mal beim Teckbotenpokal das Halbfinale“), wurde somit schon im Achtelfinale zerstört. Tore: 0:1, 0:2 Fatih Kaya (11., 17.), 1:2 Roger El-Hourani (24.), 2:2 Marc Augustin (58.).

TSV Notzingen – TSV Oberlenningen 3:2 (1:1): Der B-Ligist war über weite Strecken ein gleichwertiger Gegner und ging auch zu Recht früh in Führung. Die Freude aber war nur von kurzer Dauer, denn nicht einmal 60 Sekunden später gelang der Eichert-Elf der Ausgleichstreffer. In der Folgezeit konnten die Notzinger froh sein, nicht erneut in Rückstand geraten zu sein. Zunächst ging der Schuss von Alen Grosic nur um Zentimeter am Tor vorbei (13.) und kurz vor dem Seitenwechsel scheiterte Eugen Neustätter an Notzingens starkem Torwart Pascal Beutl (28.). Auch im zweiten Durchgang hatten die Oberlenninger zunächst mehr vom Spiel und als eigentlich keiner damit rechnete, erzielte die Eichert-Elf die zu diesem Zeitpunkt glückliche Führung. Mit dem schönsten Treffer des Spiels, einem 18-Meter-Schlenzer aus halbrechter Position in den Torwinkel, gelang Ingo Schäfer kurz vor Schluss mit dem 3:1 die Vorentscheidung. Nur zwei Minuten später keimte beim B-Ligist wieder etwas Hoffnung auf, aber der Anschlusstreffer kam zu spät. Tore: 0:1 Alen Grosic (7.), 1:1 Philipp Hanke (8.), 2:1 Daniel Deuschle (41.), 3:1 Ingo Schäfer (54.), 3:2 Viktor Airich (56.).

TSV Weilheim I – TSV Köngen II 6:0 (3:0): Mit einer guten und soliden Abwehrleistung hielt der A-Ligist gut 20 Minuten lang noch ordentlich mit, dann schlug die Stunde des Marcel Mettang. Der Weilheimer Stürmer, der erstmals im Turnier eingesetzt wurde, avancierte zum Matchwinner für sein Team, markierte gleich fünf Treffer in Folge und besiegte die Landesligareserve quasi im Alleingang. Beim Halbzeitstand von 3:0 erlaubte sich Weilheims Trainer Alexander Hübbe gar den Luxus, seinen Stammtorwart Bastian Treiber gegen Nachwuchsgoalie Nico Gunzenhauser auszutauschen. Der Sieg der Limburgstädter hätte gar noch höher ausfallen können, wenn die Vielzahl an Chancen genutzt worden wären. So scheiterte beispielsweise Abwehrchef Thomas Edelmann freistehend aus fünf Meter Entfernung am Köngener Keeper Marcus Bingel (15.). Tore: 1:0 Nico Ruggiero (3.), 2:0, 3:0, 4:0, 5:0 6:0 Marcel Mettang (24., 26., 38., 48., 51.). Gelb-Rote Karte: Marcel Süßer (TSVK/56./wiederholtes Foulspiel).

TV Neidlingen – TSV Deizisau 0:1 (0:1): Es war schon überraschend, wie der A-Ligist gegen den fast übermächtigen Gegner die Begegnung bis zum Schlusspfiff offen hielt. Auch das frühe Gegentor brachte die Neidlinger nicht aus der Ruhe. Der Landesligist war fast die komplette Spielzeit das überlegene Team, aber gute Einschussmöglichkeiten waren Mangelware. Wenn es einmal brenzlig wurde, war auf TVN-Schlussmann Christopher Dangel Verlass, der mit einigen Paraden die Deizisauer Stürmer fast zur Verzweiflung brachte. Auch Neidlingens Torwarttrainer Thomas Böhm war über die Leistung seiner Mannschaft überrascht: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir so gut dagegen halten, obwohl fünf Spieler von der zweiten Mannschaft im Einsatz waren.“ In der letzten Minute wäre dem TVN fast noch der Ausgleich gelungen, aber das wäre des Guten zuviel gewesen. Tor: 0:1 Andre Staas (8.).

VfL Kirchheim II – TG Kirchheim 4:2 (3:0): Im Stadtderby machte der Bezirksligist gleich von Beginn an deutlich, wer am Samstagnachmittag den sprichwörtlichen Hut auf hatte. Antonio Tunjic stand dabei im Mittelpunkt: Nach zwölf Minuten hatte der ehemalige VfL-Oberligastürmer bereits drei Mal getroffen, einen lupenreinen Hattrick produziert und dem Spiel einen vorentscheidenden Stempel aufgedrückt. Dabei gelang dem Goalgetter das Kunststück, zwei Treffer binnen 50 Sekunden zu produzieren (11., 12.). Nach dem Seitenwechsel warf die Turngemeinde alles nach vorne und kam, begünstigt durch mehrere Abwehrpannen in der VfL-Hintermannschaft, gar auf 2:3 heran, ehe abermals mit Tunjic der Mann des Spiels den Treffer zum Endstand herstellte. Am Ende wurde die tapfer kämpfende TG zwar um ein Tor zu hoch besiegt – am verdienten Viertelfinaleinzug des VfL änderte dies jedoch nichts. Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Antonio Tunjic (8., 11., 12.), 3:1, 3:2 Sasa Lukic (31., 36./Foulelfmeter), 4:2 Tunjic (45.).