Lokalsport

Milatz rückt Lado Fumic auf die Pelle

In Albstadt strebt Mountainbiker Lado Fumic am kommenden Sonntag seinen siebten deutschen Meistertitel in Folge an. Leichter gesagt als getan: Die Konkurrenz für den Kirchheimer, der in dieser Saison noch keine absoluten Topergebnisse vorzuweisen hat, ist größer geworden. Der Freiburger Moritz Milatz will's ebenfalls wissen.

EDGAR VELOCI

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KIRCHHEIM So nah sind sie ihm schon lange nicht mehr auf die Pelle gerückt: Zumindest was die Prognosen angeht, wird an Lado Fumics Rolle als Topfavorit der Herrenkonkurrenz (ab 13.30 Uhr) gekratzt. Mit dem Freiburger Moritz Milatz (Multivan-Merida) ist schließlich ein Fahrer aufgetaucht, der als Sechster beim Weltcup in Fort William für das beste deutsche Herren-Ergebnis in diesem Jahr gesorgt hat.

Doch kurz vor der DM scheint Lado Fumic von dieser Konstellation unberührt. "Die sollen mal probieren, ob sie es nach sechs Jahren hin kriegen, die Buben", stellt er eine gehörigen Portion Selbstbewusstsein zur Schau.

Ein Blick auf die Wetterkarte hat ihn noch optimistischer gemacht. "Dem Moritz liegt ja das schlechte Wetter. Wenn es am Sonntag aber warm wird, sieht das ganz anders aus", sagt Fumic und hofft, dass ihn der Defektteufel nicht schon wieder packt. Auf dem Kurs in Albstadt ist das Ausscheiderisiko wegen technischer Probleme allerdings nicht besonders groß.

Und was sagt sein Gegenspieler? Moritz Milatz bleibt zurückhaltend: "Lado ist eindeutig Favorit. Er muss gewinnen, ich kann", sagt der Freiburger. Der 23-Jährige hat überdies die deutsche Meisterschaft nicht in seinem Saisonfokus gehabt. Er wollte sich vielmehr auf die Weltcupläufe konzentrieren was funktioniert hat. Glaubt man Szenekennern, müsste Milatz am Berg deutlich stärker sein, im direkten Zweikampf gilt der Kirchheimer auf Grund seiner Willenskraft als der Stärkere.

Ein anderer Fahrer, der als Medaillenkandidat gehandelt wird, ist der Hechinger Torsten Marx. In den Bundesliga-Rennen, vor allem vor fünf Wochen in Heubach, zeigte er eine formidable Vorstellung. Dem technisch nicht so versierten Fahrer kommt die vergleichsweise einfache Strecke in Albstadt entgegen. Während der DM-Dritte des vergangenen Jahres, Wolfram Kurschat, wegen eines Fingerbruchs absagen musste, gehört auch der Hamburger Johannes Sickmüller zum ernst zu nehmenden Fahrerfeld. Der deutsche Cross-Meister ist 2006 erst zwei Mal bei Mountainbike-Rennen aufgetaucht und hat sich mit einer Straßenrundfahrt in Irland speziell auf die DM vorbereitet.

Manuel Fumic, der auch am Start ist? Vor einem Jahr hatte man damit gerechnet, dass der jüngere der Brüder am Lack des älteren kratzen könnte. Doch nach seiner bekannten Verletzungsgeschichte ist daran nicht zu denken. Und: Er tappt noch im Dunkeln, was seine Verfassung angeht: Die beiden unvollendeten Weltcup-Einsätze in Madrid und Spa-Francorchamps taugen nicht als Gradmesser. "Ich muss sehen, wie es läuft. Hauptsache, Lado ist topfit", sagt er.

Wenn er die Möglichkeit dazu hat, dann wird der 24-Jährige sicherlich versuchen, seinem Bruder im Feld zu helfen in welcher Form auch immer: "Falls ich aussteige, kann ich ihn ja am Streckenrand anfeuern", schmunzelt er.

In der Rubrik der unsicheren Kantonisten steht auch Marc Gölz. "Vor der DM weiß ich nicht, wo ich leistungsmäßig stehe", bekennt der Weilheimer freimütig. Nach seinem Formverlust, bedingt auch durch einen Infekt Mitte Mai, hat er sozusagen wieder frisch angefangen.

Große Menschenmassen und ein euphorisches Publikum haben es den Fahrern im vergangenen Jahr in Albstadt angetan. Daraus Motivation zu ziehen, erhoffen sich Alexander Speisekorn und Kai Kautz (beide Giant/Nolte-Küchen) vom MTB-Club Teck sowie das Kross-Racing-Duo Wolfgang Fink und Benjamin Vogel (RKV Kirchheim).

Im Damen-Rennen (ab 11 Uhr) will Hanna Klein (18) vom RKV Kirchheim in die Top ten. Die Podiumsplätze machen wohl Weltcup-Siegerin Nina Göhl (Freiburg), Titelverteidigerin Sabine Spitz (Murg-Niederhof), Adelheid Morath (Freiburg) und Hanka Kupfernagel (Denzlingen) unter sich aus.