Lokalsport

Minimale Beruhigung

Respektable neun Punkte aus vier Heimpartien: Die Kirchheimer Verbandsligakicker fühlen sich offenbar bei ihren Auftritten auf heimischem Terrain wesentlich wohler als noch in der vorherigen Saison.

REIMUND ELBE

Anzeige

KIRCHHEIM Für Kirchheims Spielertrainer Michael Rentschler ist es zwar "noch etwas zu früh", einen diesbezüglichen Trend herauszulesen, augenfällig ist aber zweifellos, dass das Spiel der Kirchheimer vor heimischem Publikum attraktiver, weil schneller und kreativer geworden ist.

Neben dem bemerkenswerten 6:3 am vergangenen Freitag gegen den Aufsteiger FC Eislingen gab es das "historische" 8:1 über den ebenso frisch aufgestiegenen SV Fellbach und ein 3:0 über den FV Olympia Laupheim gleich zu Beginn der Saison in jenen Partien glänzte der VfL vor allem durch ein schnelles Umschalten von der Defensive in den Angriff und einem ausgesprochenen Torhunger. Lediglich beim Ausrutscher gegen den Titelanwärter TSF Ditzingen kehrte vor einigen Wochen der alte Schlendrian in Form von umständlichem, mutlosem Spiel kurzzeitig wieder ein.

Den Zuschauern und VfL-Fans kann das risikoreiche, aber durchaus erfolgreiche Auftreten der VfL-Fußballer jedenfalls durchaus recht sein. Das freitägliche Match gegen den Aufsteiger FC Eislingen offenbarte somit einmal mehr das Potenzial, welches in der seit Jahren kontinuierlich verjüngten Kirchheimer Mannschaft steckt. "Wir hatten gegen die Eislinger ein Durchschnittalter im Team von 22 Jahren", betont Rentschler, der als 34-Jähriger selbst den Schnitt erhöhte.

Ermutigend war jedenfalls, wie engagiert und selbstsicher junge Kicker wie Mittelfeldspieler Michael Kutscher und dessen Pendant im zentralen Mittelfeld, Alban Meha, abwechselnd die Fäden im Spielaufbau zogen. Zudem scheint das Sturmgespann Feriz Meha und Cem Korkmaz (beide markierten gegen den FCE ihr fünftes Saisontor) zunehmend besser zu harmonieren.

Letztgenannter macht auch augenfällig spielerisch erstaunliche Fortschritte. Dass Auswechselspieler wie Emrah Erenler und Antonino Singh ("ich kann aus beruflichen Gründen zurzeit nur wenig trainieren und freue mich deshalb über jede Nominierung") sich nahtlos einfügten, ist ebenfalls positiv zu bemerken. Trotzdem: Nur zehn Zähler sind es aus acht Partien auf Grund der nur wenig erfreulichen Auswärtsbilanz von nur einem Zähler aus vier Spielen kann das 6:3 über den FC Eislingen nur minimal beruhigen.

Beim Neuling FC Eislingen ist derweil nach der freitäglichen Pleite endgültig der Realismus eingekehrt. "Es gibt Dinge, die kann man selbst bei allergrößtem Wollen nicht verhindern", sagte Eislingens Trainer-Urgestein Manfred Römer bei der Pressekonferenz und spielte auf die womöglich noch nicht vorhandene Verbandsliga-Reife seines Teams an.

Überraschend lief beim FC übrigens Ex-Oberligakicker Dietmar Benz (36) auf. "Ich bin eigentlich Trainer der zweiten Mannschaft", sagte der frühere Geislinger. Trainer Römer fand jedenfalls den Auftritt des "Oldies" gar nicht einmal so schlecht und hält weitere Auftritte des früheren Spielertrainers des Bezirksligisten TSV Boll für absolut denkbar.

Für einige frühere VfL-Kicker wurde es dagegen nichts mit einem Auftritt an alter Wirkungsstätte. Ex-Defensivkraft Jochen Höfer musste wegen einer Schulterverletzung passen, der angeschlagene Carmelo Scaffidi schaute sich die Partie von der Bank als vermeintlicher Joker an, Nikica Raguz ist aus Leistungsgründen aktuell kein Thema für den Verbandsligakader. Immerhin ein Ex-Kirchheimer hatte ein echtes Erfolgserlebnis. Cesare d'Agostino, im verwandtschaftlichem Grad zu Scaffidi stehend, traf mit einem satten Schuss zum zwischenzeitlichen 3:5. Der Italiener gehörte dem VfL-Regionalligakader in der Saison 97/98 an und sagte bereits nach einem Jahr wieder "arrivederci".