Lokalsport

Mit breiter Brust nach Düsseldorf

KLAUS TEICHMANN

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FRICKENHAUSEN "Die Play -offs haben ihre eigenen Gesetze", sagt Frickenhausens Manager Christoph Reuhl, "wir hoffen auf einen guten Tag." In den vergangenen Jahren hatten den die TTCler regelmäßig. Reuhl mit einer gewissen Genugtuung: "Sowohl in der vergangenen Saison als auch in der Vorsaison haben wir die Düsseldorfer im Halbfinale rausgekegelt." Vielleicht ein psychologischer Vorteil.

TTC-Trainer Jian Xin Qiu hat seine Schützlinge erst in dieser Woche wieder in Frickenhausen im Training um sich versammeln können. Bis auf Altmeister Ma Wenge waren sie alle bei den Tischtennis-Weltmeisterschaften in Zagreb international im Einsatz. Sie zeigten sich in einer ausgezeichneten Form.

Besonders Nationalspieler Bastian Steger glänzte. Steger verbesserte sich in der Weltrangliste um vier Plätze auf Rang 33 und bleibt zweitbester Deutscher hinter Timo Boll (Gönnern). Mit 1:3 Sätzen und mit 2:8 Punkten lag er gegen Singapurs Yang Zi in der zweiten Hauptrunde hinten, ehe er das Spiel noch drehte. "Es war wohl der Mut der Verzweiflung, ich bin halt ein alter Kämpfer", sagte der 26-Jährige. In der dritten Runde war gegen den chinesischen Weltklassemann Wang Hao dann Schluss.

Pattrick Baum verpasste bei seiner ersten WM bei den Erwachsenen den Zweitrunden-Einzug nur knapp: Der Jugend-Weltmeister von 2005 lag gegen den gebürtigen Chinesen Liu Song (Argentinien) bereits mit 2:1 Sätzen in Führung, verlor schließlich aber in sieben Durchgängen. "Patti hat heute eine sehr gute Leistung geboten", lobte DTTB-Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig den zweiten deutschen Nationalspieler des TTC. Bojan Tokic, für Slowenien im Einsatz, setzte sich gegen den Spanier Marc Duran mit 4:1 durch und verlor anschließend gegen Ma Long, der aktuell als viertbester chinesischer Tischtennisspieler gehandelt wird. Immerhin glückte beim 2:4 ein Achtungserfolg. Auch die Düsseldorfer überzeugten in Zagreb. Obwohl Christian Süß an der Seite von Timo Boll im Doppel-Viertelfinale überraschend scheiterte, spielte er mit dem Drittrundeneinzug im Einzel eine ordentliche WM und kletterte in die Top 40 der Weltrangliste.

Für Borussia-Manager Andreas Preuss werden die Karten in den Play-offs jetzt ganz neu gemischt. Er sagt: "Das wird ein heißer Tanz. Weil Frickenhausen sehr heimstark ist, müssen wir jetzt einen vorlegen." Preuss sieht die Gäste in den Einzeln im Vorteil ("Ma Wenge ist in guter Form kaum zu schlagen, Süß hat gegen ihn noch nie gewonnen, und bei Korbel liegt dies schon lange zurück").