Lokalsport

Mit Dynamik gegen die „harte Nuss“ Bahlingen

VfL-Kicker starten mit Heimspiel in die Saison

Die Vorspeise war der passende Appetitanreger für das Hauptgericht. Nach dem überzeugenden 7:1-Sieg im WFV-Pokal bei der SV Böblingen II wartet beim VfL Kirchheim alles gespannt auf das erste Oberliga-Punktspiel morgen (15.30 Uhr) im Stadion an der Jesinger Allee gegen den Bahlinger SC.

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KLAUS SCHLÜTTER

Kirchheim. „Ein guter Start wäre wichtig für den weiteren Verlauf der Saison. Wir wollen sechs Punkte aus den ersten beiden Spielen gegen Bahlingen und Illertissen“, sagt Verteidiger Mathias Koch, wäre jedoch auch schon mit vier Punkten zufrieden. Die Vorgabe müsste sich umsetzen lassen. Die Mannschaft präsentierte sich bei der Generalprobe am Mittwoch in guter körperlicher Verfassung. Der neue Trainer Dietmar Sehrig hat die Jungs in der Vorbereitung hart rangenommen und das könnte sich in der neuen Saison als entscheidendes Plus erweisen. Spielerisch und taktisch ist freilich noch Luft nach oben. Sehrig nach der Partie in Böblingen: „Wir stehen im Mittelfeld noch zu weit von den Gegenspielern weg und verfallen zu oft in den Fehler, lange Bälle zu spielen. Wenn wir druckvoll und flach nach vorne spielen, wenn die Pässe von den Flügeln sauber kommen wie in der ersten halben Stunde, können wir auch gegen eine routinierte Mannschaft wie Bahlingen bestehen.“

Eine Trumpfkarte im Pokerspiel um den anvisierten einstelligen Tabellenplatz ist Patrick Gühring. Der Torwart und Kapitän kehrte nach dreiwöchiger Verletzungspause gegen Böblingen in die Mannschaft zurück und strahlte auf Anhieb Ruhe und Sicherheit auf seine Vorderleute aus. „Als gestandener Oberligaspieler ist er wahnsinnig wichtig für uns“, weiß Sehrig. Auch auf die Viererkette davor ist Verlass. Allerdings wird Christopher Eisenhardt morgen fehlen. Der Linksverteidiger muss für seinen Arbeitgeber VW am Wochenende an einer Schulung in Ingolstadt teilnehmen. Wer ihn ersetzen wird, ist noch offen. Sehrig: „Das richtet sich nach dem System, das wir spielen werden. Ich tendierte zum 4-4-2.“ Der VfL muss auch auf Emrah Polat verzichten. Der Mittelfeldspieler ist noch auf Montage in Polen. Kagan Söylemezgiller vertrat sich in Böblingen den Fuß, musste bereits nach 17 Minuten ausgewechselt werden, dürfte aber gegen Bahlingen wieder zur Verfügung stehen.

Stürmer Maximilian Leible, der sich am 9. Juli gegen Sindelfingen den Mittelfuß brach, fällt noch vier bis fünf Wochen aus. Die Hoffnungen auf Tore ruhen nun auf den schmalen Schultern von Uwe Beran. Der 18-Jährige hat einen Sprung nach vorne gemacht, wie er in Böblingen mit seinem Hattrick innerhalb von sieben Minuten unterstrich. „Er ist schnell, spritzig und mit Begeisterung bei der Sache“, lobt der Coach das Talent, das über Ulm aus der eigenen Jugend kam. Für frischen Wind sorgen auch die beiden Neuerwerbungen Alexander Nita aus Rumänien und Nico Kauffmann aus Bonlanden.

Das Auftaktspiel gegen Bahlingen ist mehr als ein Fingerzeig für die gesamte Saison. „Aus der Oberliga steigen mindestens vier, maximal sogar sechs Mannschaften ab, je nachdem, wer in der Regionalliga absteigt. Um drin zu bleiben, braucht man 40 bis 45 Punkte. Da sollten wir gegen einen Gegner wie Bahlingen, der unserem Niveau entspricht, unbedingt gewinnen“, meint Norbert Krumm, der sportliche Leiter.

Trainer Sehrig hat den Gegner selber und durch seinen ehemaligen Freiburger Co-Trainer Volker Disch beobachten lassen. Sein Eindruck von Bahlingen: „Eine routinierte Mannschaft mit cleveren Fußballern. Das wird eine ganz harte Nuss. Aber ich setze auf unsere Dynamik und Einsatzbereitschaft.“

Eigentlich dürfte nichts schiefgehen. Als der VfL die Bahlinger im letzten Punktspiel der vergangenen Saison mit 3:0 aus dem Stadion fegte, war Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker als Maskottchen dabei. Auch diesmal hat sie ihr Kommen angekündigt – wenn das kein gutes Omen ist.

Im WFV-Pokal geht es am 26. August weiter. In der dritten Runde muss Kirchheim zum VfL Sindelfingen, der sich beim FSV Schwenningen mit 5:2 durchsetzte. Damit wird der August mit acht Spielen und drei Englischen Wochen zum absoluten Härtetest für die Sehrig-Truppe.