Lokalsport

Mit Glück und zwei Klasse-Keepern

In einem weitgehend zerfahrenen und auf Gastgeberseite von vielen vergebenen Torchancen geprägten Spiel kam Handball-Landesligist TSV Weilheim beim wichtigen 29:28 (15:10)-Heimsieg gegen den TSV Urach mit einem blauen Auge davon.

WEILHEIM Vor dem Spiel gab es die erste schlechte Nachricht für TSV-Coach Peter Schmauk: Youngster Björn Bachofer hatte im A-Jugendspiel der SG Teck am Samstagnachmittag die rote Karte gesehen und stand für das Spiel gegen Urach nicht zur Verfügung. Das Spiel selbst begann alles andere als günstig für die Hausherren. Bereits nach 12 Sekunden musste Tobias Hägele für zwei Minuten auf die Strafbank.

Anzeige

Die Gäste nutzten dies zur 1:0-Führung. Die folgenden Minuten gestalteten sich recht zäh. Die Zuschauer bekamen bereits jetzt zu sehen, was sich wie ein roter Faden durch das Weilheimer Spiel ziehen sollte: In der Defensive zeigte ein zum wiederholten Male gut aufgelegter Michael Rehkugler eine Klasseparade nach der anderen, vorne vertändelten seine Mitspieler immer wieder den Ball oder verwarfen zum Teil frei vor dem Tor. Nach 10 Minuten stand es folgerichtig 3:3.

Dann schien allerdings ein Ruck durch die Reihen der Limburgstädter zu gehen und es folgte die stärkste Phase der Gastgeber. Die Abwehr stand nun sicher, blieb 12 Minuten ohne Gegentor, der TSVW-Angriff erzielte sieben Tore in Folge. Die Mannschaft musste sich allerdings auch in dieser Phase den Vorwurf gefallen lassen, nachlässig mit den sich bietenden Chancen umzugehen unter anderem wurden ein Siebenmeter und zwei Konter nicht genutzt. So abrupt wie die starke Phase der Limburgstädter begann, so plötzlich endete sie in der 22. Minute wieder. Innerhalb von zwei Minuten gelangen den Gästen aus Urach vier Tore in Folge zum 10:7. Diese drei Tore Vorsprung hatten dann bis kurz vor Ende der ersten Hälfte bestand, ehe die Gastgeber durch ein tolles Rückhandtor von Bleher und einen fulminanten Rückraumkracher von Weiß eine Sekunde vor dem Halbzeitpfiff auf 15:10 erhöhten.

Zu Beginn der zweiten Hälfte gelang es den Einheimischen durch Tobias Gieß, den Vorsprung zunächst auf 16:10 weiter zu erhöhen, doch Urach konnte im Anschluss durch drei Tore in Folge erneut verkürzen. Bis zur Mitte der zweiten Hälfte gelang es dem TSVW dann ständig, einen Vier- oder Fünf-Tore-Vorsprung zu halten, wobei man sich vor allem bei Keeper Alexander Müske bedanken musste, der nach der Halbzeit für Rehkugler eingewechselt immer wieder mit tollen Paraden dafür sorgte, dass der TSV Urach aus der Abschlussschwäche der Gastgeber nicht mehr Kapital schlagen konnte.

Nachdem die Schmauk-Schützlinge dann allerdings kurzfristig auch noch die Abwehrarbeit einstellten, war auch Müske machtlos und Urach konnte auf 22:20 verkürzen. Erst ein von Rehkugler, der zwischenzeitlich zwischen die Pfosten zurückgekehrt war, gehaltener Siebenmeter schien die Wühle-Jungs zu wecken und bis zur 57. Minute lagen sie wieder drei Tore in Front. Eine Weilheimer Zweiminutenstrafe nutzen die Uracher dann allerdings, um in der 58. Minute beim 27:26 auf ein Tor zu verkürzen allerdings konnte Martin Weiß im direkten Gegenzug nochmals auf 28:26 erhöhen. Als Heiko Binder eine Minute vor dem Ende per Siebenmeter das 29:26 erzielte, schien die Partie endgültig entschieden.

Der TSV Urach setzte nun alles auf eine Karte und stellte seine Abwehr auf Manndeckung um. Anstatt nun den Ball sicher durch die eigenen Reihen zu passen, begingen die Gastgeber nun den Fehler, sich in Einzelaktionen zu verzetteln man ließ sich innerhalb von dreißig Sekunden zweimal den Ball abluchsen und 15 Sekunden vor dem Ende der Partie stand es nur noch 29:28. Ein weiterer Weilheimer Fehlwurf fünf Sekunden vor dem Ende hätte dem Gast aus Urach dann beinahe noch die Chance zum Ausgleich eröffnet glücklicherweise reichte den Gäste die Zeit aber nicht mehr.

ab

TSV Weilheim: Müske, Rehkugler Schorr, Sigel (1), Schill (1), Klein (1), Binder (6/2), Gomringer (4/1), Bleher (2), Weiß (5), Bächle (1), Gieß (3), Hägele (5/2)TSV Urach: Krohmer, Fromhold Müller, Huizink, Petershans (9/2), Köhler (3), Stolz (2), Simader (9), Gebhardt (2), Fazliu, Lanfermann (3)