Lokalsport

Mit Grimm und Mayer nach Mannheim

Die Generalprobe für das wegweisende Oberligaspiel beim VfR Mannheim ist zwar schief gegangen, trotzdem fahren die Akteure des VfL Kirchheim morgen mit Selbstvertrauen zur Partie beim Deutschen Fußballmeister des Jahres 1949, dem VfR Mannheim.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Das kurzfristig anberaumte Testspiel des VfL gegen die deutsche U18/19-Nationalmannschaft in Ruit wurde für die Fußballer des Oberligisten am Dienstag phasenweise zu einer Lehrveranstaltung 1:5 (1:2) hieß es beim Abpfiff in Ostfildern. Besonders in der Anfangs- und Schlussphase boten die jungen Wilden unter der Trainerregie des Ex-Bundesligaprofis Heiko Herrlich feinen Kombinationsfußball. Allerdings hatte auch der zuletzt gegen den SV Linx (2:1) Selbstbewusstsein tankende VfL einige Gelegenheiten. So verwandelte Angreifer Feriz Meha einen Foulelfmeter zum einzigen VfL-Tor, Emrah Polat und Sven Lukac vergaben jeweils eine hochkarätige Chance.

"Wichtig ist, dass viele Akteure Spielpraxis sammeln konnten", bilanzierte der sportliche Leiter des VfL, Norbert Krumm, die Partie im Vorfeld des Kellerduells beim VfR. Besonders dem lange verletzten Kapitän Mario Grimm tat der Auftritt gut. Der Allrounder spielte knapp eine Stunde und ist "trotz konditionellem Rückstand" (Grimm) ein Kandidat für die Startformation der Kirchheimer im Badener Land. Kirchheims Trainer Christian Hofberger setzt auf den Spielführer. "Er bringt unserem Spiel Sicherheit", so der Coach.

Beim lehrreichen Testkick durften zudem Ersatzkeeper Daniel Reber und Ben Brenken (je eine Halbzeit) sowie zwei A-Jugendliche (Armin Ohran, Tomislav Ivisevic) ran. Nicht im Kader wird beim Gastspiel in Mannheim Stürmer Selim Altinsoy stehen. In der Partie gegen den SV Linx hatte sich der Offensivakteur eine äußerst schmerzhafte Prellung auf Höhe der linken Augenbraue zugezogen. "Das Sehvermögen ist momentan eingeschränkt", sagt Krumm. Während auch Torjäger Antonio Tunjic (ist erst am Mittwoch nach verheiltem Kreuzbandriss ins Training eingestiegen) kein Thema für das Duell der punktgleichen Clubs aus Mannheim und Kirchheim ist, könnte dagegen Abwehrspieler Andreas Mayer wieder an Bord sein.

Dem Trainergespann Rentschler/Hofberger bietet sich eine beachtliche Variationsbreite, was die Aufstellung betrifft. Besonders reizvoll: Ferdi Er könnte von der Abwehr wieder an seinen angestammten Platz im Mittelfeld aufrücken.

Der samstägliche Gegner VfR Mannheim ist auf der Suche nach einem neuen Trainer. Der bisherige Coach Dieter Heimen, seit Juni als Nachfolger von Rainer Ulrich im Amt, wurde gestern nach einer Vorstandssitzung beurlaubt. Präsident Ralf Auer: "Die Tabellensituation und die Leistungen der Mannschaft ließen uns keine andere Wahl." Nach einem ordentlichen Saisonstart mit zwei Siegen ging es in der Oberliga kontinuierlich bergab. Das frühzeitige Pokal-Aus mit 0:4 beim Verbandsligisten 1. FC Pforzheim offenbarte erste Schwächen, fortgeführt wurde die Talfahrt unter anderem mit einem äußerst schmerzlichen 0:6 im 128. Stadtderby gegen den Lokalrivalen SV Waldhof am 3. Oktober.

Der bisherige Co-Trainer Thorsten Lamers und Torwart-Trainer Lester Hartmann leiten aktuell die Trainingseinheiten. "Wir wissen allerdings, dass wir nur eine Übergangslösung sind", sagt Hartmann, "wichtig ist, dass Ruhe einkehrt, und die Spieler den Spaß am Fußball wiederfinden."

Stark gehandelt als Heimen-Nachfolger wird unterdessen Mannheims Fußball-Ikone Günter Sebert (59).