Lokalsport

Mit musikalischer Unterstützung zum Sieg

Es kommt ganz selten vor, dass nach einem Spiel ein Akteur im Mittelpunkt steht. Beim 29:25- Sieg der SG Lenningen gegen den HC Lustenau gab´s die Ausnahme. Christoph Wiesinger beschenkte sich an seinem 25. Geburtstag mit einer ganz starken Leistung und bekam nach Spielende ein Ständchen von der Naberner Musikkapelle, die „Happy Birthday“ spielten und von Publikum und Mannschaft lautstark unterstützt wurden.

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Lenningen. Dass die Naberner die Lenninger so gut unterstützten, war notwendig. Denn das Austria-Team forderte die Gastgeber mächtig. Mit ihren individuellen Stärken setzten sie die Gastgeber unter Druck. Lag es etwa daran, dass Heilinger und Co. die Wechseltrikots der SG trugen? Ihre hatten sie in der Eile vergessen und in den oranjefarbenen Wechseltrikots der Lenninger fühlten sie sich pudelwohl – so sehr, dass sie nach sieben Minuten 5:2 führten. Die SG-Abwehr konnte dem Spieltempo des HC nicht folgen. Die Abwehr wurde überlaufen. Zu spät kamen die Lenninger mit ihrer Seitwärtsbewegung. Christian Heilinger, Kevin Jenni und Klaus Hanspeter stießen in die Lücken.

Erst nachdem Christoph Wies­inger aus dem Lauf das 6:6 (11.) warf, gewann die SG mehr Spielanteile. Auch deshalb, weil „Atte“ Attinger mehrfach gut reagierte. Zwei „Hundertprozentige“ machte auf der Gegenseite Rainhard Kohler weg. Beim 8:8 (17.) hatte Holger Kiedaisch genug gesehen und nahm eine Auszeit. Es änderte sich wenig. Der HC mit seinen antrittsschnellen Angreifern beschäftigte die SG mächtig. Vom 12:11 (25.) setzte sich Lustenau auf 13:11 (26.) ab. Da fehlte Steffen Kazmaier, der eine Zeitstrafe absaß. Ganz alt sahen Timo Haid und Ricki Austen aus die von Robert Bösch und Christian Heilinger „verladen“ wurden. 90 Sekunden vor der Halbzeitsirene lag die SG 13:15 zurück. Haids Torinstinkt auf Rechtsaußen und ein Konter von Jan Lamparter sicherten das Halbzeit-Remis. Aufgedreht hat dann die SG ab der 35. Minute. Haid, Wiesinger und Renz warfen einen 19:16-Vorsprung (37.) heraus, den sich die SG wieder abnehmen ließ. Darin gipfelte auch Kiedaischs Kritik: „Unsere Abwehr war eine Katastrophe. Sie war einfach nicht präsent“. Dass die Gastgeber dennoch nicht einbrachen, lag an der Anfeuerung der Naberner Blechbläser.

Nach dem 25:21 (52.) durch Jens Kirschmann, lag die SG auf Siegeskurs. Dann erhielt Kirschmann eine Zeitstrafe, diskutierte und bekam eine Zeitstrafe. Dieser Bärendienst wäre fast ins Auge gegangen. Die SG vorne glücklos und hinten anfällig, musste den HC auf 24:25 (55.) herankommen lassen. Dass dann Christian Heilinger nach der dritten Zeitstrafe duschen gehen musste, brachte die Wende. Kazmaier und Wiesinger drehten nochmals auf. Das hätte aber nicht genügt, denn letztlich retten die Reflexe eines Sven Lamparters den SG-Sieg. Dies sah HC-Trainer Stefan Zumtobel ebenso: „Das Torhüterduell ging klar an die SG, die auch die bessere Bank hatte“. SG-Stammgast Oswin Gabler fand noch Statistisches: „Lenningen ist klarer Länderspielsieger. Gegen Feldkirch und Lustenau holte die SG acht Punkte“. döl

SG Lenningen: Attinger, S. Lamparter – Wiesinger (12/3), Haid (5), Kazmaier (3), Kirschmann (3), J. Lamparter (2), Wald (2), Austen (1), Renz (1), Braunwarth, Ringelspacher

HC Lustenau: Kohler, M. Bösch – Köb (6/1), Hanspeter (6), Holzer (3), Jenni (3), Heilinger (5/1), Mayer (2), P. Dona, T. Dona, Englmaier

Zuschauer: 280

Schiedsrichter: Zeiher/Widmann (HBW Balingen)