Lokalsport

Mit neuem "Team-Spirit" zum ersten Heimerfolg?

Der erste Heimsieg muss endlich her. Darüber sind sich die Zweitliga-Basketballer der Kirchheim Knights vor dem morgigen Spiel einig. Mit dem USC Freiburg kommt der Tabellenvorletzte in die Sporthalle Stadtmitte (19.30 Uhr).

MAX DANIEL

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KIRCHHEIM Pasko Tomic, der Trainer der Knights, hat es schon nach der Niederlage in Ehingen am vergangenen Sonntag unmissverständlich klar gemacht: "Das wird unser Spiel des Jahres." Denn wenn nicht gegen Freiburg, gegen wen soll dann die Wende kommen? Das fünfte Heimspiel des Aufsteigers in der zweiten Liga bietet tatsächlich Abstiegskampf pur. Entsprechend groß ist auch der Druck, der auf beiden Teams lastet. Allen ist klar: Wer dieses Spiel verliert, dürfte für den Rest der Saison im Keller festsitzen. Gewinnen die Knights, wären sie mit einem Mal im Mittelfeld gelandet und die ganze lähmende Historie der ersten neun Zweitligaspiele gegen meist übermächtige Gegner nur noch ein ferner Albtraum.

Damit dieser Albtraum nicht weiter geht, hat sich das Team zusammengerauft. Eine Mannschaftssitzung am Dienstagabend sollte Risse kitten, die bei so einer Negativserie inklusive Pokal war sie auf sieben Niederlagen angewachsen automatisch entstehen. Im Training war danach schon eine deutlich bessere Atmosphäre auszumachen. Wozu zum Teil auch Tim Burnette beitrug. Der Ex-Erstligaspieler des SV 03 Tübingen, in Kirchheim noch als Akteur der BSG Ludwigsburg im Frühjahr 2005 in Erinnerung, weilte als Gast im Training. Ob er verpflichtet wird, entscheidet sich spätestens vor dem nächsten Spiel am 9. Dezember in Nördlingen. Im Moment hat er noch einen Spielerpass beim Regionalligisten TS Göppingen.

Und Freiburg? Dort gab es am vergangenen Samstag das ganz große Aufatmen: Im neunten Anlauf gelang endlich der erste Sieg, das erste Abstiegsendspiel gegen den damals Vorletzten Mainz wurde in der Endphase mit 92:82 gewonnen. Damit ist die rote Laterne ersteinmal weg. Überragend wieder die beiden US-Amerikaner Sean Hampton (36 Punkte, 65 Prozent Wurfquote) und Larry Johnson (21, 62,5 Prozent, sechs Assists). Beide sind in Kirchheim aus Regionalligazeiten in Konstanz und Schwenningen (Hampton) beziehungsweise Rastatt (Johnson) bestens bekannt. Mit ihnen steht und fällt das Freiburger Spiel. Doch auch auf den neuen französischen Aufbauspieler Tony Ramphort ist zu achten, auf Flügel und Dreierspezialist Andreas Bloch, der im Sommer auch in Kirchheim im Gespräch war, es aber eigentlich in der ersten Liga versuchen wollte, und letztlich Power Forward Christoph Roquette, gegen Mainz mit 16 Punkten ein immens wichtiger Faktor.

Coach Petar Juric, der vor der Saison noch davon sprach, Freiburg mittelfristig in die erste Liga zu führen, hat allerdings mit Personalproblemen zu kämpfen. Center Gael Benzeval (2,06 m) kämpft sich nach einer Fußverletzung gerade wieder zurück, Nils Menck brach sich im Pokalspiel gegen Lich das Jochbein, Robin Grey verstauchte sich gegen Mainz das Sprunggelenk. Dennoch: Freiburg will jetzt eine Serie starten und raus aus dem Keller. Das und die relativ knappen Niederlagen in Chemnitz (77:90), in Langen (77:86) und zu Hause gegen Heidelberg (83:98) sollten den Knights Warnung genug sein hier kommt kein Kanonenfutter, sondern ein verwundetes Raubtier, das Blut geleckt hat und nach dem nächsten Opfer giert. Angeschlagen sind allerdings auch die Kirchheimer, die wild entschlossen sind, ihren treuen Fans den ersten Heimsieg zu präsentieren. An Kampfgeist hat es bisher nicht gefehlt, eher an Cleverness, mangelnder Erfahrung und zuweilen zu wenig Disziplin. Dass die Basketballer bei allem Zweitliga-Stress ihren Nachwuchs nicht vergessen, wollen sie morgen übrigens in der Marktstraße zeigen: In der Nähe der Dresdner Bank werden Glühwein und Waffeln verkauft. Der volle Erlös fließt in die Jugendarbeit.