Lokalsport

Mit ruhiger Hand zum Sieg

Knights drehen dank grandioser Freiwurf-Quote Partie gegen die Braves

Hinten aggressiv und vorne ohne Nerven: Nach deutlichem Rückstand zur Halbzeit haben sich die Kirchheim Knights im zweiten Abschnitt auf ihre Stärken besonnen und sich nach einer spannenden Schlussphase einen 83:78-Heimsieg gegen die Braves aus Kaiserslautern erkämpft.

MORITZ HÖNIG

Kirchheim. Geschafft, aber sichtlich glücklich und zufrieden wirkte Knights-Coach Frenkie Ignjatovic nach einem wieder einmal nervenaufreibenden Spiel: „Ich bin unheimlich stolz auf die Mannschaft, die heute wieder Moral und Herz gezeigt hat.“ Der zweite Heimsieg der Saison war erneuter Beweis dafür, dass das Team nicht nur gut harmoniert, sondern auch zu jeder Zeit an die eigene Stärke glaubt. So war das aus den letzten Spielen gewonnene Selbstvertrauen auch gegen die ­Braves der entscheidende Schlüssel zum Erfolg.

Ohne Philipp Heyden, der mit zum Bundesligaspiel des Kooperationspartners Ludwigsburg nach Bonn gefahren war, starteten die Knights gegen den Tabellennachbarn aus Kaiserslautern hektisch in die Partie. Einzig Adam Baumann war von Anfang an auf Betriebstemperatur und sorgte mit seinem Treffer zum 8:7-Zwischenstand für die einzige Knights-Führung bis zur 34. Minute. Angeführt von ihrer starken Amerikaner-Garde diktierten die Gäste von Beginn an das Geschehen und ließen Ball und Gegner laufen. Erfolgreiche Drei-Punkt-Würfe von Gordon Scott, Radi Tomasevic und Adam Baumann zum 22:24 verhinderten einen deutlicheren Rückstand nach den ersten zehn Minuten.

Wie wichtig Baumann für das Spiel der Kirchheimer ist, zeigte sich dann im zweiten Viertel, als Ignjatovic beim Stand von 29:32 Baumann eine Pause gönnte. Plötzlich lief auf Kirchheimer Seite nicht mehr viel zusammen: Ungenaues Passspiel und überhastete Einzelaktionen in der Offensive, akute Reboundschwäche und fehlender Biss in der Defensive. Nach und nach bauten die Lauterer so ihren Vorsprung aus und gingen mit einer deutlichen 50:39-Führung in die Halbzeit.

Doch Kirchheims Coach Ignjatovic musste in der Kabine die richtigen Worte gefunden haben. Mit viel Schwung starteten die Knights im dritten Viertel ihre Aufholjagd. Vor allem unter dem eigenen Korb ging die Mannschaft nun aggressiver zu Werke. Bester Beweis: Braves-Center Alexander Zyskunov, der vor zwei Jahren noch für die Knights auflief und bei seiner Rückkehr an die alte Wirkungsstätte nur selten zu überzeugen wusste, kam nach der Halbzeit zu lediglich einem Korb aus dem Feld. „In der zweiten Hälfte haben wir endlich angefangen, zu verteidigen“, sagte Frenkie Ignjatovic in der anschließenden Pressekonferenz und erfreute sich an mageren 28 Gästepunkten im zweiten Abschnitt.

Auch das Angriffsspiel lief im zweiten Spielabschnitt merklich runder. Baumann, Scott und Crawford ließen den Vorsprung Punkt um Punkt schmelzen, und als Ziyed Chennoufi per Freiwurf zum 55:56 traf, war nicht nur das Spiel wieder völlig offen, sondern auch die Kulisse da und ein Sieg der Knights plötzlich wieder in greifbarer Nähe. Mit fünf Punkten Rückstand ging es schließlich in die Viertelpause.

Einer eindrucksvollen Demons­tration der Kirchheimer Nervenstärke glich dann das letzte Viertel. Nachdem Clifford Crawford fünf Minuten vor Schluss zum 65:64 traf und Ziyed Chennoufi kurz danach mit fünf Fouls auf der Bank Platz nehmen musste, wurden die Knights von den Gästen in der Schlussphase fast ausschließlich an die Freiwurflinie geschickt. Wie sich zeigen sollte, die falsche Taktik: Baumann, Crawford und Tomasevic trafen in den letzten 150 Sekunden 12 von 12 Freiwürfen und sicherten so den viel umjubelten zweiten Heimsieg.

„Die Kirchheimer Freiwurfquote war am Ende ausschlaggebend“, kons­tatierte Gäste-Trainer Marcel Schröder hinterher. Auf der Gegenseite fehlten Frenkie Ignjatovic nach dem Spiel dagegen fast die Worte: „Fünf Siege aus neun Spielen – das ist das absolute Optimum, mehr als wir je erwartet haben.“

Nächsten Sonntag treten die Knights beim derzeit Drittplatzierten Phoenix Hagen an. Ein sicherlich nicht nur schweres, sondern speziell für Adam Baumann auch ganz besonderes Spiel: Der Kirchheimer Neuzugang trug vier Jahre lang das Hagener Trikot und genießt bei seinem alten Verein noch immer große Sympathie.

Kirchheim Knights – Teckpro Braves: 83:78

(Viertelergebnisse: 22:24, 39:50, 55:60, 83:78).

Kirchheim Knights: Tomasevic 18 (1/6 Dreier, 11/11 Freiwürfe), Chennoufi 10 (1/4 Dreier, 3/4 Freiwürfe), Baumann 26 (3/4 Dreier, 5/5 Freiwürfe), Crawford 17 (9/10 Freiwürfe), Scott 8 (2/6 Dreier), P. Klemm, T. Klemm 4.

Teckpro Braves: Smallwood 6, Paeley 25, Ramanarivo 5, Kreis 2, Bassett 8, Zyskunov 12, Ruffin 12, Brooks 8.

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