Lokalsport

Mit Rumpelfußball zum Sieg

Negativserie des VfL Kirchheim beendet – Sabri Gürol trifft aus 30 Metern

Die Leidenszeit ist vorbei. Fußball-Oberligist VfL Kirchheim hat nach sieben Pleiten in Folge wieder gewonnen. Über das Wie des Erfolgs beim 1:0 (1:0) über den FC Denzlingen herrschte danach freilich Diskussionsbedarf.

REIMUND ELBE

Kirchheim. Die Zuschauer an der Jesinger Allee waren gestern Nachmittag nicht zu beneiden. Was die 150 Gucker zu sehen bekamen, war mental äußerst anstrengend. Auf dem Sportplatz quälten sich zwei Teams über die Runden, die schon weitaus bessere Tage in dieser Saison erlebt hatten – die Denzlinger so gut wie abgestiegen, die VfL-Mannen nach einer fulminanten Vorrunde völlig desillusioniert. Nicht nur das. Mittlerweile stellt sich die Kirchheimer Mannschaft fast von selbst auf. Qualitativ ebenbürtige personelle Alternativen sind vor allen Dingen in der Offensive nach dem Ausfall des erfolgreichen Sturmduos Antonio Tunjic/Maximilian Laible nicht vorhanden. Mit ein Grund dafür, dass die Partie weder in spielerischer, taktischer noch kämpferischer Form Oberliga-Niveau hatte. In Spitzenzeiten brachten es beide Teams auf ein halbes Dutzend Fehlpässe binnen einer Minute.

So gab es für den Kirchheimer Anhang nur zwei Mal Grund zur Freude. Beim Abpfiff durch den souveränen Unparteiischen Markus Werthwein sowie in der 10. Minute, als Sabri Gürol mit einem sehenswerten Flachschuss aus rund 30 Metern Entfernung das 1:0 besorgte. Das hart geschossene Leder schlug unerreichbar für Denzlingens Torwart Burger knapp neben dem Pfosten ein. Wer danach auf Kirchheimer Seite die Hoffnung in sich trug, das frühe Tor würde Sicherheit in die Aktionen der Gastgeber bringen, sah sich getäuscht. Zwar mühten sich die Kirchheimer redlich, doch in keiner Phase des Spiels war eine überzeugende Struktur im Spielaufbau erkennbar. Dabei hätte der VfL von der ausgeprägten Harmlosigkeit des Gegners profitieren können. Die Denzlinger kreuzten zwar mehr als ein Mal vielversprechend vor Kirchheims sicherem Keeper Michael Stowers auf, doch entweder bereinigte die VfL-Defensivabteilung die Situation problemlos oder die FCD-Angreifer ließen die Gelegenheiten fahrlässig aus. Nach lethargischen Phasen kam erst wieder Schwung in die Kirchheimer Offensivbemühungen, als Ferdi Er und Marcel Hofbauer die schwachen Manuel Horeth und Marcel Ziegler ablösten. In Zählbares ummünzen konnten auch die beiden Stammkräfte ihre Aktionen nicht.

Angesichts der mageren Vorstellung hielt sich der Jubel der Kirchheimer nach dem Abpfiff in Grenzen. Allerdings machte sich Erleichterung breit. „Das war der lang ersehnte Dreier“, erklärte Abwehrspieler Nico Kauffmann, der voraussichtlich heute seinen Vertrag beim Teckclub verlängern wird. VfL-Interimstrainer Thomas Stumpp zog ein ernüchterndes Fazit. „Das war keine gute Leistung“, sagte er in der Pressekonferenz, „momentan ist einfach die Leistung aus der Vorrunde nicht abrufbar.“ Zudem muss er nun definitiv bis zum Saisonende auf Maximilian Laible verzichten, auch Sturmkollege Antonio Tunjic wird wohl wegen seiner Wadenverletzung noch weiter pausieren müssen ebenso wie Oliver Otto (Knieblessur). Auf Selim Altinsoy wartet dagegen ein ernstes Gespräch mit der sportlichen Leitung: Er ist noch nicht von den Hochzeitsfeierlichkeiten seiner Cousine aus der Türkei zurückgekehrt.

Unterdessen knallten bei der TSG 1899 Hoffenheim II die Sektkorken. Sie machte mit einem 1:0 beim FC Astoria Walldorf den Aufstieg in die Regionalliga Süd perfekt. „Teamgeist, Siegeswillen, geniale Typen“ – so lautet der Spruch auf den knall orangenen Aufstieg-T-Shirts. „Eine absolut perfekte Saison“, jubelte der sektgeduschte Trainer Markus Gisdol. Den Kirchheimer Fußballern bleibt immerhin der Trost, dass sie mit dem neuen Meister bis vor wenigen Wochen auf Augenhöhe agiert haben.

VfL Kirchheim: Stowers – Hentschel, Kauffmann, Huttenlocher, Hertel – Ziegler (64. Hofbauer), Ohran, Polat, Kuhn – Gürol, Horeth (68. Er)

FC Denzlingen: Burger – Ringhof, Bleier, Raab – Nopper, Margenfeld, Bussmann (72. Roth), Daniel Ruf (79. Kuwert) – Tobias Ruf, Maier, Hein

Gelbe Karten: Horeth – Daniel Ruf

Tor: 1:0 Gürol (10.)

Schiedsrichter: Markus Werthwein (Rauenberg)

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