Lokalsport

Mit Vollgas in die neue Saison

Mit Vollgas startete Automobilrennfahrer Wolf Henzler vom Motorsportclub Kirchheim/Teck in den Vereinigten Staaten in die neue Rennsaison.

EBERHARD STRÄHLE

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DAYTONA Im sonnigen Florida gewann der Sieger des letztjährigen Porsche-Supercups zusammen mit seinen drei Copiloten Dominik Farnbacher, Pierre Ehret und Shawn Price das heiß umkämpfte GT-Klassement des 24-Stunden-Rennens von Daytona mit einem Porsche 911 GT3 und belegte im Gesamtklassement Platz zehn. Dabei brillierte Henzler als absoluter Topfahrer im Team des Lichtenauers Horst Farnbacher. "Ich habe auf dieses erste Rennen schon sehnsüchtig gewartet. Die Winterpause ohne Rennen ist nicht ganz so einfach zu überbrücken", hatte der 30-jährige Nürtinger vor seinem Trip in die Vereinigten Staaten gesagt.

Dass Henzler das (Renn-)Fahren nicht verlernt hat, bewies er bereits beim Qualifying auf dem Daytona International Speedway, wo er den goldenen Porsche Carrera 911 GT3 des Farnbacher-Teams USA auf die Poleposition der GT-Kategorie mit einer Rundenzeit von 1.55,958 Minuten stellte. Henzler, der in Daytona zum ersten Mal an den Start ging, hatte bereits vor vier Wochen schon im "Nudeltopf" von Daytona getestet. "Diese Testfahrten waren für mich unheimlich sinnvoll und ergiebig. Banking fahren, also in den überhöhten Kurven, ist doch recht schwierig." Vor dem 380 PS starken Farnbacher-GT3 standen die ganz "heißen" Öfen: Die so genannten Daytona-Sport-Prototypen sind reine Sportwagen mit Motorleistungen bis zu 500 PS.

Beim Start zum 24-Stunden-Rennen tummelten sich rund 30 Daytona-Protoypen und über 35 GT-Wagen. Prominentester Teilnehmer: der amerikanische Schauspieler und Oscar-Preisträger Paul Newman. Dessen Crawford-Ford, auch ein Daytona-Prototyp, fing bereits im Training Feuer der 80-jährige Leinwandheld blieb unverletzt. Porsche setzte bei der 43. Auflage des 24-Stunden- Klassikers nicht weniger als sechs Werksfahrer ein, die allesamt auf Daytona-Prototypen am Start waren. Bei ihrer Daytona-Premiere lagen die Farnbacher-Fahrer stundenlang an der Spitze des Riesenfelds, als die Funkanlage ihren Dienst quittierte. Pierre musste daher die Box zur Reparatur ansteuern. Die Führung im GT-Klassement übernahm zwischenzeitlich die australische Porsche-Mannschaft Morris, Ambrose, Baird, Teulan. Aber noch vor Mitternacht verabschiedete sich das Getriebe des GT3. Zurückgefallen kämpfte sich Wolf Henzler, der als Toppilot im Farnbacher-Team die längste Zeit hinterm Lenkrad saß, wieder an die Spitze. Sechs Runden Vorsprung betrug das Polster. Das Fanbacher-Team konnte sich sogar noch einen nächtlichen Wechsel der GT3-Bremsbeläge leisten. Der Vorsprung schmolz bei dieser Aktion zwar auf drei Runden zusammen, diese waren aber dennoch ausreichend, um als Erster der GT-Klasse nach 664 Rennrunden über den Zielstrich zu brausen.

Mit welchem Leistungsunterschied die Prototypen gegenüber den etwas kleineren GT-Autos ihr Rennen fuhren, zeigte das Ergebnis der gefahrenen Rundenzahl: 710 Rennrunden der Prototypen standen 664 Runden des GT-Siegers Henzler gegenüber. "Ich freue mich riesig, die neue Saison mit einem solchen grandiosen Erfolg zu beginnen", meinte er nach dem Rennen und fügte an: "Ich hoffe, dass es bei mir so gut weiterläuft und ich mich in Amerikaetablieren kann. Selbstverständlich sind auch Rennen in Deutschland geplant. Ich würde gerne auch im nationalen Porsche-Carrera-Cup wieder an den Start gehen."

Ein erneuter Auftritt im Supercup ist für Wolf Henzler aus terminlichen Gründen hingegen 2005 nicht möglich.

24 STUNDEN VON DAYTONA

GT-Fahrzeuge, Endstand: 1. Henzler/Farnbacher/Ehret/ Price, Porsche GT3, 664 Runden, 2. Fitzgerald/ Matos/ Assentato/ Longhi, Porsche GT3, 661 Runden, 3. Neam/Lacey/Shep/Wilkins/Wilkins, Porsche GT3, 659 Runden.