Lokalsport

Mit zwei überzeugenden Auftritten beim letzten ...

Mit zwei überzeugenden Auftritten beim letzten Test vor der EM-Qualifikation hat Fabian Gutbrod seinen Platz in der deutschen Junioren-Auswahl gefestigt. Der 19-Jährige aus Owen war unter den Augen von Bundestrainer Heiner Brand mit sieben Treffern am doppelten Erfolg gegen EM-Gastgeber Rumänien beteiligt.

bernd Köble

Owen. Die moralische Unterstützung kam diesmal von höchster Stelle. Weltmeister Heiner Brand hatte sich in der Halle in Buchen unters Publikum gemischt, um dem DHB-Nachwuchs seine Aufwartung zu machen. Was der Chef sah, fand Gefallen: Beim letzten Test vor der am Donnerstag beginnenden EM-Qualifikation gegen Island, Norwegen und Belgien zeigte sich das Team von Bundestrainer Martin Heuberger gegenüber den beiden Länderspielen gegen Österreich im Februar stark verbessert. Einem 36:27-Erfolg am Dienstag im Odenwald ließ die Mannschaft tags darauf vor 1 200 Zuschauern in der Tauber-Franken-Halle in Königshofen ein 35:18 über EM-Gastgeber Rumänien folgen. Beide Male war eine überzeugende Defensivleistung der Schlüssel zum Erfolg.

„Wir sind in der Abwehr deutlich stabiler geworden und auch vorne spielte die Mannschaft disziplinierter, wartete geduldig ihre Chancen ab“, bilanzierte Heuberger zufrieden.“ Ich hoffe, wir sind für den Ernstfall gewappnet.“ Der Ernstfall tritt am kommenden Donnerstag ein mit dem Auftaktspiel zur dreitägigen Qualifikationsrunde in Schutterwald gegen Außenseiter Belgien. Am Karfreitag trifft die Mannschaft an selber Stelle auf Norwegen, bevor es am Samstag dann zum Showdown gegen die starken Isländer kommt. An eine Prognose wagt sich Heuberger nicht. „Alle Teams sind sehr schwer einzuschätzen, wir müssen abwarten, wie unsere Mannschaft mit dem Druck umgehen wird.“ Der ist nicht zu unterschätzen, denn nur der Gruppenerste reist Ende Juli nach Rumänien. Zwar ist Heuberger bemüht, den Erwartungsdruck von seiner neu formierten Truppe zu nehmen, doch die Spieler des Jahrgangs 88/89 wissen, worum es geht. Schließlich treten sie in die Fußstapfen des Vizeweltmeisters vom vergangenen Jahr.

Auf dem Weg zur EM wird viel davon abhängen, wie rasch sich das Lazarett lichten wird. Fünf Spieler standen zuletzt auf der Verletztenliste. So musste der Bundestrainer gegen die Rumänen diese Woche notgedrungen improvisieren. Nach dem Ausfall des Erlangers Georg Münch, der sich im letzten Heimspiel des HC einen Achillessehnenriss zugezogen hatte, verstärkte Fabian Gutbrod in der Abwehr zeitweilig den Mittelblock. Eine ungewohnte Aufgabe für den jungen Owener, für die es Lob vom Trainer gab: „Fabian hat seine Sache gut gemacht“, meinte Heuberger, der darin auch eine Variante für die anstehenden Qualifikationsspiele sieht. Eine Dauerlösung sei dies freilich nicht. Der knapp zwei Meter große Scharfschütze des TV Neuhausen soll seine Fähigkeiten besser im Angriff auf der halblinken Rückraumposition unter Beweis stellen. Dort steuerte er gegen die Rumänen am Dienstag und Mittwoch sieben Treffer bei und untermauerte damit seinen Anspruch auf einen Stammplatz. Die Mannschaft, die sich gegen den EM-Gastgeber behauptete, wird wohl auch am Donnerstag das Auftaktspiel gegen Außenseiter Belgien bestreiten. Nennenswerte Alternativen stehen dem Bundestrainer nach einer ganzen Reihe verletzungsbedingter Ausfälle ohnehin nicht zur Verfügung. Heubergers größte Sorge gilt daher dem Ligabetrieb am kommenden Wochenende. „Ich hoffe nur, dass alle heil vom Platz gehen.“

Für Fabian Gutbrod, der seit fast drei Wochen an einem Muskelfaserriss in der Brust laboriert, geht es eher darum, heil ins Spiel zu kommen. „Wenn es sich irgendwie vermeiden lässt, schieße ich im Training derzeit nicht aufs Tor“, meint er. Mehr als eine reduzierte Gangart ist momentan nicht drin, denn das Pensum, das der 19-Jährige derzeit zu absolvieren hat, lässt keine Zeit, Blessuren auszukurieren. „Wenn du die Chance hast, zur EM zu fahren“, sagt er mit müder Stimme, „setzt du dich nicht freiwillig verletzt auf die Bank.“ Nach seiner Rückkehr vom Länderspiel-Lehrgang am frühen Donnerstagabend hieß es deshalb,Tasche packen und ab ins Ermstal. Schließlich will er beim Abschlusstraining seines Heimatvereins TV Neuhausen nicht fehlen. Der will mit einem Sieg am heutigen Samstag im schweren Heimspiel gegen den Tabellensechsten aus Hemsbach seine Restchancen auf den Aufstieg in die zweite Liga wahren. Gestern stand zunächst noch das Freitagstraining beim Bundesligisten Frisch Auf Göppingen im Kalender, wo Fabian Gutbrod im Perspektivkader steht, und bereits am Montag trifft sich die Junioren-Nationalmannschaft in Offenburg zur direkten Vorbereitung auf die EM-Qualifikation vom 20. bis 23. März in Schutterwald. Dann sind immerhin schon Osterferien, denn nach all dem Handballstress heißt es für den Schüler der Kirchheimer Schöllkopfschule, verpassten Unterrichtsstoff nachzuholen.

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