Lokalsport

Mosolf: „Kein Handlungsbedarf“

Pünktlich zu Beginn der heißen Phase im Abstiegskampf der Fußball-Oberliga gerät beim VfL Kirchheim die Gerüchteküche ins Brodeln. Meldungen, nach denen die Clubverantwortlichen auf der Suche nach einem neuen Trainer für die nächste Saison sein sollen, wurden gestern allerdings dementiert. Erster Ansprechpartner sei der bisherige Coach Christian Hofberger.

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Peter Eidemüller

Kirchheim. Das Spielchen scheint zum Fußall zu gehören wie der Deckel zum Topf: Je näher das Ende einer Saison rückt, umso wilder schießen personelle Spekulationen ins Kraut – besonders in Sachen Trainerposten. Auch Oberligist VfL Kirchheim soll angeblich die Fühler nach neuen Übungsleitern für die kommende Saison ausgestreckt haben. Jüngstes Beispiel: Hansi Kleitsch. Der 56-jährige A-Junioren-Coach des VfB Stuttgart soll Medienberichten zufolge als Wunschkandidat von VfL-Abteilungsleiter Jörg Mosolf gelten. Dieser dementiert aus dem fernen Moskau, wo er bis Freitag auf Geschäftsreise weilt: „Wir sehen in der Trainerfrage momentan keinerlei Handlungsbedarf.“ Der Name Kleitsch sei beim VfL laut Mosolf nur im Zusammenhang mit der Jugendabteilung gefallen. Der Verein denkt offenbar über eine Entlastung für Walter Rau nach, der in seiner Doppelfunktion als Geschäftsführer und Jugendleiter regelmäßig an die Belastungsgrenze kommt.

Für Kleitsch, der Kontakte zum VfL ebenfalls dementiert, käme ein Engagement als Trainer der Oberligamannschaft ohnehin nicht in Frage: „Das würde ich mir nicht antun wollen“, sagt der 56-Jährige mit Wohnsitz in Kirchheim. „Ich will samstags in Ruhe über den Markt laufen können, ohne ständig angesprochen zu werden.“ Zum Ende der Saison hört Kleitsch als Trainer der Stuttgarter A-Junioren auf. Was danach kommt, ist noch unklar. Ob er am Ende doch in der Jugendabteilung des VfL landet? „Ich will nichts ausschließen“, sagt Kleitsch, der kommende Woche ein Gespräch mit VfB-Manager Horst Held führt. Gut möglich, dass die „Roten“ ihn als Scout behalten wollen.

Behalten wollen, oder nicht: Stellt sich beim VfL diese Frage in Sachen Trainer überhaupt? Klar ist nur, dass es die Konstellation mit einer Doppelspitze, wie sie Michael Rentschler und Christian Hofberger seit Saisonbeginn bilden, nicht mehr geben wird. Nachdem Rentschler im Juli als hauptberuflicher Trainer zum WFV wechselt, scheint der Posten des ­Alleinverantwortlichen vergeben. „Unser erster Ansprechpartner heißt ganz klar Christian Hofberger“, favorisiert der sportliche Leiter Norbert Krumm den 34-jährigen A-Lizenz-Inhaber aus Renningen, dessen Vertrag bis Ende der Saison läuft.

Nachdem auf den abstiegsbedrohten Club in den kommenden Wochen entscheidende Partien warten, liegen derzeit allerdings alle Vertragsgespräche auf Eis. „Es gibt noch keine großartige Zukunftsplanung“, sagt Abteilungsleiter Jörg Mosolf, der im Falle des Kirchheimer Klassenerhalts aber fest von einer weiteren Zusammenarbeit mit Hofberger ausgeht. „Es hängt aber natürlich auch davon ab, ob er weitermachen will.“ Laut Geschäftsführer Walter Rau („Chris ist der Einzige, mit dem wir bislang Gespräche geführt haben“) macht Hofberger selbst seine sportliche Zukunft abhängig vom Klassenerhalt.

Den zu erreichen, wird angesichts der momentanen Konstellation schwer genug: Sechs Mannschaften kämpfen am Tabellenende der Oberliga ums Überleben. Der VfL hat als Viertletzter nur einen Zähler Vorsprung auf den ersten der beiden Abstiegsplätze, den aktuell der VfR Mannheim belegt. Die Kurpfälzer ihrerseits trennen gerade mal zwei Punkte vom Sechstletzten (Bahlinger SC) – enger geht‘s kaum noch. Vorteil für den VfL: Außer gegen Schwieberdingen spielen die Kirchheimer noch gegen alle anderen Kellerkinder. Angesichts dessen kommt es am kommenden Samstag zu einem echten „Sechs-Punkte-Spiel“ für die Teckstädter: Ein Sieg beim Tabellenletzten SV Linx würde nicht nur das Punktekonto aufbessern, sondern auch die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass der VfL-Trainer in der kommenden Saison Christian Hofberger heißt.