Lokalsport

Nach der Delikatesse wieder Alltagskost

Eine Woche nach dem 3:2-Coup in Ochsenhausen erwartet Bundesligist Frickenhausen den TTC Hagen

Auf dem Papier scheint die Sache klar zu sein: Der Tabellen-Vierte und Spitzenreiter-Besieger TTC matec Frickenhausen erwartet in der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) am Sonntag ab 15 Uhr den Vorletzten TTC Hagen.

TTC Frickenhausen - Koki Niwa
TTC Frickenhausen - Koki Niwa

Frickenhausen. „Die Mannschaft hat in Ochsenhausen eine herausragende Leistung abgeliefert“, blickt Frickenhausens Manager Jürgen „Max“ Veith nochmals auf den jüngsten Sonntags-Coup zurück. Doch er warnt: Wer glaubt, das Spiel gegen den TTC Hagen wird jetzt zum Selbstläufer, der irrt.“ Die Gäste bezwangen immerhin Rekordmeister Borussia Düsseldorf in eigener Halle mit 3:1, auch wenn Ausnahmekönner Timo Boll damals nicht dabei war. Hagens Spitzenspieler Maharu Yoshimura holte zwei Zähler, den dritten Punkt steuerte Jonathan Groth bei. Doch es war Hagens einziger Sieg bisher. Vier Niederlagen in Bremen (0:3), gegen Saarbrücken (0:3), in Grenzau (1:3) und in Ochsenhausen (2:3) brachten unterm Strich 2:8 Punkte und den neunten Platz.

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Hagens 20-jähriger Japaner Yoshimura liegt in der Weltrangliste auf Position 129 und weist in der TTBL eine Bilanz von 3:4 auf. Als Japanischer Meister von 2012 ist er der Vorgänger von Koki Niwa, der bekanntlich 2013 den Titel holte. Auch Jonathan Groth (Nummer 112 der Welt) war 2012 Landesmeister, der Däne gewann zudem die Silbermedaille bei den Europameisterschaften 2009 mit der Mannschaft. Dritter Mann der Hagener ist der Rumäne Ovidiu Iones­cu (174), WM-Teilnehmer 2012 und im selben Jahr nach einem Sieg gegen Plüderhausen mit seinem alten Verein SV Velbert in der Stuttgarter Porsche-Arena im Halbfinale des Pokal-Final 8, wo der Zweitligist mit dem 1:3 gegen Fulda-Maberzell das Endspiel verpasste.

An ihre Top-Leistungen in Ochsenhausen wollen die Spieler von Trainer Jian Xin Qiu jetzt gegen Hagen anknüpfen. Der versierte Taktiker, seit über 20 Jahren beim Täles­club, hat mit seinem Aufstellungspoker wieder einmal alles richtig gemacht. Zugute kam den Gästen, dass sich Spitzenspieler Koki Niwa derzeit in Weltklasseform präsentiert und mit nun neun Siegen in neun Spielen der erfolgreichste Bundesligaakteur ist. Der 19-Jährige demontiert in dieser Saison seine Gegner teilweise geradezu, und oft hat man den Eindruck, dass er noch zulegen kann. Diese Überlegenheit führt manchmal dazu, dass er nicht ganz konzentriert zu Werke geht, doch wenn es eng wird, explodiert der kleine Wirbelwind, und am Ende müssen ihm seine Gegenspieler zum Sieg gratulieren. Aktuell ist Koki Niwa in der Weltrangliste Zwölfter, doch das kann sich in der Zukunft noch nach oben ändern.

„Was Koki momentan zeigt, ist Tischtennis vom Feinsten“, schwärmt Rolf Wohlhaupter-Hermann, der Präsident des TTC Frickenhausen. Publikumsliebling ist indes Yang Wang – – er ist mittlerweile die Nummer 120 in der Welt. Team-„Oldie“ Steffen Mengel (25) hat in Ochsenhausen im entscheidenden Match gegen Lima Pitchford Nervenstärke und Selbstbewusstsein bewiesen und den Engländer deutlich mit 3:0 bezwungen. „Für uns war es wichtig, auch mal gegen eine Spitzenmannschaft zu gewinnen, um den Anschluss an die Play-off-Plätze zu halten“, freute sich der Deutsche Einzelmeister nach seinem verwandelten Matchball.

So soll es gegen Hagen weitergehen, hofft Jürgen Veith.