Lokalsport

Nach Unger und Lichtl: Passt auch Erdmann?

Das Grüppchen Teck-Athleten, das am Wochenende bei den baden-württembergischen Hallenmeisterschaften an den Start geht, wird immer kleiner. Nach dem Verzicht von Tobias Unger und der verletzungsbedingten Absage von Stephanie Lichtl, droht nun auch Lukas Erdmann das Aus: Den Weilheimer Hürdensprinter plagen Leistenprobleme. Mit dabei sind allerdings die schnellen Frauen des VfL Kirchheim.

PETER EIDEMÜLLER

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KIRCHHEIM Der Frust von Lukas Erdmann ist nicht zu überhören. Nach drei Monaten intensiver Vorbereitung scheint die Hallensaison für den 24-jährigen Hürdensprinter beendet, noch bevor sie richtig losgegangen ist. Den Weilheimer zwickt's seit einigen Tagen in der linken Leiste, an ein schmerzfreies Training war seitdem nicht zu denken. "Da trainierst du wie ein Depp, bist richtig gut drauf und musst dann wegen so einer Lapalie auf Wettkämpfe verzichten", ärgert er sich.

Nach den Landesmeisterschaften am Wochenende in Sindelfingen wollte Erdmann bei den deutschen Hochschulmeisterschaften am kommenden Mittwoch seinen Titel über 60 m Hürden verteidigen, um dann eventuell beim Sparkassen-Cup übernächstes Wochenende in Stuttgart zu starten. "Mit einer Zeit im 7,80-Sekunden-Bereich, hätte das mit einer Wildcard klappen können." Dass er dieses Leistungsvermögen in den Beinen gehabt hätte, davon ist Erdmann, der die Wahrscheinlichkeit eines Starts in Sindelfingen bei 15 Prozent sieht, überzeugt: "Ich war so gut vorbereitet wie noch nie." Ob er seinen zweiten Platz aus dem Vorjahr am Sonntag verteidigen kann, hängt nun vor allem von der Wirkung schmerzstillender Spritzen ab, die ihm sein Arzt verordnet hat. "Mein Doktor meint, dass es eine sogenannte weiche Leiste sein könnte", so Erdmann. In dem Fall könnte das Erzwingen eines Start fatale Folgen haben: Die weiche Leiste gilt als Vorstufe des Leistenbruchs.

Während Erdmann mit dem (Verletzungs-)Schicksal hadert, hat sich sein prominenter Trainingskollege Tobias Unger bewusst gegen einen Start im Glaspalast entschieden. "Bei so vielen Hallenterminen wäre das zu viel geworden", sagt Unger-Coach Micky Corucle, der seinen Schützling lieber gezielt auf den Sparkassen-Cup vorbereiten will. Ein Auftritt bei den Landesmeisterschaften wäre laut Corucle nur dann in Frage gekommen, wenn Unger vergangenes Wochenende nicht so fulminant in die Saison gestartet wäre die 6,63 Sekunden vom Sindelfinger Hallenmeeting haben dem "Schwabenpfeil" Sicherheit gegeben. "Wäre er da schlecht gelaufen, hätte ich ihn aus psychologischen Gründen am Wochenende starten lassen", so Corucle, der ohne eine weitere Top-Athletin in den Glaspalast fährt: Hürdensprinterin Stephanie Lichtl (22), auf Landesebene immer für einen Titel gut, muss aufgrund einer Sehnenentzündung im Knie passen.

So bleibt es den schnellen Mädels des VfL Kirchheim vorbehalten, die Fahne der Teck-Athleten hochzuhalten. Über 60 m bei den Frauen sind Ann-Kathrin Fischer, Franziska Dobler und Anja Wackershauser gemeldet, wobei Wackershauser auch noch die 200 m absolvieren wird. "Alle müssten normalerweise die Finalläufe erreichen", hofft Corucle, der für die 4 x 200-m-Staffel mit einem Überraschungscoup aufwartet: Nachdem Valerie Hess den VfL bekanntlich verlassen hatte und Katja Holder studiumsbedingt in England weilt, standen die erfolgsverwöhnten Kirchheimerinnen ohne vierte Kraft für die Staffel da. Kurzerhand sorgte Corucle per Ausnahmeregelung dafür, dass die B-Jugendliche Sarah Haupeltshofer in Sindelfingen an den Start gehen darf ein Riesentalent, wie der Rumäne beschwört: "Sarah hat sich seit September extrem verbessert."

In der Tat machte die 15-Jährige bei den Landesmeisterschaften der B-Jugend vergangenen Sonntag über 60 m in 8,07 Sekunden eine gute Figur. Zwar verpasste sie damit den Endlauf, hätte dort mit dieser Zeit allerdings den siebten Platz belegt. "Letztes Jahr war sie auf Kreisebene noch Durchschnitt", so Corucle, "jetzt ist sie erweiterte baden-württembergische Spitze."