Lokalsport

Nebel, so weit das Läufer-Auge reicht

Eisregen gab es bisher schon, strahlenden Sonnenschein auch, selbst Sturm. Doch in dichtem Nebel vom ersten bis zum letzten Meter zu laufen, das gab es für die Beteiligten in der langjährigen Geschichte des Käppelelaufes noch nie. Diesmal gab's die Premiere dazu doch alle 162 Starter fanden schließlich den Weg vom Sportplatz Reudern hinauf ins Ziel bei Dettingen.

NÜRTINGEN/DETTINGEN Unter den Startern waren rund 50 Läuferinnen und Läufer aus der Teckregion. Schnellster aus der Region war Frank Schmid (Feuerwehr Ohmden) auf Platz 16, vor Michael Slavik vom TSV Jesingen (25.). Bei den Frauen wurde Sabine Henzler (TSV Ötlingen) Vierte. Im der Gesamtwertung des Tälescups belegte sie Platz zwei.

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Der Käppelelauf 2007 ein Nebelrennen, das Peter Born aus dem Organisationsteam kurz vor dem (erstmaligen) Start am Sportplatz in Reudern ein kleines Problem bereitete. Auf die viel gestellte Frage der Teilnehmer, wo denn der Startpunkt sei, musste er von seiner Position am Anmeldestand mit den Fingern quasi ins Nichts deuten die Sicht reichte wegen des Nebels nicht einmal von den Parkplätzen bis zu dem gerade einmal 80 Meter entfernten Startbereich am Waldrand. Gleich zu Beginn warteten zwei "giftige" Steigungen auf die Läuferinnen und Läufer, ehe sie in die ehemalige Strecke einfädeln konnten. Schon nach den ersten Metern war klar, dass der Sieg beim Käppelelauf nur über Matthias Heer (LG Neckar-Erms) führen konnte. Die Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt und der dichte Nebel, machten ihm offenbar wenig aus, im Ziel setzte er mit 27.29 Minuten eine neue Streckenbestmarke für den 7,3 Kilometer langen Kurs. Zweiter wurde Benjamin Holder vor dem ehemaligen Käppelelauf-Sieger Jürgen Kraut.

Bemerkenswert: Seit über einem Jahrzehnt kommt der selbst aktiv laufende Leichtathletik-Trainer Wolfgang Schweizer mit einem Team von der LG Filder zum Käppelelauf. In diesem Jahr waren es wieder ein Dutzend Starter, viele davon platzierten sich im Vorderfeld. "Der Käppelelauf gehört bei uns einfach jedes Jahr zum Programm dazu, es ist eine sehr familiäre Veranstaltung", lobte Schweizer. Schnellster aus dem Team in diesem Jahr: Matthias Vosseler als Fünfter.

Bei den Frauen ging der Titel erstmals an Beate Hartmann-Elbe (TB Neuffen). Im Läuferfeld auch noch: ein ehemaliger Olympiateilnehmer. Dietmar Meisch startete 1980 bei den Spielen in Moskau im 50 Kilometer Gehen und lag dort bis kurz vor dem Ziel auf Medaillenkurs, ehe eine umstrittenen Kampfrichterentscheidung für die Disqualifikation des Deutschen sorgte und somit der hinter ihm liegende Starter der damaligen UdSSR auf den Bronzerang aufrückte. Heutzutage joggt Meisch, der seit ein paar Jahren in der Nähe von Göppingen wohnt, nur noch aus Spaß durch die Lande. Beim Käppelelauf begleitete er seine Tochter Laura, die bei ihrer Premiere nach 48 Minuten im Ziel eintraf.

rei