Lokalsport

Nebelkerzen aus München

LG Stadtwerke dementieren Unger-Wechsel

Wer hat noch nicht, wer will noch mal: Im Wechselpoker um Tobias Unger zünden die Beteiligten dieser Tage eine Nebelkerze nach der anderen. Wohin es den Kirchheimer Sprinter letztendlich zieht, ist dabei ein offenes Geheimnis: München.

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Peter Eidemüller

Kirchheim. Der Athlet selbst kann es nicht, sein Trainer will es nicht und der Vereinssprecher darf es nicht bestätigen – auf diese Formel lassen sich die Gerüchte um einen Wechsel des 200-Meter-Rekordlers zur LG Stadtwerke München zusammenfassen. Anfang der Woche hatte ein Bericht der „Sonntag Aktuell“, der Tobias Unger just mit den Münchnern und dem TV Wattenscheid in Verbindung bringt, für Aufsehen gesorgt. „Es ist noch nichts entschieden“, sagte Unger am Montagabend nach dem Training im Kirchheimer Stadion, damit indirekt bestätigend, dass es Kontakte zu beiden Clubs gibt.

In Wattenscheid und München winkten die Verantwortlichen unter der Woche jedoch ab. „Tobias Unger ist kein Thema bei uns“, sagt Michael Ragsch, Sprecher des TV Wattenscheid. Ähnlich deutlich wurde Norman Feiler, zweiter Vorsitzender der LG Stadtwerke München. „Es gab in den letzten Tagen und Wochen keinen Kontakt zu Tobias Unger“, betont Feiler. Lediglich kurz vor den deutschen Meisterschaften in Ulm habe er einmal mit Unger-Coach Micky Corucle gesprochen. Das war Anfang Juli. „Natürlich würden wir gerne alle verpflichten, die bei uns anfragen“, so Feiler, „aber momentan fehlt uns dafür das Budget.“

Momentan – just mit diesem kleinen Wörtchen lässt der LG-Sprecher Raum für Spekulationen. Denn wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren ist, wollen die Münchner ihrem Sponsor und Namensgeber in Bälde ein Konzept vorlegen, in dem nicht nur der „Schwabenpfeil“ eine Rolle spielt. Neben Unger sollen auch dessen Trainingskollege Marius Broening sowie der Hochspringer Fabian Schulze in den LG-Dress schlüpfen. Ein dafür angeblich auf gestern anberaumter Gesprächstermin zwischen dem Verein und den Stadtwerken wurde jedoch dementiert. „Ein derartiges Gespräch wird es diese Woche nicht geben und auch nicht in nächster Zeit“, versichert Norman Feiler vielsagend. In nächster Zeit – das muss das Ende der Wechselfrist am 30. November nicht zwangsläufig beinhalten. Das Interesse an Unger so lange zu verneinen, bis die nötigen finanziellen Voraussetzungen geschaffen sind, ist selbst unter Leichtathleten eine in solchen Situationen gängige Vorgehensweise.

Auch Ungers Trainer lässt sich im Zusammenhang mit den jüngsten Gerüchten nicht in die Karten schauen. „Von mir erfährt zu diesem Thema niemand mehr etwas“, gab Micky Corucle gestern genervt zu Protokoll. Neben der Suche nach einem neuen Verein muss der 47-Jährige derzeit übrigens auch einen neuen Vertrag mit Ungers Sportartikelausstatter aushandeln. Am Mittwoch hatte es erste Gespräche gegeben, die jedoch ohne Ergebnis blieben. „Der alte Vertrag läuft bis 31. Dezember“, wiegelt Corucle ab. „So etwas wird ja nicht an einem Tag entschieden.“