Lokalsport

Neben Unger glänzen auch andere

Ein lockerer Tobias Unger, ein geselliger Dieter Baumann sowie sieben neue Stadionrekorde so die Bilanz des 3. Köngener Abendsportfestes am Mittwoch.

PETER EIDEMÜLLER

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KÖNGEN Die Veranstaltung in der Köngener Fuchsgrube stand, wie nicht anders zu erwarten, ganz im Zeichen des Auftritts von Tobias Unger. Die Szenerie nach dem 100-m-Zieleinlauf, die Unger in 10,63 Sekunden vorne sah, sprach Bände: Dutzende Kinder, Fotografen und Kollegen der schreibenden Zunft hatten das Sprint-Ass binnen Sekunden umringt Ungers Gegner im ungleichen 100-m-Rennen schlichen mehr oder weniger unbeachtet von der Bahn. "Das ist schon ein komisches Gefühl", musste dann auch Ungers Trainingskollege Lukas Erdmann zugeben, der neben den 110 m Hürden auch die 100 m im gleichen Lauf wie Unger absolvierte. "Aber wir alle gönnen das dem Tobi auch von Herzen", machte er deutlich, dass niemand neidisch auf Unger und dessen Omnipräsenz sei.

Der Star des Abends bedankte sich nach seinem Solo-Lauf (der Zweitplatzierte Martin Obenland kam 42 Hundertstel Sekunden nach Unger ins Ziel) artig bei den rund 500 Zuschauern und erfüllte danach geduldig und freundlich die Autogrammwünsche von Groß und Klein. Sein Coach Micky Corucle war zufrieden mit dem Auftritt seines Zöglings: "Die ersten 50 Meter ist Tobias in 5,35 Sekunden gelaufen, dannach hat er austrudeln lassen. Das war in Ordnung."

Unger war jedoch nicht der einzige, den Corucle im Auge hatte. Seine VfL-Mädels Ann-Kathrin Fischer (12,34 Sekunden) und Katja Holder (12,47) beherrschten die Konkurrenz über 100 m bei der weiblichen A-Jugend. Holder verzichtete anschließend auf einen Start über die 200 m.

Ob er auf seinen Start über die 110-m-Hürden nicht besser auch verzichtet hätte, fragte sich Lukas Erdmann kurz nach seinem Auftritt. In für ihn indiskutablen 14,97 Sekunden erreichte der 22-jährige Weilheimer als Zweiter hinter Claude Godart (LG Karlsruhe/14,70) das Ziel. "Momentan läuft's einfach überhaupt nicht", stellte er fest.

Umso besser lief es für Stephanie Lichtl von der TG Nürtingen, die ihren Konkurrentinnen über 100-m-Hürden keine Chance ließ: In 13,93 Sekunden lief sie über eine Sekunde schneller als die Zweitplatzierte Bettina Strewe von der SV Böblingen (15,11). Weniger erfolgreich war Lichtls Auftritt im Weitsprung. Dort leistete sie sich drei ungültige Versuche. Ihr männliches Pendant Peter Rapp von der LAV Tübingen gewann die Konkurrenz bei den Männern deutlich mit 7,48 m, die ihm bereits im ersten Versuch gelangen.

Daneben bekam das fachkundige Köngener Publikum, darunter auch der 5 000-m-Olympiasieger von 1992, Dieter Baumann, der sich unter die Massen mischte, trotz ungünstiger Wetterbedingungen sieben Stadionrekorde geboten. Förmlich pulverisiert wurde die 1 500-m-Marke von Klaus Hammer-Behringer (LG Passau) aus dem Jahre 2002. Martin Beckmann von der LG Leinfelden verbesserte den alten Rekord von 4.09,13 auf 3.55,48 Minuten. Selbst der Zweitplatzierte Michael Ehmer (LG Badenova) blieb in 4.05,69 Minuten unter der alten Marke. Bei den Männern fielen außerdem die Stadionrekorde über 800 m und 400 m Hürden. Der Tübinger Matthias Keller knackte über die doppelte Stadionrunde die bisherige Bestzeit (1.55,98), die nun bei 1.54,13 Minuten steht. Der Karlsruher Sascha Grübel verbesserte über 400 m Hürden den zwei Jahre alten Rekord von 55,56 auf 54,78 Sekunden.

Bei den Frauen purzelten gleich vier Rekorde: Anja Reinhardt von der LG Weinstadt unterbot in 2.14,38 Minuten die alte Zeit von 2.16,95 Minuten. Das selbe gelang Stephanie Maier (LG Leinfelden) über 1 500 Meter (4.47,51) sowie Kathrin Merkle über die 400 m Hürden (1.05,38). Alles in den Schatten stellte jedoch Kugelstoßerin Christina Schwanitz vom SV Neckarsulm. Der alte Stadionrekord von 14,77 Metern hatte bei ihren 18,05 Metern genauso wenig eine Chance, zu bestehen, wie Schwanitz' Konkurrentinnen.

Als Zubrot bekamen all jene, die einen neuen Stadionrekord aufstellten, eine Prämie von 50 Euro.