Lokalsport

Nebenkosten stehen weiter im Fokus

Mitgliederversammlung des SfL in Kirchheim

Zwei neue Mitgliedsvereine, ein frischgebackenes Ehrenmitglied, die Nebenkostenbeteiligung der Vereine und das VfL-Sportvereinszentrum sowie Standort und Zeitschiene des geplanten Hallenbads standen im Mittelpunkt der jährlichen Mitgliederversammlung des Kirchheimer Stadtverbandes für Leibesübungen (SfL).

Kirchheim. Hermann Schnizler, seit einem Jahr Vorsitzender des Kirchheimer Sportdachverbandes, schaute am Ende der Versammlung zufrieden drein. Im Saal des Vereinsheims der TG Kirchheim hatten ihm die Vertreter der ortsansässigen und Sport treibenden Vereine und Schulen per einstimmigem Entlastungsvotum das Vertrauen ausgesprochen. Nach der „Kanzelwandtagung“ im Oktober in Riezlern war dies nicht unbedingt zu erwarten gewesen.

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Zwar hatte sich in der beschaulichen Bergwelt des Kleinwalsertals die Mehrheit der anwesenden Vereinsvertreter für die Akzeptanz der Kostenbeteiligung ausgesprochen, die die Stadtkasse um jährlich 30 000 Euro entlasten soll. In der Folgezeit blies dem Jesinger aber der eisige Vereinswind ins Gesicht und er musste sich den Vorwurf gefallen lassen, die Interessen der Vereine nicht vehement genug vertreten zu haben.

Tatsächlich präsentierten sich die Vereinsvertreter auf der Mitgliederversammlung nun moderat(er). Schnizler ließ in seinem Rechenschaftsbericht das vergangene Jahr Revue passieren. Im Rahmen der Sportförderung der Stadt seien die von den Mitgliedsvereinen gestellten Anträge geprüft und zur Auszahlung an das Amt für Bildung, Kultur und Sport weitergeleitet geworden. Auf diese Weise flossen städtische Zuschussmittel in Höhe von 92 000 Euro an die Vereine und wurden in dieser Höhe auch für 2013 beantragt. Darüber hinaus hätten die Vereine seit Frühjahr 2012 ihre aktuelle Hallenbelegung anmelden und verbindlich Verantwortliche für die einzelnen Übungseinheiten benennen müssen. Auf dieser Basis soll nun auch die Nebenkostenbeteiligung ermittelt werden.

Als neue Mitglieder im SfL begrüßte Schnizler die Vereine Radsport Kirchheim unter Teck und Shotokan Karate Dojo Jesingen, deren Vertreter den Ausführungen des Vorsitzenden über die Kanzelwandtagung 2012 ebenso lauschten wie die arrivierten Mitglieder. Auf jener Klausurtagung hatte das WLSB-Referat „Auswirkungen der Ganztagsschule auf die Sportvereine und Wege der Zusammenarbeit“ im Mittelpunkt gestanden. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-­Heidecker machte die Zusage, für den anstehenden Umbau des Schulsystems Vertreter der Verwaltung, der Schulen und der Vereine zu einem runden Tisch einzuladen.

Im Zuge der Mitgliederversammlung ernannte SfL-Vorsitzender Schnizler Horst Helfert vom SV Na­bern nach 20-jähriger Mitarbeit zum Ehrenmitglied.

Anschließend nahm Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker den Ball der Nebenkostenbeteiligung auf und erläuterte die Notwendigkeit aufgrund der Finanzlage der Stadt. Nachdem 2011 die Beteiligung der Vereine nochmals ausgesetzt worden war, kam die Kommune nicht mehr umhin, die Hallen nutzenden Vereine an den Nebenkosten zu beteiligen.

Der Standort des Hallenbades, so stellte Matt-Heidecker klar, werde nicht am Güterbahnhof, sondern am Freibad sein. Der Investitionszeitpunkt 2016 hierfür sei indes vom Tisch. Nach umfangreichen Diskussionen sei zudem der Standort für das Sportvereinszentrum festgelegt worden, welches nun am Ort der bisherigen VfL-Gaststätte im Anschluss an die Tribüne entstehen soll. Die Kosten seien auf 3,6 Millionen Euro reduziert worden. Die Herstellung der Parkplätze übernehme die Stadt und für weitere provisorische Parkplätze im Anschluss an den sogenannten „Ott‘schen Platz“ sei der VfL zuständig. Dazu müsse die Stadt eine Bürgschaft von 800 000 Euro übernehmen, die über Volksbank und Kreissparkasse zwischenfinanziert werden solle. Eine Genehmigung des Regierungspräsidiums für die städtische Bürgschaft steht allerdings noch aus.

Am 17. Juni werde darüber hinaus der VfL über den gegenwärtigen Planungsstand unterrichtet und müsse in seiner Mitgliederversammlung am 21. Juni erneut zustimmen, weil die bisher erteilte Zustimmung noch von einem anderen Standort ausgegangen war. Abschließend müsse dann auch noch der Gemeinderat dem Projekt zustimmen. Klar sei indes, dass der einstige Wunschtermin für die Inbetriebnahme 2015 nicht zu halten sei.wai/sz