Lokalsport

Nebohs Fingerbruch erschüttert die Knights

Es geschah in der zweiten Minute des Kirchheimer "Sahneviertels" des Samstags, dem vierten, von dem Ross Jorgusen hernach meinte, es sei womöglich das beste Viertel gewesen, das wir in dieser Saison gespielt haben.

KIRCHHEIM Kaum einer merkte es. Chuks Neboh schon: "Ich wollte zum Rebound, jemand hat mich festgehalten, ich kam los, und genau in der Aufwärtsbewegung traf der Ball meinen kleinen Finger." Was VfL-Physiotherapeut Jürgen Görs beim ersten Anblick noch als Verstauchung ansah weswegen Chuks auch in der Endphase noch einmal aufs Feld geschickt wurde entpuppte sich in der Nacht als eine Verletzung, die den Kirchheimer Hoffnungen auf die Aufstiegsrunde in die zweite Liga einen entscheidenden Dämpfer verpasst haben könnte: Chuks Pinkie, wie die Amerikaner den kleinen Finger nennen, ist gebrochen, nicht glatt, sondern eher geborsten.Das ergab die Röntgenaufnahme im Kirchheimer Krankenhaus, wo Chuks gleich ein Gips verpasst wurde.

Anzeige

Am Sonntag fuhr Teammanager Volker Oesterle mit Neboh und ausgerüstet mit den Röntgenaufnahmen nach Tübingen in die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik. Dort entschied man schnell, was zu tun ist: Operation schon am Mittwoch, mit zwei Schrauben soll der Finger fixiert werden. Die konservative Alternative, vier Wochen Gips, kam in Anbetracht der kommenden Aufgaben nicht in Frage.

"Alles hängt jetzt davon ab, wie die Operation verläuft," sagt Neboh. Der behandelnde Arzt rät zwar zur Vorsicht für die nächsten sechs Wochen, doch es gibt durchaus eine Chance, dass der 2,12-Meter-Mann doch schon früher wieder ins Geschehen eingreifen kann, wenn die Wunde gut verheilt. Für die nächsten beiden Spiele in Ludwigsburg und gegen Weißenhorn fällt er aber auf jeden Fall aus. Dann müssen Bill Goehrke und Wilu Lenger eben noch mehr unter dem Korb ackern, und auch Nenad Lukic, der am Samstag ganz überraschend wieder auf dem Feld stand, muss wohl alles in die Waagschale werfen.

Apropos werfen: am Samstag kam ein Werfer in Kirchheim an, der eigentlich schon seit Anfang Dezember da ist, aber noch ein bisschen vor der Tür stand. Über diese Schwelle trat Tomi Martinovic am Samstag auf einigermaßen spektakuläre Weise: als es die Knights am nötigsten hatten, packte er seine beste Waffe aus und traf: drei Dreier in zwei Minuten, jeweils vorbildlich gefüttert von seinen Teamkameraden und kurz danach ein vierter.

"Die erste Hälfte haben wir alle ein bisschen verschlafen. Da habe ich mir schon beim Warm-Up für die zweite Halbzeit gesagt, dass ich jetzt was reissen muss," sagte Martinovic. Und er riss seine Knights aus dem Strudel der möglichen Niederlage. Der Ball läuft jetzt aber auch viel besser als noch vor zwei Wochen, sieht der Ex-Stuttgarter einen Grund für sein Outcoming. Mit dieser so wichtigen Dreierserie ist sein Selbstvertrauen gewachsen, aber auch das seiner Kollegen in seine Fähigkeiten.

All das können die Knights in den nächsten Wochen gut gebrauchen, sollen sich die Aufstiegshoffnungen in der "Chuks-losen" Zeit nicht in Luft auflösen.

mad