Lokalsport

Neuanfang in der Oberliga?

Tischtennis-Talent Heiko Zapf hofft auf Comeback des TTC Frickenhausen II

Quo vadis, TTC Frickenhausen II? Knapp drei Monate, nachdem der Tälesclub seine zweite Mannschaft aus der 2. Bundesliga zurückgezogen hat, ist die sportliche Zukunft der Truppe immer noch unklar – auch für den Lenninger Heiko Zapf, etatmäßige Nummer 5 beim TTC II, eine unbefriedigende Situation.

Peter Eidemüller

Lenningen. Stell dir vor, du bist ein hoffnungsvolles Nachwuchstalent und kannst es nicht unter Beweis stellen – so geht es Tischtennis-Crack Heiko Zapf (18) aus Oberlenningen seit vergangenen Dezember, als sein sportlicher Brötchengeber quasi über Nacht den Betrieb einstellte. Mangels Personal musste der TTC Frickenhausen vor Weihnachten bekanntlich seine zweite Mannschaft vom Spielbetrieb in der 2. Bundesliga zurückziehen.

Für Heiko Zapf, vor drei Jahren immerhin Deutscher Schülermeister im Doppel und seitdem bei DTTB-Ranglistenturnieren und deutschen Meisterschaften regelmäßig top platziert, war das TTC-Aus Segen und Fluch gleichermaßen. „Ich konnte aus schulischen Gründen nicht so viel trainieren, wie ich eigentlich hätte müssen“, sagt er. Schließlich steht für den Schüler des Kirchhheimer Ludwig-Uhland-Gymnasiums nächstes Jahr das Abitur auf dem Programm, der Stundenplan diktiert den Trainingsplan.

Wohin es führen kann, wenn der Sport der Schule vorgezogen wird, zeigt das Beispiel von Zapfs Teamkollege Markus Schlichter (19), der vor zu viel Trainingseifer durchs Abitur rasselte. „Die Schule muss bei allem sportlichem Erfolg vorgehen“ betont Vater Bernd Zapf. Trotzdem sei die Situation für seinen Sohn angesichts der derzeitigen sportlichen Perspektivlosigkeit „recht blöd“, wie er sagt. „Der Vergleich auf Ligaebene fehlt mir schon“, klagt Heiko Zapf, „wenn du alle zwei Wochen ein Spiel hast, kannst du viel besser einschätzen, wo du stehst.“ So kann der 18-Jährige seit Dezember lediglich auf Ranglistenturnieren und Meisterschaften sein Talent unter Beweis stellen. Nächste Gelegenheit bietet der Einsatz mit der Mannschaft Baden-Württembergs beim Deutschlandpokal Ende März. „Unter die ersten Drei müssten wir da schon kommen“, hofft Zapf, der zwei Wochen später bei den deutschen Jugendmeisterschaften einen Dreifachstart (Einzel, Doppel, Mixed) anvisiert hat.

Wie es mit der zweiten Mannschaft des TTC weitergeht, kann momentan nicht einmal der Manager des Tälesclubs, Christoph Reuhl, sagen. Die Entscheidung, in welcher Spielklasse die Bundesligareserve in der kommenden Saison antreten wird, soll laut Reuhl jedoch in den nächsten zwei Wochen fallen. „Wenn es nach mir ginge, würde die Mannschaft in der Oberliga spielen“, sagt er. Zwar seien mit den Spielern noch keine Gespräche über neue Verträge geführt worden, doch geht Reuhl davon aus, dass beispielsweise ein Fabian Akerström den Verein auf jeden Fall verlassen wird. „In der Oberliga würde er sicher nicht spielen“, vermutet Reuhl, „dafür ist er zu gut.“

In Heiko Zapf sieht er indes einen Perspektivspieler für die zweite TTC-Equipe. „Er ist trainingsfleißig, will sich ständig verbessern und kann auch im vorderen Paarkreuz spielen“ lobt Christoph Reuhl, „er wäre ein wertvoller Baustein für eine junge Mannschaft, die einen Neuanfang starten soll.“

Ob dieser allerdings mit Heiko Zapf vonstatten gehen wird, steht noch in den Sternen. Sollte der TTC II sein Comeback klassentiefer als in der Oberliga geben, spielt der Lenninger mit dem Gedanken, den Verein zu verlassen. „In dem Fall würde sich der ganze Aufwand nicht mehr lohnen“ sagt er, „die Partien wären dann wohl auch zu einseitig.“ Mit dieser Meinung steht er anscheinend nicht alleine da: „Alle in Frickenhausen denken so.“

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