Lokalsport

Neun Tore in Serie reichen nicht

Mit einer über den gesamten Spielverlauf gesehen verdienten 35:38-Heimniederlage gegen den SKV Unterensingen starteten die Weilheimer Landesliga-Handballer in den Bezirkspokal-Wettbewerb.

WEILHEIM Eigentlich wollte der Förderverein das Pokalspiel nutzen, um den extra hierzu eingeladenen Sponsoren in einem würdigen Rahmen den neuen Trainer und die neu formierte Mannschaft zu präsentieren. Was den Sponsoren und zahlreichen sonstigen Zuschauern dann allerdings zu Beginn von der Mannschaft geboten wurde, war so sicherlich nicht geplant. Mit den Gedanken wohl noch beim Sponsoren-Buffet lagen die Wühle-Jungs bereits nach sieben Minuten mit 0:6 zurück, ehe Gerhard Bächle das erste Tor gelang. Ideen- und Konzeptlosigkeit sowie eine quasi nicht vorhandene Abwehr prägten in dieser Phase das Spiel der Schmauk-Schützlinge. Durch einige gelungene Aktionen gelang es dann bis zur 22. Minute zwar den Rückstand auf zwei Tore zu verkürzen (11:13), allerdings konnte der SKV Unterensingen den Druck nochmals erhöhen, sodass die Seiten bei einem Spielstand von 15:19 für die Gäste gewechselt wurden.

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Nach der Pause schien es kurzfristig so, als hätte die Standpauke von Trainer Peter Schmauk in der Kabine gefruchtet: Der TSV kam durch zwei Tore von Timo Klein auf 17:19 heran. In der Folge brachten sich die Weilheimer allerdings durch viele ausgelassene Chancen unter anderem zwei vergebene Siebenmeter und wiederum mangelnde Abwehrarbeit um ein besseres Ergebnis. Nach 50 Minuten betrug der Rückstand gar sieben Tore (20:27).

Just in diesem Moment wirkte eine rote Karte auf Weilheimer Seite wie eine Initialzündung: in der Abwehr stimmte plötzlich die Verständigung und der eine half dem anderen aus. Hinten hielt ein gut aufgelegter Alex Müske (der den bis dahin von der Abwehr im Stich gelassenen Michl Rehkugler ersetzte) sein Tor sauber. In einer nicht mehr für möglich gehaltenen Aufholjagd gelang es Weilheim durch neun Tore in Folge den 20:27-Rückstand innerhalb von acht Minuten in eine 29:27-Führung zu verwandeln.

Anstatt diesen Vorsprung über die Zeit zu retten, verspielte der TSV jedoch zweimal leichtfertig den Ball und fünf Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit kam Unterensingen durch einen Siebenmeter zum 29:29- Ausgleich. Leider gelang es den Weilheimern nicht, den Elan der letzten zehn Minuten mit in die Verlängerung zu nehmen. Entscheidend die Zeit zwischen der 64. und 67. Minute, als Unterensingen durch vier Tore in Folge auf 31:35 davonziehen konnte. Dieser Vorsprung sollte bis kurz vor Schluss Bestand haben, ehe Weilheims Neuzugang Tobias Hägele das letzte Tor des Abends zum 35:38- Endstand warf.

Die Weilheimer Niederlage, so musste am Ende auch der treueste TSV-Anhänger erkennen, war trotz der fulminanten Aufholjagd eher verdient denn unglücklich. In einem Handballspiel über 60 Minuten genügen acht starke Minuten eben nicht, um ein Spiel für sich zu entscheiden. Die Mannschaft muss diese Niederlage nun möglichst rasch aus den Köpfen bekommen und sich auf ihre alten Stärken und Tugenden besinnen. Am nächsten Samstag, beim ersten Heimspiel der neuen Saison gegen den TSV Owen, ist eine stärkere Leistung gefragt.

ab

TSV Weilheim:

Müske, Rehkugler - Gieß (10), Bleher (7), Klein (6), Allgeier (5), Hägele (2), Binder (1), Gomringer (1), Bächle (1), Sigel (1), Bachofer (1), Schorr, Mauch.SKV Unterensingen:

Müller, Kohn - Schönfeld (10), Basler (7/4), Eßlinger (6), Dettinger (3), Frech (3), Kühnle (3), Zoll (3), Schöll (3), Klett, Fabian.