Lokalsport

Nicole Hahn hält den Lenninger Sieg fest

SG-Torfrau pariert Strafwurf in Schlussminute

Beim Handball entscheiden oftmals Sekunden über Sieg oder Niederlage. So auch in Flein, wo Tabellenführer SG Lenningen das Quäntchen Glück hatte und 19:18 gewann. Heldin des Tages war SG-Torhüterin Nicole Hahn, die in den Schlusssekunden einen Strafwurf parierte und damit ihrer Mannschaft den Sieg rettete.

Anzeige

Flein. In der letzten Minute überschlugen sich die Ereignisse. Nach einem Abspielfehler kam der TV Flein in Ballbesitz und wollte den schnellen Ball nach vorne spielen. Das misslang, denn Adriana Rau in der Rückwärtsbewegung, fingerte die Bogenlampe weg, passte zu Sarah Timar und diese ließ sich die Chance zum 19:18 nicht entgehen. Dann der zweite Aufreger: Sonja Link konnte nur per Strafwurf gestoppt werden. Doch die Nerven der Gastgeberinnen versagten: Nicole Hahn im Tor der SG parierte den Wurf. TV-Trainer Denis Braun nach dem Schlusspfiff: „Wenn man hinten steht, verliert man eben auch so ein Spiel“. Und Uli von Petersenn erkannte: „Es war das Glück des Tabellenführers“.

Dass dieses Rückrundenspiel nicht mit dem der Vorrunde vergleichbar war, zeigten schon die Mannschaftsaufstellungen. Bei der SG fehlten Antje Schlenk, Carolin Reichle und Franziska Schmack. Dafür spielten auf Fleiner Seite Sonja Link und Annika Grode, die nicht nur in der Torstatistik auffielen, sondern auch das Spiel zu lenken wussten. Aber zunächst übernahm Lenningen die Initiative und war nach zehn Minuten 5:1 weg. Dass dies Folgen haben musste beim permanenten Lenninger Trainingsminus, schlug in den nächsten zwanzig Minuten durch: SG-Tempohandball adieu. Es entwickelte sich ein zähes Spiel, bei dem nur auf SG-Seite Torhüterin Lena Reichle zu Höchstform auflief. Sie hielt unter anderem zwei Strafwürfe.

„Gott sei Dank haben auch die Gegnerinnen Fehler gemacht“, stöhnte Petersenn, „denn bei uns gab es nur Stückwerk zu sehen.“ Von strukturiertem Handball war keine Rede mehr. Auch mental fiel der Tabellenführer in ein schwarzes Loch. Bestes Beispiel dafür war ein technischer Fehler im Spielaufbau, den Jennifer Fübrich zum 7:8-Halbzeitstand nutzte. Petersenn musste bei seiner Halbzeitansprache etwas lauter werden. Mit Erfolg: Der Beginn der zweiten Hälfte war fast eine Kopie der ersten. Timar und Rau, beide unter Volldampf, ließen die SG auf 11:7/38. wegziehen. Toppen konnte dies nur noch Susanne Kazmaier, die sich auf der Rechtsaußenposition an diesem Tag in prächtiger Spiellaune zeigte und das 15:10 besorgte.

Es blieb jedoch beim Strohfeuer. Lenningen fehlte die Kraft und Konzentration, am Erfolgsfaden weiter zu spinnen. Flein hatte einen Lauf, machte drei Tore in Folge zum 12:15 (45.). Die Gäste taten sich immer schwerer. Noch einmal, beim 17:15 (53.), hielt die SG Distanz zu den stärker werdenden Gastgeberinnen. Petersenn legte den grünen Karton auf den Tisch und versuchte Ruhe in die Mannschaft zu bringen. Es half wenig: Flein kam durch Tore von Anja Wörner und Sonja Link vier Minuten vor dem Ende zum 17:17-Ausgleich. Ein Strafwurf von Sarah Timar zum 18:17 wirkte nicht befreiend, denn gleich im Gegenzug stieß Annika Grode in die schlecht sortierte SG-Abwehr und glich erneut aus.

„Ich habe mich nach dem Spiel kurz gefasst“, meinte Petersenn nach dem glücklichen Ende für seine Mannschaft und fügte kritisch hinzu: „Wenn man Ziele hat, braucht man mehr Training.“ döl

TV Flein: Schuhkraft, Schäfer – Link (8/2), Fübrich (4), Grode (3), Wörner (2), S. Krummlauf (1), Baumgärtner, Göttle, Keller, C. Krummlauf, N. Krummlauf, Neutz, Worik.

SG Lenningen: Reichle, Hahn – Timar (10/5), Rau (5), Kazmaier (2), Emmenegger (1), Schweikert (1), Baermann, Blocher, Röhm, Ulmer.