Lokalsport

Nina Schur und Jens Ziegler siegen in Neidlingen

Rund 1 500 Brettlfans säumten trotz eisiger Temperaturen am gestrigen Sonntag die Strecke unterhalb des "Staatswegs" in Neidlingen, um die 28. Auflage des Reußensteinpokals live mitzuerleben. Gesamtschnellste der 242 Teilnehmer waren die 22-jährige Nina Schur vom VfL Kirchheim bei den Damen sowie Jens Ziegler vom SV Rottweil bei den Herren.

EBERHARD EINSELEN

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NEIDLINGEN Derzeit werden im italienischen Bormio die Alpinen Skiweltmeisterschaften ausgetragen. Doch am gestrigen wollten Zuschauer ein Top-Ski-Event live miterleben. Im Lindachtal wurde das 28. Reußenstein-Pokalrennen ausgetragen. Es war ein Jubiläumsrennen. Seit 50 Jahren ist der TV Neidlingen Veranstalter von diesem Großereignis. Witterungsbedingt durch Schneemangel mussten die Rennen immer mal wieder abgesagt werden. Seit zwei Jahren kann kein Abfahrtslauf mehr durchgeführt werden. Der Schwäbische Skiverband (SSV) übernahm keine Haftung mehr. Die zwingend vorgeschriebenen Stürzräume von der FIS konnten nicht ausgewiesen werden.

So wurde im Jahr 2003 erstmals ein Riesenslalom ausgetragen. Es ist schon ein ganz besonderes Flair beim Neidlinger Skispektakel. Schneebars, Glühweinstände zünftige Musik brachten einen Hauch von Weltcup-Atmosphäre in das Lindachtal. Verpflegungsstationen gab es bis hinauf zum Start am "Staatsweg." Eine Woche arbeiteten 100 Helfer akribisch an der Piste. Die Neidlinger Feuerwehr verspritzte 17 000 Liter Wasser auf die Strecke. Die Läufer hatten bei den guten Schneeverhältnissen optimale Bedingungen. Die Zuschauer wurden entlang der Piste bestens informiert durch Sprecher Reiner Kuch über Lautsprecheranlagen bis hinauf an den Start.

Der Start unter dem "Staatsweg" lag auf 630 Meter, der Zieleinlauf direkt am Ortseingang von Neidlingen lag bei 450 Meter Meereshöhe. Die Strecke war 820 Meter lang. Kurt Ambacher, Abteilungsleiter des TV Neidlingen, hatte den anspruchsvollen Kurs gesetzt.

Eine Schikane hatten die Rennläufer mit einer Schanze zu bewältigen. In der Herren-Klasse war Favorit Jens Ziegler nicht zu schlagen. Der 25-jährige amtierende Schwäbische Meister im Riesenslalom führte bereits im ersten Durchgang. Rang zwei belegte Hans-Jörg Rapp (42) vom SVL Kirchheim. Die viertschnellste Zeit fuhr Phillipp Hauff vom VfL Kirchheim. Der 16-Jährige ist Mitglied im DSV-Kader. Titelverteidiger Bernd Holl vom TSV Weilheim belegte in seiner Altersklasse Rang zwei. Im Gesamtergebnis fuhr der 34-Jährige die fünftschnellste Zeit.

Bei den Damen war Titelverteidigerin und Lokalmatadorin Daniela Ambacher wegen einer Knieverletzung nicht am Start. So war der Weg für die 22-jährige Nina Schur vom VfL Kirchheim frei. Gerade mal 18 Hundertstel Sekunden langsamer war die ebenfalls 22-jährige Christine Gerber vom TV Unterlenningen.

Rainer Dosch vom TV Neidlingen, der letzte Teckabfahrtslaufsieger, musste im ersten Durchgang nach einem Torfehler disqualifiziert werden. Bernd Weiler vom TSV Weilheim, derzeit amtierender Lindachtalmeister, gewann in seiner Altersklasse Herren 36. Über die Hälfte der Teilnehmer waren Kinder und Jugendliche. Ein Beweis dafür, wie stark die Vereine den Nachwuchs fördern. Die jüngste Rennläuferin, Klara Bosler vom TV Neidlingen, war gerade mal vier Jahre alt. Der achtjährige Yannik Eisele kam vom Skiklub Heidenheim. Die Siegerehrung wurde direkt nach den Rennen in der Neidlinger Reußensteinhalle durchgeführt. Danach ging die Party mit den "Lindachtalern" erst richtig los.