Lokalsport

Noch ist Druck ein Fremdwort

Der VfL kann morgen gegen Walldorf wieder auf Ferdi Er und Kapitän Eisenhardt bauen

0:1 und 1:2 – Vizemeister Astoria Walldorf und der letztjährige Sechste VfL Kirchheim haben sich den Oberligaauftakt anders vorgestellt. Morgen duellieren sich die Verliererteams im Walldorfer FC-Stadion.

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REIMUND ELBE

Kirchheim. Wenn Schiedsrichter Andreas Klopfer (Emmendingen) morgen Abend um 19 Uhr die Partie im Astoria-Stadion an der Schwetzinger Straße anpfeift, beginnt eine Partie unter besonderen Vorzeichen: Der VfL leistete sich am ersten Spieltag einen 1:2-Heimflop gegen den FV Illertissen, die Walldorfer mussten beim Regionalliga-Zwangsabsteiger SV Waldhof Mannheim ein 0:1 durch ein Freistoßtor hinnehmen. Druck ist zu Beginn der Saison allerdings noch ein Fremdwort in der Kurpfalz wie im Schwäbischen. Immerhin 37 Mal bietet sich in dieser Punktrunde noch die Gelegenheit, Zähler zu sammeln.

Beim FC Astoria werden die Ansprüche in dieser Saison etwas höher geschraubt als unter der Teck. Dies liegt an der starken Saison, die die Mannschaft von Ex-Profi Roland Dickgießer zuletzt ablieferte. Das spielerisch überzeugende Team aus der Stadt des Softwarekonzerns SAP wurde hinter Meister TSG Hoffenheim II Tabellenzweiter – der größte Erfolg in der bisherigen Vereinsgeschichte. Dickgießer versucht, die Euphorie im Zaum zu halten. Er wird nicht müde, zu betonen, dass seine Spieler allesamt keine Profis sind und deshalb ganz normalen Berufen nachgehen oder studieren. Die Niederlage in Mannheim hat er bereits abgehakt. Er ist überzeugt: „Auch für andere Teams wird es schwer werden, dort zu punkten.“ Die Basis für die Regionalliga wäre in Walldorf mit der entsprechenden Infrastruktur immerhin bereits vorhanden.

Beim VfL ist nach der späten Niederlage gegen den FV Illertissen etwas Ernüchterung eingekehrt. Sieben Spiele, sieben Siege – eine ähnliche Traumbilanz wie beim Start in die vergangene Saison ist kein Thema mehr. Angesichts der kommenden schweren Gegner sollte morgen zumindest ein Zähler her. Doch VfL-Trainer Rainer Kraft muss sich gleich mit mehreren Problemen herumschlagen. In der Abwehr agierten seine Schützlinge in manchen Situationen zu unbekümmert, was Illertissens Routinier Thorsten Rinke beim Siegtreffer zum 2:1 in der 89. Minute nutzte. Im Mittelfeld war der lange verletzte Uwe Beran mit der Koordinatoren- und Lenkerrolle noch überfordert, im Angriff haperte es im Herausarbeiten von Torchancen. In Walldorf dürfte es darum gehen, mit einer Politik der Nadelstiche zum Erfolg zu kommen. Soll heißen: Schnelle, präzise Angriffe müssen es sein, um die Walldorfer Deckung zu überlisten. Trotz der Schwere der Aufgabe gibt es für die Kirchheimer einen Mutmacher: Im April führten die Teckstädter beim FC Astoria bis zur 86. Minute hochverdient mit 1:0, mit viel Pech stand es am Ende 1:2. Was blieb, war die Erkenntnis, dass die Walldörfer im FC-Stadion durchaus schlagbar sind. Mit Ferdi Er und Christopher Eisenhardt drängen morgen zwei Stammspieler der vergangenen Saison in die Startelf zurück. In Bestform sind beide eine Verstärkung für das Team.

VfL Kirchheim: Huber – Eisenhardt (Hentschel), Hofstetter, Kaufmann, Baradel – Polat (Gürol), Beran, Helber (Er), Kuhn – Mayer, Colletti (Tunjic)