Lokalsport

Norm verpasst: Langsame Bahn nervt Unger

Leipzig/Hanau. „Nicht Fisch, nicht Fleisch“. Mit diesen Worten beschrieb Sprinter Tobias Unger gestern auf dem Weg zurück vom Hallenmeeting in Leipzig am Telefon

Peter Eidemüller

seine Leistung. Wenige Stunden zuvor war der 29-jährige Kirchheimer in 6,71 Sekunden Dritter der 60-MeterKonkurrenz geworden und verpasste damit erneut die Norm für die Hallen-EM im März in Madrid. Sorgen bereitet ihm dieser Umstand allerdings (noch) nicht: „Mit Stuttgart und Karlsruhe kommen noch zwei Wettkämpfe, bei denen ich das packen kann.“ Sieger in der Sachsenmetropole wurde der Nigerianer Chinedu Oriala (6,63) vor dem Niederländer Patrick van Lujik (6,69). Drei Wochen, bevor an selber Stelle die Deutschen Meisterschaften stattfinden, klagte Unger über die weiche und damit langsamere Bahn in Leipzig. „Die liegt mir nicht besonders, aber allen anderen ging‘s genauso.“ In der Tat waren die Leistungen der restlichen Deutschen eher bescheiden: Unger-Kumpel Marius Broening (Tübingen) wurde in 6,72 Sekunden zwar Vierter, Sebastian Ernst (Wattenscheid/6,84) und Aleixo Platini Menga (Leverkusen/6,84) waren jedoch erst gar nicht ins Finale gekommen.

Bei den Süddeutschen Meisterschaften, die zeitgleich im hessischen Hanau stattfanden, gab es für Ungers Trainingskollegen „nur“ einmal Edelmetall: Der Köngener Klaus Neuendorf holte mit der 4 x 200-Meter-Staffel des VfB Stuttgart Silber in 1.29,93 Minuten. Sieger wurde das Quartett des TSV Friedberg-Fauerbach (1.12,26). Zuvor war Neuendorf in der 60-Meter-Einzelkonkurrenz nicht über den Zwischenlauf hinausgekommen, nach 6,96 Sekunden war für den 18-Jährigen Endstation. Allerdings musste sich Neuendorf in seiner ersten Saison bei den Aktiven auch mit zahlreichen Gegnern älterer Jahrgänge messen. Erfreulich auch das Comeback von Ann-Kathrin Fischer, die nach auskurierter Lungenentzündung zwar ebenfalls im Zwischenlauf über 60 Meter ausschied, mit ihrer Zeit von 7,75 Sekunden jedoch überraschte. „Sie war erheblich schneller, als ich gedacht hatte“, freute sich Trainer Micky Corucle.

Weniger erfreut war er allerdings über seinen 400-Meter-Schützling Jan Schmalz. Der Kirchheimer belegte zwar im Endlauf den respektablen fünften Platz in 49,42 Sekunden, vergab jedoch laut Corucle im Vorlauf eine wesentliche bessere Zeit. „Er hat sich beim Einbiegen von einigen langsamen Läufern ausbremsen lassen, sonst wäre bestimmt eine 48er-Zeit drin gewesen“, so Corucle. Stattdessen erreichte Schmalz mit 50,53 Sekunden gerade noch so das Finale, wo er das Podium nur knapp verpasste. Auf den dritten Platz fehlten ihm lediglich 42 Hundertstelsekunden.

Für die Mittelstreckenasse der LG Neckar-Erms geriet derweil das Unternehmen Titelverteidigung über 3 x 1000 Meter zur Pleite: Clemens Silabetschky, Denis Bäuerle und Mathias Heer verpassten in 7.27,25 Minuten auf Platz zwei die Goldmedaille um rund drei Sekunden. Immerhin gab‘s auf dem Treppchen ein Wiedersehen mit den Vereinskollegen: Die zweite Garde der LG Neckar-Erms holte Bronze in 7.47,91 Minuten. Sieger wurde die StG Treysa/Usingen in 7.24,46 Minuten.

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