Lokalsport

Notzinger Spaßfußball macht Appetit

Aus Sorgenkindern sind Spaßfußballer geworden: Die Kicker des TSV Notzingen, in der Vorrunde mehr durch Diszpinlosigkeiten als durch fußballerische Glanztaten aufgefallen, spielen urplötzlich um die Meisterschaft mit. Am Sonntag könnten sie tabellarisch sogar noch weiter vorrücken.

REIMUND ELBE

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NOTZINGEN "Wir sind in diese Situation sozusagen wie die Jungfrau zum Kind gekommen", sagt Notzingens Trainer Claus Maier zum Sprung auf Platz fünf und den auf sechs Punkte Abstand geschrumpften Rückstand auf Tabellenführer SV Göppingen. Die immer wieder Schwächen zeigende Konkurrenz an der Ligaspitze schätzt Maier allerdings stärker ein. "Es ist trotzdem ein Ansporn für unsere Jungs, dass sie plötzlich Tuchfühlung zur Spitze haben. Doch erst die kommenden Aufgaben werden zeigen, ob wir tatsächlich das Potenzial haben, noch ein Wörtchen vorne mitzureden." Übermorgen rückt Tabellennachbar TSV Neckartailfingen im Eichert an. Der Liga-Sechste spielt eine unauffällige Saison, kann aufgrund der Tabellensituation ebenso locker aufspielen wie der TSVN.

Das Notzinger Augenmerk gilt am Wochende auch den Geschehnissen auf anderen Plätzen. Der einen Platz vor dem TSVN rangierende Furoreneuling TSV Deizisau fordert bereits morgen Nachmittag unterm Hohenstaufen den Spitzenreiter SV Göppingen heraus. Ein Remis wäre in dieser Partie ganz nach dem Geschmack des Teams von Claus Maier, würde den Notzingern für das tags darauf folgende Match gegen Neckartailfingen einen weiteren Motivationsschub verpassen.

Der Tabellenzweite TSV Boll geht in der Fuchsgrube auf Torejagd, gastiert beim TSV Köngen II. Die Fußballer des SC Geislingen, aktuell Dritte, wollen beim FV 09 Nürtingen einen Weg aus dem sich abzeichnenden Leistungstief finden.

"Wir brauchen aus den kommenden Heimspielen gegen Esslingen und Raidwangen noch einige Punkte, dann ist der Abstieg endgültig kein Thema mehr", fordert Jesingens Trainer Klaus Müller vor den kommenden Partien. Gast des TSVG in den Lehenäckern ist übermorgen der SV 1845 Esslingen, bevor vier Tage später der TSV Raidwangen anrückt. Markus Dettinger ist aus einem zweiwöchigen Urlaub zurückgekehrt und damit eine Alternative für Müller, der derzeit auf einen großen Kader zurückgreifen kann.

Für den TSG Zell gibt es nur noch Endspiele, wie es Trainer Gaetano Intemperante formuliert. Das 2:2 am vergangenen Sonntag bei Schlusslicht TKSV Geislingen war dem Motivator an der Seitenlinie freilich zu wenig. Übermorgen bietet sich die nächste Chance für die Zeller, unterm Aichelberg gastiert der mitgefährdete SSV Göppingen. Wie brisant das Duell ist, beweist der Blick auf die Tabelle. Der TSG ist mit 16 Punkten Dreizehnter, einen Platz dahinter sind die Göppinger (14 Punkte). Ein Sieg des TSG es wäre ein gewaltiger Befreiungsschlag.

Nicht weniger Pfeffer dürfte beim Aufeinandertreffen des Vorletzten TSV Raidwangen gegen den Letzten TKSV Geislingen im Spiel sein. Eine Partie mit zwei Teams aus dem Mittelfeld (Grötzingen versus Wernau) rundet den kommenen Spieltag ab.