Lokalsport

November trennt die Spreu vom Weizen

Mit dem letzten Tag des Monats Oktobers beginnt in der Basketball-Regionalliga die "November- Madness": Spitzenspiele zuhauf. Der VfL Kirchheim startet am Sonntag (17 Uhr, Rundsporthalle) bei der heimstarken BSG Ludwigsburg.

KIRCHHEIM Im Mutterland des Basketball gibt es die "March Madness", den total verrückten März: Da kämpfen die besten College-Teams in einer K.o-Runde um den nationalen Titel, und eine Nation flippt aus. Ganz so verrückt wird es in Baden-Württemberg in diesem November nicht werden, aber die Anzahl an Regionalliga-Spielen zwischen den Kandidaten auf einen Spitzenplatz und damit für die Aufstiegsrunde ist schon erstaunlich groß.

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Nicht ganz so erstaunlich, wenn man sich die Tabelle anschaut und registriert, dass sechs bis sogar sieben Vereine für einen Platz an der Sonne in Frage kommen. Den VfL hat es dabei besonders erwischt. Am Sonntag geht es zur wohl heimstärksten Mannschaft der Liga, zur BSG Ludwigsburg, die bereits Topfavorit KGJ Schwenningen (93:86) und VfL-Bezwinger TV Rastatt-Rheinau (81:79) nach Hause geschickt hat. Dann folgen im für die Form eigentlich tödlichen Zwei-Wochen-Rhythmus die absoluten Heimknaller gegen den Tabellenführer MTV Stuttgart (13. 11.) und eben jene Schwenninger (27. 11.). Es scheint offensichtlich: Nach diesem verrückten November werden sich sicher keine sieben Teams mehr Hoffnungen auf die Aufstiegsrunde in die zweite Liga machen können.

Für den VfL ist sonnenklar: Zwei der drei Spiele müssen gewonnen werden, sonst ist der Zug erst mal weg. Logische Konsequenz: Bei der blutjungen Bundesliga-Reserve sollte ein Sieg her, um vor den Heimspielen nicht noch mehr unter Druck zu geraten. Ist das möglich? Die Mannschaft von Benjamin Tokmadzic hat sich bisher als Überraschungs-Ei präsentiert: Man weiß nie, was herauskommt. Und als Seuchentruppe. Tokmadzic: "So viel Pech hat keine Mannschaft!" Sascha Radetzky (Kniescheibe verschoben) und Antonis Sivorotka (Kreuzbandriss) dauerhaft raus, Jugendnationalspieler Mirko Anastasov (2,07m) erst seit zwei Wochen dabei, Georgios Michas (Grippe) in Heidelberg im Krankenstand, dort kugelt sich Konstantin Karamatskos den Finger aus, weshalb der am Sprunggelenk verletzte Tobias Schlipf fast durchspielen muss, Sascha Kesselring bei einem U-20-Spiel an der Kapsel im Sprunggelenk verletzt. Nur David Rotim, Maximilian Gerber und Rückkehrer Marc Hottmann (vom Meisterteam 2002/2003) blieben also bisher verschont, und dennoch gelangen diesen zwei phänomenalen Siege.

"Bei uns ist es völlig wurscht, was wir machen, uns macht keiner Druck. Wir wollen die Klasse halten, und das klappt auf jeden Fall" Tokmadzic befindet sich mit seiner Talentschmiede in einer beneidenswerten Situation. VfL-Coach Theo Leftakis nicht gerade. Er und seine Jungs stehen unter Druck. Drei Siege, zwei Niederlagen, bisher nur phasenweise überzeugt: Da muss jetzt mehr kommen. Morgen ist deshalb eine Video-Session angesetzt, bei der die Spieler ihre Stärken und Schwächen erkennen sollen, heute ist noch einmal ein Testspiel bei der TSG Reutlingen angesetzt, um die Systeme und vor allem die Zusammenarbeit in der Abwehr zu proben. Leftakis: "Es wird Zeit, dass sich jeder über seine Rolle klar wird." Fehlen wird nur Marco Stifel, der seinen vierwöchigen Costa-Rica-Urlaub antritt. Wilu Lenger, in Tübingen noch geschont, konnte in dieser Woche erstmals nach seinem doppelten Bänderriss vom Heidelberg-Spiel am 3. Oktober wieder einigermaßen vernünftig trainieren, das Sprunggelenk von Nenad Lukic macht dagegen wieder Probleme und die Fitness von Michael Weiß ist nach der langen Verletzungspause natürlich noch lange nicht da, wo sie sein müsste.

Kleine Fische angesichts der Prob-leme des Gegners, gegen den ja noch eine dicke Rechnung offen ist: Beim Turnier in Kirchheim gewann die BSG 90:62. Dieses Ergebnis sollte am Sonntag nicht nur leicht korrigiert werden. Und dazu ist natürlich Unterstützung nötig: Bisher gibt es noch reichlich Platz im Weissinger-Fanbus (Fahrtpreis: 5 Euro), der am Sonntag um 15.30 Uhr an der Sporthalle Stadtmitte abfahren soll. Aber nur, wenn er voll wird. Anmeldung unter Rufnummer (0 70 21) 4 12 19, Infos über das Zustandekommen der Fahrt auf der Homepage der Basketballer (www.vfl-kirchheim-basketball.de).

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VfL: Bouwmeester, Bruck, Hayden, Jorgusen, Kikic, Kranz, Lenger, Lukic, Reiter, Tsouknidis, Weiß.

Regionalliga Südwest, 6. Spieltag

SG Mannheim SG Heidelberg/Kirchheim, SV 03 Tübingen 2 KGJ Schwenningen, TV 1919 Rastatt-Rheinau MTV Stuttgart, BSG Basket Ludwigsburg VfL Kirchheim/Teck (So., 17 Uhr), KuSG Leimen SSC Karlsruhe.