Lokalsport

Nürtinger Raum als Inliner-Mekka

Unterensingen im Europacup-Fieber: Zwei Tage lang war die 5000-Seelen-Gemeinde das Mekka der Inline-Alpin-Slalom-Szene. Im alten Ortskern, in der Kirchstraße, kämpfte die Creme de la Creme der europäischen Inline-Slalomfahrer bei wechselhaften Bedingungen um jede Sekunde. In Nürtingen fand am Sonntag zeitgleich der 2. Magedam-Run statt.

UNTERENSINGEN Schwierige Bedingungen herrschten an beiden Tagen. Nach zwei Wochen herrlichsten Wetters hatte es ausgerechnet in der Nacht auf Samstag heftig zu regnen begonnen. Doch beim alles entscheidenden Lauf schien sogar wieder die Sonne, die Bedingungen waren hervorragend, und rund 4000 Zuschauer säumten die Strecke. Der Italiener Stefano Belinghieri durchkurvte die 41 Tore des von Bundestrainer Stefan Trumm gesetzten Kurses am schnellsten. Seine 34,35 Sekunden waren Tagesbestzeit. Er sicherte sich in 1.10,79 Minuten den Tagessieg vor dem deutschen Nationalfahrer Christoph Eder vom FC Chammünster (1.11,49). Lokalmatador Tobias Klenner hatte im ersten Durchgang Pech: Zwei Tore vor dem Ziel stürzte er. Im zweiten Durchgang fuhr er noch auf Rang 24 vor. Franz-Josef Meyer vom SC Aichtal wurde 20.

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Bei den Damen holte sich Julia Grüning vom TV Neidlingen den Tagessieg. Damit kletterte sie in der abschließenden Gesamtwertung auf den sechsten Platz. Die ersten vier Plätze in der Tageswertung machten die Deutschen Nationalfahrerinnen unter sich aus: Maria Vogl (ASV Arrach) und deren Vereinskameradin Michaela Maurer folgten auf den Plätzen zwei und drei. Lokalmatadorin Manuela Schmohl vom SC Unterensingen verpasste nach ihrer kurzfristigen Berufung in den deutschen Nationalkader einen Treppchenplatz nur um 34 Hundertstelsekunden. Einen Erfolg hatte der TV Neidlingen auch bei den jüngeren Startern zu verbuchen: Ann-Kathrin-Stolz holte sich in der Klasse der 14- bis 15-Jährigen den Titel der baden-württembergischen Schülermeisterin.

Die internationalen offenen baden-württembergischen Meisterschaften, bei denen auch die Titelträger aus dem Ländle ermittelt wurden und die von den europäischen Topfahrern gerne als Generalprobe genutzt wurden, um tags darauf bestens vorbereitet in die Europacup-Rennen zu gehen, mussten am Samstag wegen des Regens eine halbe Stunde unterbrochen werden. Das löste im Fahrerlager hektische Betriebsamkeit zwischen den beiden Läufen aus. Da wurde geschraubt und getestet. Die Materialwahl konnte schließlich entscheidend sein im Kampf gegen die Uhr.

Die 250 Meter lange Piste in der Kirchstraße mit einem Höhenunterschied von 29 Metern und einem durchschnittlichen Gefälle von 10,9 Prozent gilt als die anspruchsvollste im Inline-Europacup-Zirkus. Stürze konnten da nicht ausbleiben. Vor allem an der Schlüsselstelle, der Einfahrt ins Steilstück mit 17 Prozent Gefälle, machten die Sportler häufig Bekanntschaft mit dem Straßenbelag. Für zusätzliche Sicherheit sorgten 400 in Folie eingepackte Strohballen am Straßenrand.

2. Magedam-Run in NürtingenBeim 2. Magedam-Run über die Halbmarathon-Distanz am Sonntag durch die Nürtinger Innenstadt war der Großbettlinger Rico Keppeler nicht zu schlagen. Die Teckspeed-Läufer Albrecht Blessing, Mike Ohlsen, Oliver Helstab und Gerald Schur (alle TSV Ötlingen) erkämpften sich die Plätze 24, 37, 52 und 89. Vereinskameradin Mayke Exterkate (Barclaycard in Lion Girls / TSV Ötlingen) fiel in der letzten Runde über ihre gestürzte Teamkollegin und kämpfte sich noch auf Platz fünf. Siegerin bei den Damen wurde Jenny Berndt (Roll'X Team).

nz/eb