Lokalsport

Nur 140 rutschen durchs Rübholz

Schnee und Eis beim 14. Ötlinger Dreikönigslauf – Bernd Weis und Daniela Müller gewinnen

Die 14. Auflage des Ötlinger Dreikönigslaufs war gleichzeitig die rutschigste – Sieger auf verschneit-glatter Strecke durchs Rübholz wurden Bernd Weis (SG Dettingen/Erms) und Daniela Müller (LG Filder). Enttäuschend war die witterungsbedingt geringe Teilnehmerzahl von nur 140.

Peter Eidemüller

Kirchheim. Minusrekord beim Ötlinger Dreikönigslauf: Nach 152 im Vorjahr nahmen gestern gerade mal 140 Läufer die zweimal fünf Kilometer lange Strecke durchs Rübholz in Angriff – der Grund lag auf der Hand: „Beim Blick aus dem Fenster haben sich viele Kurzentschlossene wohl gegen eine Teilnahme entschieden“, glaubt der komissarisch tätige Vorsitzende der Ötlinger Leichtathleten, Werner Dürr. Kein Wunder: Hochdruckgebiet „Angelika“ bescherte dem veranstaltenden TSVÖ eisige Temperaturen und eine durchweg verschneit-rutschige Strecke. Vor allem im Bereich der beiden zu querenden Autobahnen war an ein zügiges Laufen nicht zu denken.

Nichtsdestotrotz machten die, die da waren, das beste aus der Rutschpartie. Allen voran Bernd Weis. Der 40-Jährige von der SG Dettingen/Erms profitierte vom Nichterscheinen der beiden Vorjahresschnellsten, Mathias Heer und Clemens Silabetzschky, und gewann mit Spikes unter den Schuhen nach 36,08 Minuten. Nachdem auch sein Trainingskollege und Mitfavorit Markus Ruopp (SV Ohmenhausen) krankheitsbedingt absagen musste, war der Weg für Weis frei. „Ich war schon nach 500 Metern allein“, sagte er nach der Siegerehrung, „da wusste ich, dass ich gewinnen würde.“ Den Lauf in Ötlingen baut der etatmäßige Duathlet, der bereits fünf Mal an Weltmeisterschaften teilgenommen hat, schon seit Jahren in sein Trainingsprogramm ein. „Es ist gut zu laufen und die Atmosphäre ist familiär, das mag ich.“

Beste Läufer aus der Teckregion waren der Owener Karl Fischer (41,11/Siebter) und Andreas Rieke vom gastgebenden TSV Ötlingen (42,35/Elfter) – für den 37-Jährigen war nach dem Lauf übrigens noch lange nicht Schluss: Nach Ende der Siegerehrung machte sich der auch als Sportschütze beim TSVÖ aktive Rieke auf den Weg zum Vereins-Königschießen. „Da muss ich Gottseidank nur liegen“, flachste er.

Schnellste Frau und damit Nachfolgern der Aichelbergerin Ute Philippi, die in den beiden Vorjahren gewonnen hatte, wurde Daniela Müller von der LG Filder. Die 23-Jährige erreichte das Ziel nach 43,26 Minuten und zeigte sich hernach zufrieden. „Die erste Runde bin ich langsamer angegangen, auf der zweiten liefs dann richtig gut.“ Dass sie bei ihrer erst zweiten Teilnahme in Ötlingen gleich gewinnt, hätte die Köngenerin nicht gedacht. „Das war eigentlich nur als lockere Trainingseinheit gedacht.“ Die auf die 800-Meterstrecke spezialisierte Müller will in dieser Saison an Erfolge aus 2008 anknüpfen: Da war sie Vierte bei den baden-württembergischen und den süddeutschen Meisterschaften. Nachdem sie auf Hallenwettkämpfe verzichtet, hat sie dafür jetzt umso mehr Zeit, sich ihren Preisen zu widmen: Für Platz eins ließ der TSVÖ eine Flasche Sekt und Weißwein springen. „Die werden beide im Lauf der Zeit langsam leer getrunken“, freute sich die junge Athletin.

Freude herrschte auch beim Veranstalter – trotz Teilnehmerschwund. „Wir sind froh, dass alle den Lauf heil überstanden haben“, sagte Werner Dürr, der stolz auf „seine“ 115 Mitglieder starke Abteilung war. „Auf den harten Kern kann ich mich bei der Organisation verlassen“, lobte Dürr, der am Morgen ab 5.45 Uhr im Einsatz für einen reibungslosen Ablauf sorgte. Für den meisten Applaus während der Siegerehrung sorgte jedoch die Ankündigung, drei Stück Kuchen für einen Euro unter die Leute zu bringen – auch die fleißigen TSVÖ-Bäckerinnen hatten wohl mit mehr Teilnehmern gerechnet. (Ergebnisliste unter www.tsv-oetlingen.de).

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